Grüne Untermieter: Die Pflege Ihrer Topfplanzen

Ob im Büro, Schlafzimmer oder Stiegenhaus: Zimmerpflanzen sind relativ günstige Deko-Elemente, die außerdem das Raumklima verbessern. Wir sagen Ihnen, wie Sie lange ­etwas von Ihren Pflanzen haben – auch ohne grünen Daumen.

Frau mit Zimmerpflanze - Cover
Pflanzen beleben nicht nur Räume, sondern erfreuen auch die Seele Foto: Corbis

Wie es fanatische Katzenfrauen und exzentrische Hundehalter gibt, trifft man manchmal auf leidenschaftliche Pflanzenliebhaber. In ihre dschungelar­tigen Wohnungen dringt nur diffuses Licht. Der Pflanzen-Freak spricht mit seinen Schützlingen, kocht das Gießwasser ab und verreist nur ungern, denn dann muss er die Kontrolle über seine Lieblinge abgeben. Gesundheitlich spricht vieles für Zimmerpflanzen: Sie sorgen für Luftfeuchtigkeit, liefern Sauerstoff, binden Feinstaub und filtern Schadstoffe aus der Raumluft. Doch es muss ja nicht gleich eine „grüne Hölle“ sein. Heute dienen eher einzelne Pflanzen als Hingucker, entweder aufgrund ihrer imposanten Größe (Palme, Gummibaum), ihrer Exotik (Bonsai, Orchidee) oder Gestalt (Sukkulenten, Kakteen). Damit es Ihren ­grünen Mitbewohnern an nichts fehlt, sollten Sie unsere Tipps beherzigen.

Welcher Standort ist gut für meine Pflanze?

Farne, Orchideen und Zyperngras fühlen sich in einem hellen Bad wohl. Viel Licht – aber nicht direkte Sonne – lieben Ficus, Palme oder Asparagus. Agave, Kaktus und Euphorbie können auch in der Sonne stehen. In jeder Umgebung zufrieden: der anspruchslose Bogenhanf (auch Schwiegermutterzunge, ganz oben im Bild) sowie die Grünlilie. Tipp: Auf www.zimmerpflanzenlexikon.info gibt es eine Suchfunktion nach geeigneten Pflanzen für bestimmte Standorte, z. B. „wenig Licht, normale Temperatur, trockene Luft.“

Muss Düngen wirklich sein?

Nicht das ganze Jahr über. Typischerweise düngt man, nach einer Vegetationspause im Winter, ab dem Frühjahr. Stehen Zimmerpflanzen gerade in Blüte (Gliederkaktus, Clivie) benötigen sie alle 10 bis 14 Tage zusätzliche Nähr­stoffe mittels Flüssigdünger oder Stäbchen – auch im Winter. Wer seinen Pflanzen regelmäßig etwas Gutes tun möchte, sollte sich seinen Biomüll ­genauer anschauen. Zerkleinerte Eierschalen spenden, z. B. Kalk. Der nährstoffreiche Sud vom Kartoffelkochen, schwarzer Tee (lockert die Erde auf) sowie Kaffeesatz (enthält Kalium, Stickstoff und Phosphor) sind ebenfalls prima Biodünger.

Kampf den Schädlingen, aber wie?

Blattläuse sind etwa 2 mm groß und orange, grün oder schwarz. Diese Tierchen kann man meist einfach unter der Dusche abbrausen. Überleben Schädlinge die Prozedur, hilft eine Lösung aus 30 ml Schmierseife und 30 ml Spiritus pro Liter Wasser. Damit die Pflanze von oben bis unten einsprühen, eventuell nach einigen Tagen wiederholen.

Charakteristisch für die Spinnmilbe sind silbrig verfärbte Blätter und weißer, spinnwebähnlicher Befall. Tritt dieser auf, sollte sofort gehandelt werden. Maßnahmen zunächst wie bei Blattläusen (abduschen, mit Lösung einsprühen). Danach muss man die Pflanze unbedingt sechs Wochen einmal wöchentlich mit einem Spinnmilben-Mittel behandeln, um auch Larven und Eier abzutöten.

Zimmerpflanzen umtopfen
Frischkur für Pflanzen: Umtopfen wirkt manchmal Wunder Foto: Corbis

Warum muss man Pflanzen umtopfen?

Weil die Wurzeln immer mehr Platz im Topf beanspruchen und die Erde irgendwann ­verbraucht ist. Deshalb sollte man Pflanzen ca. einmal pro Jahr in ein etwas größeres ­Gefäß „übersiedeln“. Ist die maximal gewünschte Größe erreicht (Stichwort: Fächerpalme in Zwei-Zimmer-Wohnung!), wechselt man nur die Erde und nicht mehr den Topf aus. Tipp: Sind Wurzeln und Gefäß schon stark miteinander verwachsen, lieber den Topf zerschlagen bzw. zerschneiden als die Wurzeln beschädigen.

Hilfe, das Wasser fließt unten wieder raus!

Der Grund ist ausgetrocknete und verdich­tete Erde. Erste Hilfe: Mit einer Gabel erst die Erde etwas auflockern. Dann den Topf in einen Eimer mit handwarmem Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr auftauchen und der Topf nicht mehr schwimmt, sondern nach ­unten sinkt. Danach gut abtropfen lassen.

 

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Weekend Cover Nr. 7/2015
Foto: SVETA ORLOVA/ISTOCK/THINKSTOCK

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