Hier besser nicht Urlaub machen: Top 10 der giftigsten Orte der Welt

Bleiverseuchte Böden, Flüsse voller Öl, durch Strahlung kontaminierte Umgebung: Es gibt zahlreiche Orte auf der Welt, wo die Umweltverschmutzung so hoch ist, dass Menschen dort gar nicht leben dürften. Eine Stiftung verrät, wo das Leben am schädlichsten ist.

Nigeria, Nigerdelta
Die Schweizer Stiftung Green Cross listet die giftigsten Orte auf. Foto: Getty Images

Ein Umweltreport der Schweizer Stiftung Green Cross listet die dreckigsten und giftigsten Orte der Welt auf. Unter mehr als 3.000 Orten weltweit wurden die Gegenden ausgewählt, in denen die Grenzwerte für Giftstoffe überschritten sind. Bewertet wurde ebenfalls, wo die Entwicklung besonders dramatisch verläuft – und wie viele Menschen von den Umweltgiften betroffen sind. Am stärksten von Umweltgiften belastet sind die Länder Russland, Argentinien, Bangladesch, Ghana, Indonesien, Nigeria, Sambia und die Ukraine. Hier die Top 10 der giftigsten Orte der Welt:

1. Agbogbloshie-Deponie, Ghana

Agbogbloshie
Auf der Agbogbloshie-Deponie stapelt sich der Elektro-Müll. Foto: JANE HAHN / EPA / picturedesk.com
Elektro-Abfall macht die Agbogbloshie-Deponie zu dem giftigsten Ort der Welt. Vor allem wenn Kabel verbrannt werden, um an das wertvolle Kupfer im Inneren zu gelangen, wird es gefährlich: Auf diese Weise wird Blei freigesetzt – was bei Arbeitern und Anrainern zu schweren gesundheitlichen Schäden führt.

2. Industriestadt Norilsk, Russland

Norilsk
Fabrikmitarbeiter Norilsk haben eine unterdurchschnittliche Lebenserwartung. Foto: Getty Images

In Norilsk werden Tag für Tag rund 500 Tonnen Kupfer und Nickeloxide sowie zwei Millionen Tonnen Schwefeloxide in die Luft befördert. Die Lebenserwartung der Fabrikmitarbeiter liegt aufgrund der hohen Verschmutzung zehn Jahre unter dem russischen Durchschnitt.

3. Citarum-Fluss, Indonesien

Citarum
Der Citarum-Fluss ist stark verschmutzt. Foto: Getty Images

Große Mengen Aluminium und Eisen machen das Wasser des Citarum-Flusses auf der indonesischen Insel Java rund 1.000 Mal schmutziger als normales Trinkwasser. Der Grund für die Umweltbelastung: Rund 2.000 Fabriken leiten ihre Industriegifte in den Fluss ab. Dramatisch: Für die ansässigen Menschen dient der Fluss als Lebensgrundlage.

4. Industriezentrum Dserschinsk, Russland

Dserschinsk
Das Grundwasser und die Luft Dserschinsk sind von Industriegiften belastet. Foto: Dzhavakhadze Zurab / Tass / picturedesk.com

Dserschinsk gilt als eines der wichtigen Zentren für Russlands Chemieindustrie. Zwischen 1930 und 1998 wurden hier jedoch rund 300.000 Tonnen an chemischem Abfall nicht korrekt entsorgt. Das Ergebnis: Viele Chemikalien gelangten ins Grundwasser sowie in die Luft – mit fatalen Folgen für die Bewohner: Frauen werden in Dserschinsk durchschnittlich 47, Männer 42 Jahre alt.

5. Atomkraftwerk Tschernobyl, Ukraine

Tschernobyl
Am 25. April 1986 ereignete sich in Tschernobyl ein Reaktorunfall mit fatalen Folgen. Foto: Getty Images

Tschernonyl gehört seit Jahren zu einem der giftigsten Orte der Welt und gilt als einer der schlimmsten Reaktorunfälle der Geschichte. Bis heute leben im Umkreis von 30 Kilometern keine Menschen. Die Böden um das Kraftwerk sind nach wie vor stark verseucht und gefährden die Lebensmittelproduktion. Die Zahl der Leukämie-Erkrankten ist alarmierend.

6. Gerbereien in Hazaribagh, Bangladesch

Hazaribagh
Die Gerbereien von Hazaribagh belasten die Umwelt. Foto: Getty Images

Hazaribagh ist der Ort mit den meisten Gerbereien in Bangladesch. Die meisten der Fabriken nutzen jedoch veraltete Methoden. Täglich werden rund 22.000 Liter an giftigem Müll in den Buriganga-Fluss befördert, der jedoch als Hauptwasserquelle der Hauptstadt Dhaka wirkt. Wegen krebserregender Stoffe leiden viele Bewohner an Hauterkrankungen und Erkrankungen der Atemwege.

7. Bleiminen in Kabwe, Sambia

Kabwe
Die Bleiminen in Kabwe stellen eine große Gesundheitsbelastung dar. Foto: Nic Bothma / EPA / picturedesk.com

In Kabwe weisen viele Kinder eine erhöhte Dosis Blei im Blut auf. Der Grund: In der Stadt wird seit rund einem Jahrhundert Blei abgebaut. Schwermetalle in Form von Staubpartikeln werden durch das Abschmelzen frei und gehen gelangen in die Böden der Umgebung.

8. Goldminen in Kalimatan, Indonesien

Kalimantan
Das Grundwasser von Kalimantan ist Quecksilber-verseucht. Foto: Karl Ammann / Picture Alliance / picturedesk.com

Die zahlreichen Goldminen in Kalimantan setzen unter anderem giftiges Quecksilber frei. Jährlich werden über 10.000 Tonnen Quecksilber an die Umwelt abgegeben, wodurch das Gift auch in das Grundwasser gelangt.

9. Matanza-Riachuelo-Fluss, Argentinien

Matanza-Riachuelo-Fluss
Der Matanza-Riachuelo-Fluss ist kontaminiert. Foto: ALI BURAFI / AFP / picturedesk.com

In den Matanza-Riachuelo Fluss in Argentinien entladen rund 15.000 Fabriken ihr Abwasser, weswegen das Wasser erhöhte Konzentrationen an Kupfer, Blei, Zimk und anderen Schwermetallen aufweist. Bewohner leiden vor allem an Darm- und Atemwegserkrankungen.

10. Das Nigerdelta, Nigeria

Nigeria
Das Nigerdelta gilt als einer der giftigsten Orte der Welt. Foto: Getty Images

Das Nigerdelta ist eine stark bevölkerte Region in Nigeria. Dennoch ist es durch Öl und Kohlenwasserstoffe stark belastet, die sowohl das Grundwasser als auch die Böden verschmutzen. Rund 240.000 Barrel Erdöl gelangen aus der Erdölförderung durchschnittlich in die Umwelt.

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