Testfahrt Citroën Berlingo: Ein Cactus in Kastenform

Wer kann schon einen Ausflug nach Paris ablehnen? Wir auf jeden Fall nicht, durften wir dort doch den nagelneuen Citroën Berlingo ausführlich testen. Die Eindrücke zur mittlerweile dritten Generation des Hochdachkombis der Franzosen gibt es hier...

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Foto: Weekend Magazin/Steinberger
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Bevor wir uns dem Auto widmen, eine kleine Anekdote von der Reise: Sitzen fünf österreichische Motorjournalisten und ein Pressesprecher von Citroën an einem lauen Sommerabend nahe Paris am Tisch und unterhalten sich über den neuen Berlingo. Auf einmal kommt die Frage: „Was heißt denn ,Berlingo' eigentlich?“ Kurzes, betretenes Schweigen. Dank einer Kollegin kam dann aber die erhellende Antwort: Kutsche! Vom französischen Wort Berlingot, welches sich wiederum von der Berline (also der Limousine) ableitet.

Platz ohne Ende

Der neue Berlingo wird dem derzeitigen Markenimage von Citroën untergeordnet und erhält das markante Markengesicht (bisher bekannt von C3, Cactus und Co.). Ebenso neu sind die Airbumps an der Seite der „Familienkutsche“. Von vorne ist der Berlingo also nicht mehr so leicht zu differenzieren. Erst wer sich dem Auto seitlich oder von hinten nähert, sieht sofort den Unterschied. Das Heck sieht dem alten Berlingo nämlich zum Verwechseln ähnlich. Der Grund: Citroën bedient sich eines Tricks, um die Ladebreite des neuen Berlingo zu gewährleisten. Die Front basiert auf der neuen EMP2-Plattform des PSA-Konzerns, das Heck jedoch auf der alten Plattform, welche eine besonders breite Lademöglichkeit bietet.

775 Liter schluckt der Kofferraum der M-Version (4,4 Meter Länge). Erstmals bietet Citroen auch eine XL-Version an, die rund 35 cm länger ist und 1.050 Liter Kofferraumvolumen bietet. Beide Versionen sind als Fünf- oder Siebensitzer zu haben. Weiters haben die Ingenieure der Franzosen insgesamt 28 Ablagen integriert, die bis zu 186 Liter zusätzlich schlucken. Eine neue Variante für Ostern und das beliebte Versteckspiel: Die Kinder finden sicher nie alles! 

Technik – modern und sicher!

Dank EMP2 Plattform (zumindest im Vorderteil) lassen sich insgesamt 19 Assistenzsysteme für die Familienkutsche ordern. Von „A“ wie Adaptiver Tempomat bis „S“ wie Spurhalteassistent ist fast alles mit dabei. Neu in dem Segment ist ein Head-Up-Display für alle relevante Infos auf Augenhöhe. Dazu gesellt sich im Innenraum ein 8-Zoll-Display mit modernem Infotainment. Bei den Motoren hat der Kunde die Wahl aus einem 1,2-Liter-Puretech-Benziner mit 110 oder 130 PS sowie einem 1,5-Liter-BlueHDi-Diesel mit 75, 100 oder 130 Pferdestärken. Für den stärksten Diesel ist außerdem eine EAT8 Wandlerautomatik bestellbar. Natürlich hat uns Citroën dieses Modell mit XTR-Paket hingestellt und wir durften dem neuen Berlingo auf den Zahn fühlen.

Fahreigenschaften – sanft und luftig!

An Tag eins unseres Tests nahmen wir im Berlingo mit 130 Diesel-PS und Achtgang-Automatik Platz. Das Raumgefühl im Cockpit ist hervorragend und wird durch die Panoramascheibe über dem Kopf zusätzlich verbessert. Der Arbeitsplatz des Fahrers ist aufgeräumt und klar strukturiert. Einzig das Drehrad für die Automatik auf der Mittelkonsole ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ansonsten schaltet die Wandlerautomatik butterweich und dank der 130 Pferde unter der Haube geht es auch gut voran. Der Verbrauch lässt sich auf der von uns gefahrenen Route von knapp 122 Kilometern nicht beurteilen, Normverbrauchsdaten liegen ab Werk noch nicht vor. Die Federung des Berlingo ist Citroen-typisch sanft und komfortabel.

Die Assistenten halten sich vornehm im Hintergrund. Einzig der Spurhalteassistent greift mit sanften Lenkbewegungen ein – wer das nicht möchte, kann ihn abschalten. Für seine Fahrzeugklasse gehen die Fahrleistungen total in Ordnung: Der Berlingo ist eben eher Lastenpferd als Sportgaul. Dank des luftigen Gefühls im Cockpit und den Citroën-Advanced-Komfort Sitzen kommt ein wenig Wohnzimmer-Feeling auf – richtig gemütlich. An Tag zwei nahmen wir den 110-PS-Benziner mit manueller Schaltung. Das sanfte Schnurren des Dreizylinder-Motors wird nur durch die Schaltvorgänge kurz unterbrochen. Leider auch Citroën-typisch ist die etwas hackelige Schaltung. Eine Automatik passt zum sanften Wesen des Berlingo einfach besser, diese ist derzeit leider nur beim 130 PS starken Diesel erhältlich. Der stärkste Benziner bekommt die Option erst Mitte 2019.

Fazit

Zwei Tage mit dem Berlingo durch pittoreske Vororte von Paris, vorbei an barocken Schlössern des Hofstaates von Sonnenkönig Ludwig XIV., durch ausgedehnte Wälder mit viel Wildwechsel haben eines gezeigt: Der Berlingo ist für alle, die viel Platz brauchen und es gerne gemütlich haben. Sei es für Familien oder kinderlose Paare die ihr Sportgerät transportieren wollen. Nach oben, zur Seite und nach hinten ist in diesem Auto überall genug Raum für Alles vorhanden. Dazu gibt es ordentliche Motoren sowie gute und moderne Ausstattung und den aktuellen Citroën Markenlook. Der neue Berlingo erscheint bei uns im Oktober 2018 zu einem Einstiegspreis von knapp über 20.000 Euro.

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