Der Herr Professor wird 30: Citroen XM

„Suche hochgebildeten Individualisten mit Sinn für Kunst, der gerne über den Dingen schwebt“, wer eine solche Anzeige bei Singlebörsen aufgibt, gerät mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit an einen XM-Besitzer. Vor 30 Jahren wurde der XM vorgestellt, der erste Serienwagen mit elektronisch geregeltem Fahrwerk, und die PSA Nobeltochter DS könnte schon bald einen würdigen Nachfolger für CX, XM oder C6 auf den Markt bringen, den DS8.

2162964-minvr7mgx5-whr.jpg
Foto: Hersteller
2162952-4uvemc47co-whr.jpg
Foto: Hersteller
2162967-3lxv6yp4yg-whr.jpg
Foto: Hersteller
2162955-6wsemwilmf-whr.jpg
Foto: Hersteller
2162970-aiotghtbjd-whr.jpg
Foto: Hersteller
2162931-l07u62f9pe-whr.jpg
Foto: Hersteller
2162937-fs884exfa4-whr.jpg
Foto: Hersteller
Citroen-Plug-in-Hybrid-Divine-DS-Concept.jpg
Foto: Hersteller

Als er 1989 auf die Straßen rollte, waren die ersten XM-Fahrer wohl Philosophieprofessoren, Galeriebesitzer, Sterneköche oder Literaturkritiker. Menschen mit Sinn fürs Schöngeistige, kunstbeflissene Individualisten und entschleunigte Intellektuelle. Und das sahen nicht nur einige Auserwählte so. 1990 wurde der XM „Auto des Jahres“ und sogar die in Mobilitätsfragen stets patriotisch wählenden Deutschen erwiesen dem XM ihre Ehrerbietung und kürten ihn zum „besten Importwagen seiner Klasse“. Kein Wunder, dass am außergewöhnlichen Keildesign Bertone seine Finger im Spiel hatte. Eine Karosserie, die nicht nur ästhetisch herausstach, sondern mit bisherigen Konventionen brach. Der XM war vorne breiter als hinten und wirkte damit frontseitig wuchtiger. Im Kontrast dazu steht das eher zierliche Heck. Doch nicht nur äußerlich bestach der XM mit jeder Menge Innovation. Der XM war auch technisch seiner Zeit voraus. Er war der erste Serienwagen der Welt mit einem elektronisch geregelten Fahrwerk, zusätzlich dazu sorgte die legendäre Hydropneumatik, die schon bei DS, GS und CX für Schwebekomfort stand ein nie dagewesenes Komforterlebnis.

Youngtimerszene lässt Preise steigen. Mittlerweile hat sich der XM schon längst in der Youngtimerszene etabliert, und das zeigt sich an steigenden Preisen. Erst kürzlich sorgte ein wunderschönes Exemplar eines V6 Exclusive, Baujahr 2000, für Aufsehen. Bei einer Auktion wurde der XM auf 4.000 bis 6.000 Euro geschätzt, doch es kam zu einer wahren Bieterschlacht. Der Zuschlag wurde erst bei 33.600 Euro erteilt. Ein klarer Indikator für den Kultstatus eines Autos und sein Wertsteigerungspotenzial. Wer also seinen hohen Bildungsgrad mit einem Automobil repräsentieren möchte, sollte schnell zugreifen. Auch der Nachfolger des XM, der C6, steigt bereits kräftig. Und für alle die nun in Nostalgie schweben, sei ins Stammbuch geschrieben, dass die große Geschichte der Oberklassefranzosen voraussichtlich weitergeschrieben wird. Mittlerweile subsummiert Citroen ja seine Nobelambitionen unter der Marke DS und DS plant schon bald „Großes“. Der DS8 könnte ebenso extravagant daherkommen, wie sein Großvater XM.

Mehr zum Thema: