emporiaSmart.2 im Test: Das Senioren-Smartphone!

Linz ist Österreichs Handy-Hauptstadt. emporia ist nämlich der einzige österreichische Handy-Hersteller und sitzt eben dort. Spezialisiert sind die Stahlstädter auf sogenannte Senioren-Handys mit großen Tasten und einfacher Bedienung. Aber da das Smartphone immer wichtiger wird, hat emporia bereits das zweite im Portfolio. Was es kann und wo es leider auch schwächelt.

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Foto: Lukas Steinberger
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Foto: Lukas Steinberger

Der Generationen-Gap ist besonders bei Technik groß. Jüngere Menschen wachsen mit modernen Handys und Smartphones auf. Ältere tun sich oft schwer damit und brauchen einfache Lösungen. emporia will mit dem neuen Smart.2 diese Lücke schließen. Ein modernes Smartphone, abgestimmt auf die Bedürfnisse älterer Menschen. Ein toller Ansatz, der beim ersten emporia-Modell bereits sehr gut funktioniert hat.

Design - Schick mit einer kleinen Tücke

Zuallererst steht natürlich das Design auf dem Prüfstand. Und das ist sehr gelungen. Das Gerät wirkt wertig verarbeitet, hat einen Metallrahmen und einen abnehmbaren Akkudeckel aus Plastik. Der Akku ist somit austauschbar - eine sehr gute Entscheidung. Leider ist die Abdeckung etwas fummelig und für ungeübte Hände nicht so leicht auseinanderzunehmen. Da müssen definitiv die Enkel ran - aber das müssen sie meist sowieso, also alles in Ordnung.

Eine Design-Entscheidung ist für mich allerdings nicht ganz nachvollziehbar. Das erste emporia Smart hatte einen physischen Home-Button, das neue Smart.2 hat nur mehr kapazitive Tasten. Ältere Semester in meinem familiären Umfeld wollen alle so ein modernes Smartphone, ABER mit physischem Home-Button a là Samsung oder Apple. Warum? Ganz leicht erklärt und psychologisch nachvollziehbar: der physische Button dient als "Fluchttaste". Wenn sie sich in den Wirren des Menüs verfransen, dann ist das für sie eine sehr leichte Art wieder von vorne anzufangen. Jetzt ist ein kapazitiver Button nichts Schlechtes, aber eben kein Knopf, den man drückt, sondern wieder was zum "Touchen".

Tipp an emporia: Sofern realisierbar ist der physische Button gerade bei solchen Produkten unschlagbar. Ansonsten passt das Smart.2 wirklich gut. Es sieht aus wie ein modernes Smartphone. Auf der Rückseite findet sich allerdings eine kleine Besonderheit - der Notruf-Button. Dieser kann programmiert werden und erlaubt auf Knopfdruck ein SOS an ausgewählte Nummern zu senden - wirklich sinnvoll. Wer den Button nicht sehen will, bekommt löblicherweise ein zweites Cover mit abgedecktem Button gratis mitgeliefert.

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Foto: Lukas Steinberger

Technik - flott mit kleinen Schwächen

Das Smart.2 kostet EUR 199,- und ist für diese Preisklasse sehr flott unterwegs, auch dank der eigens entwickelten Oberfläche von emporia. Die legt sich über Android 6, nicht mehr das modernste System, aber vom reinen Android merkt man erst etwas, wenn man in den Play Store eintaucht (der übrigens perfekt funktioniert). Es lassen sich somit fast alle Lieblings-Apps der Android-Welt besorgen, natürlich auch WhatsApp.

Die Bedienung ist wirklich einfach und intuitiv, leider leistet sich das Smart.2 beim Telefonieren einen Patzer. Die Lautstärke ist meiner Meinung nach zu gering, wenn man das Handy ans Ohr hält. Für mich als noch gut Hörenden total in Ordnung, aber wenn ich an meine älteren Familienangehörigen denke, die bereits ein Hörgerät tragen, dann - naja. Das sollte bei einem Senioren-Handy dann doch ein wichtiger Punkt sein. Der Lautsprecher wiederum ist laut und gibt auch Sprache klar wieder. Auch über das 5-Zoll Display lässt sich kein böses Wort verlieren. Als Speicher stehen 16 GB zur Verfügung, wer mehr braucht kann microSD-Karten mit bis zu 32 GB einsetzen. Dort speichert auch die 8-Megapixel Kamera ihre Fotos dann ab. Die sind vollkommen in Ordnung und für das schnelle WhatsApp-Foto mehr als ausreichend. Positiv ist die schnelle LTE-Anbindung und der mit 2.400 mAh ausreichend groß dimensionierte Akku. Der Empfang geht total in Ordnung. 

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Foto: Lukas Steinberger

Fazit - die Oma beglücken?

Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach: Mit dem Smart.2 bekommt man ein hervorragendes Gesamtpaket für die ältere Generation. Großes, bedienerfreundliches Display mit angepasster Software, flotte Arbeitsgeschwindigkeit und ausreichend Speicher. Dazu eine Kamera, mit der die ersten Ausflüge in die smarte Welt dokumentiert werden können. Die Schwächen wie der fehlende physische Button, der fummelige Akkudeckel und die zu geringe Lautstärke lassen sich umschiffen. Einerseits indem man die Großeltern fleißig am Handy schult. Wer das nicht möchte schickt sie am besten zu emporia, denn die machen das nämlich auch - in Kooperation mit A1 und Hartlauer. Ein ausführliches Handbuch zur Bedienung liegt übrigens auch bei!

Die Lautstärke lässt sich durch Software-Updates sicher beheben und der Akkudeckel sollte eben einfach vom Enkerl oder anderen geöffnet werden. Hinsichtlich seines Einsatzgebietes für Senioren und etwas ältere Semester bekommt das smarte emporia 7 von 10 Bewertungspunkten. Aber ganz ehrlich: Für mich als Heavy-Smartphone-User wäre es nichts, meiner Großtante oder den Eltern würde ich es aber ans Herz legen. Bis zum nächsten Mal.

Hinweis: Das Testgerät wurde mir von emporia zur Verfügung gestellt.

 

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben

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