Kamin und Ofen: Immer cooler, immer besser

Ein Kamin, der durchs Zimmer rollt oder von der Decke hängt - in Sachen Design und Technik sind offene Feuerstellen heute weit entfernt vom "primitiven" Lagerfeuer-Style.

Kamin Einrichtung Haus
Behaglicher Blickfang: Kamine und Feuerstellen Foto: IPGGutenbergUKLtd/iStock/Thinkstock

Der griechischen Sage nach brachte Prometheus den Menschen das Feuer und damit Licht, Wärme, Gemütlichkeit - daher wundert es nicht, dass die offene Feuerstelle seit jeher Zentrum des häuslichen Lebens war. Ein prasselndes Feuer ist auch heute noch ein Wunsch vieler Häuslbauer. Allerdings birgt das offene, ungeschützte Feuer im Wohnraum Gefahren, selbst die EU beschäftigt sich damit: "Auf EU-Ebene werden seit Jahren Verhandlungen über ein Verbot von offenen Feuerstellen in Wohnräumen geführt. Ob es wirklich kommt ist aber nicht sicher", erklärt Thomas Schiffert, Leiter des Österreichischen Kachelofenverbandes. Der Experte sieht ein offenes Feuer in Wohnräumen generell für wenig sinnvoll: "Offene Kamine dienen primär der Atmosphäre. Für die Raumwärme ist es nicht stark genug." Doch es gibt trendige Alternativen für offene Feuer, die auch sicher sind. 

Wärme de luxe 

Der gute alte Kachelofen etwa liegt voll im Trend, besonders mit Sichtfenster: "Laut Umfrage gilt der Kachelofen für 62 Prozent der österreichischen Häuslbauer als "In"-Produkt, Tendenz steigend. Mehr als die Hälfte der neuen Kachelöfen werden heute mit Sichtfenster gebaut", betont Schiffert. Einer der größten Vorzüge des Kachelofens ist die Befeuerung mit erneuerbaren Rohstoffen, also Holz oder Pellets: "Damit trägt er zum einen zu einer ökologischen Lebensweise bei, zum anderen macht er Haushalte unabhängig von steigenden Erdöl- und Strompreisen - damit auch von wirtschaftlichen und politischen Krisen", erklärt Schiffert. Ein weiteres großes Plus ist sein angenehmes und lang anhaltendes Wärmeempfinden - einmal angefeuert, strahlt er bis zu zwölf Stunden Wärme aus. Nicht zuletzt ist er an Individualität kaum zu übertreffen: Form, Größe sowie Art und Farbe der Kacheln können individuell gewählt werden. Und natürlich hat sich auch in Sachen Technik und Komfort einiges getan: Nahezu alle Kachelöfen werden heute mit einer Abbrandautomatik gebaut, die bei Erreichen einer optimalen Temperatur die Zuluft automatisch absperrt. Und wer sich auch das Anheizen ersparen möchte, setzt auf automatische Zündung: Über Internet, Mobiltelefon oder eine Bedienkonsole kann der Ofen auf Knopfdruck entzündet werden. 

Stählerne Designs 

Ebenfalls mit Holz wird der klassische Kaminofen aus Stahl angefeuert. Das kleine Guckloch von früher wird heute durch große Glasflächen ersetzt. Auch hat er schon längst seinen angestammten Platz in den Ecken des Raums verlassen und zeigt sich heute mitten an der Wand, als Raumteiler, bis zu 90 Grad drehbar oder gar als hängendes Einrichtungselement. Einen praktischen "Nebeneffekt" bieten Kaminöfen mit Grillfunktion, auf denen saftige Bratäpfel oder knusprige Kastanien zubereitet werden können.

Tragbares Feuer 

Selbst wenn kein Schornstein das Haus ziert muss nicht auf den wohligen Effekt eines offenen Feuers verzichtet werden. Bioethanol ist hier eines der Zauberwörter, bei dessen Verbrennung weder Rauch noch Ruß entstehen - der Kamin kommt als ohne Abzug aus. "Allerdings erhöht sich der Kohlenstoffdioxidanteil in der Luft. Die Räume sollten groß und gut belüftet sein", warnt Schiffert. Dafür aber gibt es diese Deko-Kamine in unzähligen Designs, Größen und Ausführungen - und sie können überall in der Wohnung platziert werde. Bioethanol-Kamine sind aber vor allem dekorative Einrichtungselemente - richtige Wärme geben sie nicht ab.