Mein Opa ist der Beste! Und die Oma sowieso

Großeltern sind wichtig. Sie erfüllen die unterschiedlichsten Aufgaben. Aber die wichtigste ist wohl - sie müssen nicht mehr erziehen – sie sind für den Spaß da. Mein Kleiner hat das voll gecheckt, und ratet mal, was er am liebsten macht?

Großvater Enkel Strand
Foto: Pixabay

Wir sind alle Kinder, und irgendwann sind wir erwachsen und haben selber Kinder. Verantwortung, Grenzen, Sicherheit geben, alle Für und Wider des Elternseins dürfen wir jetzt selber durchmachen. Unsere Eltern können endlich genießen. Sie haben ihren Teil geleistet und uns in das Erwachsenenleben begleitet. Wir werden ewig ihre Kinder bleiben, aber unsere Kinder sind nun ihr Bonusprogramm für unsere Pubertät, Trotzanfälle und Streitereien.

Als wir in die Steiermark gezogen sind, war es mir auch wichtig, dass mein Sohn Familie um sich hat und lernt, Teil eines familiären Gefüges zu sein. Es war damals nicht klar, ob sein Vater und ich uns jemals wieder vertragen, daher war es umso wichtiger für mich, dass er eine gute Beziehung zu seinem Opa hat. Denn auch der gleichgeschlechtliche Großelternteil kann eine Identifikationsfigur sein. So kann ein Opa das männliche Rollenverhalten prägen, wenn der Vater dies nicht leisten kann. Glücklicherweise sind mein "Mister Big" und ich uns wieder einig geworden, und nun erlebt mein Kind Vater und Mutter gleichermaßen und kann sich den ganzen Spaß bei den Großeltern abholen.

Opa holt dich ab!

Eine Sache war dabei immer ganz klar: Beim Opa gibt’s Spaß, die Mama ist fürs Trösten und das Grobe zuständig. Unser BamBam ist jetzt zweieinhalb Jahre alt, und ich merke, dass es gut passt zwischen seinen Großeltern und ihm. Denn neulich - er wollte nicht mehr in die Krippe - gab es nur ein Argument, dass ihn dazu bewegen konnte, mitzukommen: "Der Opa holt dich nach dem Kindergarten ab." Die Aussicht auf einen Nachmittag mit den Großeltern, die aufregende Fahrt in Opas Auto (wir haben noch kein eigenes) - das allein hat gereicht, um den kleinen Mann für den Tag zu motivieren. Das erste, das er seiner Kindergärtnerin dann gleich bei der Ankunft erzählte, war, dass er dann vom Opa abgeholt werden würde.

Ich weiß noch, dass meine Großeltern in meinem Leben keine große Rolle gespielt haben. Wir haben sie zu den Feiertagen gesehen, hin und wieder zwischendurch, die einen in der Nähe von Graz, die anderen in Wien. Sie waren die netten Schokoladelieferanten, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals mit ihnen gespielt hätte oder wirklich Spaß hatte. Ich kann nicht sagen, dass ich das Gefühl hatte, dass sie uns so sein ließen wie wir sind. Manchmal herrschte das Gefühl vor, dass sie einfach nur gern kleine Versionen von sich selbst gehabt hätten. Es war halt eine andere Generation, der Krieg hatte sie hart gemacht, und sie hatten zu viel erlebt, als dass sie im Alter weich hätten werden können.

Für meinen Sohn wünsche ich mir, dass er Großeltern so erfahren kann, wie sie gehören. Die spaßigen Eltern seiner Eltern. Die ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen und die er um den Finger wickeln kann. Und das ist total in Ordnung für mich, denn zum Erziehen und Großziehen sind wir als seine Eltern da, und für den Spaß gibt’s Oma und Opa.

 

Katharina Gindra-Vady ist Mutter, Pädagogin, Bloggerin, Model, Moderatorin, ehemalige Flugbegleiterin. Die große Leidenschaft der Steirerin ist das Schreiben.

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