Einfach chillen: Ohne Einhorn geht's auch

Ferien! Hurra! All das machen, worauf man Lust und wofür man normalerweise nicht Zeit hat. Ein spannendes Buch lesen, mit Freunden baden gehen, wandern, verregnete Tage im Kino verbringen, einen Schaufensterbummel in der Stadt machen.

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Foto: Brigitte Lang

Klingt doch alles gut, oder? War es auch – aber als Freizeitvergnügen vor rund 30 Jahren. "Oh Gott, wie Vintage bist du eigentlich, Maam?" Das kann ich mir anhören, wenn ich von den guten alten Zeiten schwärme. Heute sagt man statt ausruhen einfach "chillen". Ausruhen ist maximal etwas für kleine Kinder; Mittagsschläfchen oder so. Was bei den Jüngsten noch ganz gut funktioniert, funktioniert bei Teenagern ganz anders.

Entspannen ohne Langeweile

Zum Chillen braucht es nicht wie früher nur irgendein banales Klappbett, auf dem man sich womöglich langweilt: Das Nickerchen sollte schon auf stylischen Cabana-Sonnenliegen (benannt nach der berühmten Copa Cabana) oder zumindest in trendigen überdachten Hängematten im angesagten Taupe-Farbton stattfinden.

Dazu hört man chillige Songs, sieht die hottesten snapchats an und lässt sich am besten noch mit frisch Gegrilltem verwöhnen. Grillen und Chillen – was passt besser zusammen?  Wenn dann noch zum Poolen aufblasbare Donuts, Einhörner oder Luftmatratzen in Pizzaform als Schwimmhilfe zur Verfügung stehen, ist das Leben für die Teenies von heute perfekt. 

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Foto: Brigitte Lang

Billig statt chillig

Da wir ja aber verantwortungsvolle Eltern sind und unseren Kindern diese Flausen austreiben wollen –  Motto "Das hätte es zu unserer Zeit nicht gegeben" – setzen wir als Erziehungsmaßnahme auf ein Wochenende "billig statt chillig" und die Kinder werden zum Camping verdonnert. Wohlgemerkt nur für eine Nacht! So sitzen wir dann in Jogginghose am A der Welt auf einem Campingplatz und feilschen darum, wer das Zelt aufbauen muss.

Mensch ärgere dich nicht statt Handy

Letztendlich landet die ehrenwerte Aufgabe beim Familienoberhaupt, der ist ja schließlich der Techniker in der Familie. Gegessen wird mit Plastikbesteck, ohne Teller und direkt aus dem Wurstpapier. Die Vintage-Mutter hat ganz altmodisch für das Abendprogramm Spiele eingepackt: "Mensch ärgere dich nicht" und Co müssen herhalten und wurden aus den Tiefen der bereits eingemotteten Kindersachen hervorgegraben.

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Foto: Brigitte Lang

Auch wenn es die Kids nicht zugeben wollen: Es macht ihnen doch Spaß, wieder einmal etwas mit den Oldies zu unternehmen und mal nicht stundenlang nur auf das Handy zu starren! So sitzen wir ganz gemütlich vor unserem Zelt und genießen die gemeinsame Zeit. Wir Eltern haben das Gefühl, doch nicht gänzlich in der Erziehung versagt zu haben und die Kinder sehen, dass Entspannung auch auf ganz einfache Art und Weise möglich ist.

 

Die gebürtige Wienerin ist zwar immer gestresst, aber stets gut drauf. Nicht die Arbeit in ihrer eigenen PR-Agentur macht ihr zu schaffen, sondern der Alltag mit Mann und Kindern. Die umtriebige Familien-Managerin findet daher notgedrungen immer wieder Lösungen, um das gemeinsame Leben leichter und schöner zu gestalten.

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