Was man in Sachen Achtsamkeit von Kindern lernen kann

Achtsamkeit ist ein Mega-Trend und immer mehr Menschen erkennen das Potenzial zur Stressreduktion und Gesundheitsförderung. Dennoch scheitert es oft an der Umsetzung im Alltag. Dabei ist uns die Fähigkeit zur Achtsamkeit in die Wiege gelegt, sie wird nur im Laufe der Jahre überlagert. Wir verraten, wie man mithilfe seiner Kinder die eigene Achtsamkeit wieder „hervorkramt”.

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Foto: Eleonora_os/iStock/Thinkstock

Wenn ein Kind Freude am Sandspielen gefunden hat, ist es schwer davon abzubringen. Wenn ein Kind keinen Hunger hat, kann man es kaum zum Essen begeistern. Kinder tun instinktiv das, worauf sie gerade Lust haben und sind ganz auf das momentane Geschehen fokussiert. Sie sind achtsam. Im Laufe der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen wird diese natürliche Achtsamkeit allzu oft von einem Zuviel an vorausschauendem Denken, Wertungen und anderen Gedanken überlagert.

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Erziehungsexpertin Martina Leibovici-Mühlberger erklärt: „Es ist von Natur aus so, dass der Mensch eine gewisse Gemütlichkeit und Langsamkeit braucht, um etwas wirklich erleben zu können. Man sollte daher in der Familie Situationen schaffen, in denen bewusst das Erleben des Moments gefördert wird. Erlebnisse in der Natur sind eine sehr gute Möglichkeit dazu oder gemeinsames Kochen.”

Wie findet man wieder zu mehr Achtsamkeit zurück?

Kinder nehmen den Augenblick bewusst wahr, sind fokussiert und können genießen. Aber auch für Erwachsene finden sich zahlreiche Möglichkeiten Achtsamkeit im Alltag zu trainieren. Egal ob beim Duschen, Autofahren oder Kochen - Ziel ist es, sich bewusst auf die Tätigkeit zu konzentrieren, ohne dabei die Gedanken abschweifen zu lassen oder zu urteilen. „In Wartesituationen kann es hilfreich sein, bewusst den eigenen Atem wahrzunehmen und sich darauf zu konzentrieren”, so Achtsamkeitstrainer Harald Pachner. Im GESU-Institut bietet er für Interessierte eine Ausbildung zum Entspannungs- und Achtsamkeitstrainer an.

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Warum geht die Achtsamkeit mit dem Erwachsenwerden verloren?

Die Erziehungsexpertin erklärt: „Bei einem Kleinkind funktioniert der Frontallappen noch nicht, das heißt das Kind kann auch keine Konsequenzen abschätzen oder planen. Es bleibt ihm gewissermaßen gar nichts anderes übrig, als im Moment zu leben.” Mit der Zeit lernen wir schön langsam in moralischen Kategorien zu denken und das vorausschauende Denken wird zur Regel. „Später dann geht man durch eine wunderschöne Landschaft und denkt dabei ans Büro”, so Leibovici-Mühlberger.

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