Wie man mit Dankbarkeit mehr Freude in sein Leben bringt

Bitte sagen Sie öfters Danke! Dankbarkeit ist eines der stärksten Gefühle und wirkt sich ungemein positiv auf Geist und Körper aus. Zum Glück kann man mit etwas Übung dieses wunderbare Gefühl in seinem Leben verstärken.

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Dankbar sein und mehr Glück und Freude im Leben erfahren Foto: Tutye/iStock/Thinkstock

Die Sonne scheint, der Morgen ist klar und erfrischend, die Tauben stürzen sich wagemutig von den Dächern, fliegen galant über einen hinweg – und schon landet ein dicker, fetter Taubenschiss auf dem Kopf. Na super! Man konzentriert sich nur noch darauf, sein Haar wieder halbwegs geruchsneutral und bürotauglich zu frisieren, schimpft und flucht leise vor sich hin und stapft missmutig seines Weges. Vergessen ist die Sonne, das Licht, der Zauber dieses Tages.

Diese Situation kann man leider auf das gesamte Leben ausweiten: Passiert uns an einem wundervollen Tag in einem erfüllten Leben etwas Schlechtes, ist plötzlich alles nur noch beschissen. Schuld daran haben meist die anderen – die Tauben sowieso immer! Wie schade … Würde man aufhören, sich so auf das Negative zu konzentrieren, seine Augen weit öffnen und die Sonnenstrahlen einlassen, wäre man für so vieles in seinem Leben dankbar – und automatisch glücklicher und gesünder! Was macht da schon das bisschen Taubendreck?

Dankbarkeit macht gesund

Mehr Gesundheit, mehr Freude, mehr Glück – wer wünscht sich das nicht? Die gute Nachricht: Kann man alles ganz leicht haben. Und zwar einfach, indem man dankbar ist, für das, was man hat. Das muss gar nicht viel sein, ein dickes Auto braucht es dafür sicher nicht. Denn Dankbarkeit zeigt sich auch in kleinen Dingen: der Duft des Frühlings, der Geschmack einer Speise, ein Lachen mit Freunden, ein geliebter Mensch an seiner Seite – all diese Dinge sind kein bisschen selbstverständlich, sondern ein Geschenk, und wenn man so etwas Tolles vom Leben bekommt, sollte man sich auch dafür bedanken! In Studien konnte gezeigt werden, dass sich Dankbarkeit auch auf die körperliche Gesundheit auswirkt. Wurden die Probanden dazu angehalten, jeden Tag aufzuschreiben, wofür sie dankbar sind, verringerten sich Kopf- und Bauchschmerzen, der Schlaf wurde erholsamer und die Studienteilnehmer waren insgesamt sehr viel aktiver und fitter. 

Auch eine Studie mit Herzpatienten ergab, dass die körperliche Verfassung durch Dankbarkeit massiv verbessert wird. Grund dafür könnte die Aktivierung des Vagusnervs im Körper sein, der Stress reduzierend wirkt. Auch zu hoher Blutdruck kann mit einem kleinen Danke gesenkt werden. 

Depressionen? Nein danke!

Ängste, Sorgen und depressive Verstimmungen belasten. Wer mehr Dankbarkeit in sein Leben integriert, kann mit diesen Emotionen besser und souveräner umgehen. Depressionen können so verhindert oder abgeschwächt werden. Denn gleichzeitig dankbar und unglücklich sein, das geht nicht. Das Selbstwertgefühl steigt und destruktive Verhaltensweisen nehmen ab – schließlich ist man ja dankbar und feiert das Leben! Somit kommen auch Suchtkrankheiten bei dankbaren Menschen seltener vor (außer jemand ist vielleicht sehr sehr dankbar für das nächste Glas Wein …).

Mehr Optimismus und Motivation

Dankbarkeit macht optimistisch – schließlich hat einem das Leben bereits so viel gegeben, da kann ja nur weiterhin Gutes nachkommen. Das schenkt ein tiefes Gefühl von Sicherheit und Zufriedenheit und beflügelt auch die eigene Motivation. Manch einer mag jetzt vielleicht zweifeln und sich denken: "Ich bin unglücklich, wofür soll ich schon dankbar sein?" Dabei geht Dankbarkeit genau den umgekehrten Weg: Wer dankbar ist, wird unweigerlich glücklich.

Danke Schatz!

Positives Denken ist nicht dasselbe wie Dankbarkeit. Denn Dankbarkeit bezieht sich immer auf externe Umstände und Menschen und hat somit einen sehr sozialen und verbindenden Charakter. Studien zeigten, dass Dankbarkeit in einer Partnerschaft  die beste Grundlage dafür ist, dass die Beziehung lange hält. Wer sich jeden Tag bewusst macht, was er Gutes für seinen Partner gemacht hat und was der Partner wiederum Gutes für einen selbst getan hat, wird sich sehr viel verbundener mit diesem Menschen fühlen. Und wer sich in Dankbarkeit übt, konzentriert sich in der Beziehung automatisch auf die positiven Aspekte, anstatt gleich alles schwarzzusehen. Diese Haltung führt zu einer Leichtigkeit und Freude in der Beziehung, für die man ganz automatisch dankbar ist – Dankbarkeit ist also eine Aufwärtsspirale, die sich immer weiter nach oben dreht. Wer dankbar ist, kann nur gewinnen und immer mehr bekommen. Doch was tun, wenn man im Alltag einfach von negativen Gefühlen überrollt wird und sich ihnen schutzlos ausgeliefert fühlt?

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Gemeinsam tiefe Freude und Verbundenheit erfahren Foto: VidorHsu/iStock/Thinkstock

Dankbarkeit kann man lernen

Üben, üben, üben! Dankbarkeit fällt nicht einfach so vom Himmel (für Sachen, die vom Himmel fallen, sind schließlich die Tauben zuständig), sondern muss bewusst trainiert werden. Dafür sollte man sich täglich Zeit nehmen und sich die Dinge notieren, für die man an diesem Tag dankbar war. War es der frische Duft vom Bäcker heut Morgen? Der freundliche Friseur, dank dem die Frisur nun schicker aussieht als je zuvor? Der Freund, der einem eine Umarmung schenkte? Die beste Freundin, die immer ein offenes Ohr für einen hat? Egal was – schreiben Sie es auf, schätzen Sie es und fühlen Sie diese prickelnde Freude, die plötzlich den ganzen Körper durchströmt. 

Die 5 Finger-Methode

Wer ungern zu Stift und Papier greift, der kann diese Methode von Psychologin Dr. Martindale ausprobieren. Dabei steht jeder Finger der Hand für einen bestimmten Gedanken. Zählen Sie einfach Ihre Finger durch und lassen Sie die jeweiligen Fragen auf sich wirken: 

  • Kleiner Finger: Für was bin ich dankbar in meinem Leben?
  • Ringfinger: Wen liebe ich von ganzem Herzen?
  • Mittelfinger: Wem könnte ich heute eine Freude bereiten?
  • Zeigefinger: Was gibt es Schönes in der Natur zu entdecken, das mich begeistern kann?
  • Daumen: Auf welche meiner Stärken und Talente bin ich stolz? 

Diese Methode ist jederzeit durchführbar und motiviert dazu, die Freude, die die eigene Dankbarkeit mit sich bringt, weitergeben zu wollen. Wer selbstlos mit anderen Menschen teilt, gewinnt. Also: Nehmen Sie jemanden an die Hand und freuen Sie sich gemeinsam!