Wer ist glücklicher: Veganer oder Fleischesser?

Fleischesser echauffieren sich gerne über Veganer, die oft als überkorrekt und freudlos betrachtet werden, Veganer hingegen können die Ignoranz der Fleischesser nicht nachvollziehen. „Leben und leben lassen“ scheint in der Ernährungsfrage nicht möglich.

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Wer ist glücklicher? Foto: Bobex-73/iStock/Thinkstock

Fast jeder Mensch, der sich bewusst und ausgewogen zu ernähren beabsichtigt, hat sich schon einmal gefragt, welche Kost gesünder ist. Während Veganer nicht nur auf das Leben der Tiere achten, verzichten sie unter anderem auch auf tierisches Fett, das in Überschuss zu Übergewicht und schweren Folgeerkrankungen führen kann. Karnivore hingegen sind überzeugt, dass Menschen die in Fleisch enthaltenen Inhaltsstoffe für ihre ganzheitliche Gesundheit schlichtweg brauchen. Der Mensch ist eben als Fleischesser geboren. Jeder meint, seine Betrachtungsweise ist die richtige. Glauben heißt aber nicht wissen, daher kommt nun die Wissenschaft ins Spiel.

Negativer Zusammenhang ermittelt

Erst haben Grazer Wissenschaftler herausgefunden, dass Vegetarier doppelt so häufig an Angststörungen oder Depressionen leiden als Fleischesser. Ähnliche Ergebnisse gehen aus einer Studie (GHS) hervor, die von Forschern mehrerer deutscher Universitäten geführt wurde. Vegane Probanden wiesen eine um 15 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit auf, einer Depression zu haben.

Glückshormon ist Mangelware

Unlängst haben die Studienergebnisse der Bristol University diesen Zusammenhang erneut untermauert. Forscher haben 10.000 männliche Probanden zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. 350 Teilnehmer haben sich als Vegetarier oder Veganer klassifiziert. Resultat: Verhältnismäßig leiden jene Probanden, die auf Fleisch oder tierische Produkte verzichten, eher an einer Depression. Grund: Ein erheblicher Vitamin-B12-Mangel, der in Folge die Produktion des Glückshormons Serotonin dämmt. Wer sich außerdem ausschließlich von Gemüse und Soja-Produkten ernährt, weist einen erhöhten Blutspiegelwert von Phystoöstrogenen auf, der ebenfalls eine Depression begünstigen kann.

Glück beginnt im Kopf

Natürlich gibt es zu jeder Studie aber auch eine Gegenstudie. Laut einer Untersuchung, die im „Nutritional Journal“ veröffentlicht wurde, sind Vegetarier glücklicher und weisen ein geringeres Stresslevel auf, da sie weniger Arachidonsäuren aufweisen, die im Fleisch von Getreide-gefütterten Tieren vorkommen. Wie wir es also auch drehen und wenden: am Ende entscheidet (zumindest zu einem gewissen Teil? auch der Kopf über unser Allgemeinwohl. Wer grundsätzlich glücklich mit seiner ausgewogenene Ernährung ist - die Gründe mögen unterschiedlich sein - wird sich tendenziell generell gesünder fühlen.