Brandschutz: Darauf muss man beim Hausbau achten

Durch Brandschutzmaßnahmen soll die Ausbreitung eines Feuers verhindert werden, damit sich in dieser Zeit die Bewohner in Sicherheit begeben können. Beim Hausbau ein wichtiges Thema, das nicht außer Acht gelassen werden darf.

Brandschutz beim Hausbau
Brandschutz fürs eigene Haus Foto: vsurkov/iStock/Thinkstock

Baulicher Brandschutz

Das Ziel des baulichen Brandschutzes ist es, der Übertragung von Feuer und Rauch im Brandfall durch geeignete bauliche Maßnahmen vorzubeugen. Die Ausbreitung des Feuers soll so eingedämmt werden und die statischen Eigenschaften von Bauteile sollen für einen festgelegten Zeitraum sichergestellt werden.

Das Risiko von Baustoffen und Bauteilen während eines Brandes besteht darin, dass die Tragfähigkeit und der Zusammenhalt infolge der raschen Erwärmung verloren gehen. In den Bauverordnungen finden sich Bezeichungen wie feuerbeständig und feuerhemmend, die in der Tabelle erklärt werden.

Brandwider-standsklasse  Brandwider-standsdauer bautech. Bezeichung laut Gesetz bandschut-techn. Bezeichung
F 30 30 Minuten feuerhemmend brandhemmend
F 60 60 Minuten hochfeuerhemmend hochbrandhemmend
F 90 90 Minuten hemmend feuerbeständig brandbeständig
F 180 180 Minuten hochfeuerbeständig hochbrandbeständig

 

Baustoffklassen

Es gibt genaue Begriffsbestimmungen und Prüfmethoden der Baustoffklassen, die in der ÖNORM B 3800 festgelegt sind. Dort wird das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen genauestens erklärt. Nicht brennbare und brennbare Baustoffe werden in Klassen abgestuft.

Klasse Eigenschaft Baustoffe
A nicht brennbar

Naturstein, Beton, Ziegel, Sand, Perlite

Glas, Gips, Kalk, Lehm, Stahl, Aluminium

B brennbar

Eichenholz ab 1,5 cm

Gipskartonplatten (wenn es nicht A ist)

Holzwolleleichtbauplatten ab 2,5 cm

B1

schwer

brennbar

Polyvinylchlorid (PVC) ab 1mm dick

Melamin- und Phenolharz-Hartschaum

Flammgeschütze Holz- und Holzwerkstoffe

Holzbauteile und Holzwerkstoffe ab 2 mm

Polyethylen, Polypropylen ab 1 mm

B2

normal

brennbar

Gfk-Polyesterharz ab 1 mm und ab 30% Glas

Schichtpressstoffplatten ab 0,8 mm

Genormte Dachpappen

B3 leicht brennbar Holzbauteile und Holzwerkstoffe mit einer Dicke

 

Mindestanforderungen

Für Wohngebäude sind die Brandschutzvorschriften in der Bauordnung speziell geregelt. Es gibt aber ein paar Mindestanforderungen, die eingehalten werden müssen.

Zwei Mindestanfoderungen sind:

  • Tragende Wände, Pfeiler, Stützen, Decken der Geschosse und Hauptstiegenhäuser müssen hochfeuerhemmend (F60) sein.
  • Nichttragende Außenwände und nichttragende Teilflächen tragender Außenwände sollen aus nichtbrennbarem Baustoff oder mindestens aus brandhemmenden Baustoffen bestehen.

Heimrauchmelder

Rauchgasvergiftungen sind die häufigsten Todesursachen bei Wohnungs- oder Hausbränden, besonders in der Nacht. Während dem Schlafen ist auch der Geruchssinn im Ruhemodus und wird durch den Geruch von giftigen Rauchgase nicht geweckt.

Rauchmelder messen die Konzentration der Rauchpartikel in der Luft. Bei einer bestimmten Dichte wird ein pulsierender Alarm von mindestens 85 dB (lauter als ein Staubsauger) ausgelöst. Die Batterien müssen alle ein bis zwei Jahre gewechselt werden. Bei schwacher Batterie macht sich aber der Heimrauchmelder durch ein Piepsen bemerkbar.

Idealweise sollten Rauchmelder im Schlafzimmer, vor der Schlafzimmertür, im Kinderzimmer, Wohnzimmer, Keller und in Fluren montiert werden. Koch- und Badebereich sollten ausgelasen werden, da durch die Wasserdämpfe ein Falschalarm ausgelöst werden kann. Heimrauchmelder sollten miteinander vernetzt sein, um im Falle eines Hausbrandes schneller fliehen zu können.

Rauchmelder für daheim
Heimrauchmelder warnen vor, wenn eine Rauchgasvergiftungsgefahr besteht Foto: Wavebreakmedia/iStock/Thinkstock

 

Tipps zur Brandvermeidung

Hausbrände passieren leider viel zu oft durch Kleinigkeiten und Fahrlässigkeit, die leicht vermeidbar gewesen wären. Wenn Sie diese kleinen Tipps beherzigen, sind Sie vor einem Hausbrand optimal geschützt.

  • Elektronische Geräte regelmäßig überprüfen - alte und defekte Geräte sollten sachgerecht entfernt werden
  • Im Keller sollten nur im geringen Maße brennbare Materialien (Lacke, Farbe, Spraydosen) gelagert werden
  • Offene Feuer (Kerzen) und eingeschaltene, brennbare Gegenstände (Bügeleisen) nie unbeaufsichtigt lassen
  • Auch schwerzugängliche Stellen sollten regelmäßig von Staub befreit werden (hinter dem Fernseher)
  • Rauchfang sollte regelmäßig von einem Fachmann gekehrt und inspiziert werden
  • Elektroinstallationen sollten von einem zertifizierten Elektrounternehmen durchgeführt werden
  • Einmal im Jahr sollte der Fehlerstromschutzschalter (FI) mit der Taste "Test" am Sicherungsautomaten getestet werden
  • Brennbare Gegenstände sollten von Wärmequellen ferngehalten werden (Geschirrtuch und Herd)
  • Ersticken Sie Flammen durch Aufsetzen eines Topfdeckels! Niemals brennendes Fett oder Öl mit Wasser löschen - eine Fettexplosion ist die Folge

 

Fazit

Während der Hausplanung muss auf Brandschutz geachtet werden, vor allem auf gesetzliche Bestimmungen. Doch tagtäglich kann man sich mit diesen einfachen Maßnahmen vor einem Brand in den eigenen vier Wänden schützen.

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