Einbruchschutz: So schützt man sein Heim vor ungebetenen Gästen

Im Vorjahr kam es in Österreich durchschnittlich zu 45 Einbrüchen täglich. Ein Einbrecher benötigt maximal 15 Sekunden, um sich über ungesicherte Fenster und Türen Zutritt zu verschaffen. Die Chance Opfer zu werden, ist in Wien am höchsten.

Einbrecher
Fenster mit Spezial­verriegelung erschweren das Aushebeln und ­gewährleisten mehrere Minuten Widerstand. Foto: Thinkstock

Die Jalousien sind ­heruntergelassen und der Briefkasten quillt über – zwei klare Zeichen, dass der Hausbesitzer auf ­Urlaub ist. Womöglich ist auch noch ein Fenster gekippt oder die Tür nicht ordentlich gesichert, ein leichtes Spiel für Langfinger. ­Österreichweit kam es im vergangenen Jahr zu 16.548 Anzeigen wegen Einbruchs in Privatwohnungen. Die Aufklärungsrate liegt bei etwa 9 %. „Am Land ist die Quote etwas höher als im urbanen Bereich, da die Nachbarschaftsgemeinschaft noch größer ist und aufmerk­samer beobachtet wird“, erklärt Mario Hejl, Pressesprecher des Bundeskriminalamts Wien. Trotz eines leichten Anstiegs gegenüber 2012 (15.454) ist die Zahl als rückläufig zu bewerten. 2009 wurden noch über 20.000 Einbrüche gemeldet.

Falsch gedacht

„Bei mir gibt es nichts zu holen.“ Ein weit verbreiteter Irrglaube, denn der Eindringling weiß im Vorfeld nicht, was er vorfindet. Wenn schon mal eingestiegen wurde, wird auch alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest ist. Zum beliebtesten Diebesgut zählen Bargeld und Schmuck. Und das findet sich in nahezu jedem Haushalt. „Von elektronischen Geräten nehmen Täter häufig Abstand, da sie durch Seriennummern aufspürbar sind“, erklärt Wolfgang Lott von der Kriminalprävention Salzburg. Ein weiterer Irrglaube ist, dass Einbrecher nur nachts im Schutz der Dunkelheit zuschlagen. Sie steigen genauso oft auch vormittags in Häuser und Wohnungen ein.

Prävention

„Nur 30 Prozent sind Plantäter, der Rest ­handelt spontan. Sie wissen nicht im Vorhinein, wo sie sich Zutritt verschaffen und wählen den Weg des geringsten Widerstands“, erläutert Mario Hejl. Gekippte Fenster oder nicht verschlossene Haustüren sind wie eine persönliche Einladung für die Täter. Aber bereits Kleinigkeiten helfen, sie abzuhalten. Hejl empfiehlt ­Sicherheitsschlösser mit Beschlag und gutem Zylinder. Potenzielle Ein- und Aufstiegshilfen wie Leitern und Gartenmöbel müssen entfernt und Garagentore verschlossen werden. Haus­türen und Fenster sollten mit mindestens Widerstandsklasse 3 ausgestattet sein.

Einbrecher
Über frei zugängliche Hilfsmittel freut sich der Einbrecher besonders. Deshalb: nichts im Freien liegen lassen! Foto: Thinkstock

Attrappen

Eine Möglichkeit Anwesenheit vorzutäuschen ist der „Fake TV“. Dabei handelt es sich um ein mit LED-Lampen ausgestattetes Gerät, das täuschend echt Farb- und Szenewechsel ­eines Bildschirms imitiert und in den Raum projiziert. Von außen erweckt es den Eindruck, als würde jemand fernsehen. Die Attrappe schaltet sich automatisch bei Dämmerung ein und läuft auf Wunsch drei bis sieben Stunden lang. Kostenpunkt: rund 35 Euro. Ebenfalls wirksam ist der „elektronische Wachhund“ mit ­integriertem Sensor, der auf Bewegungen (auch außerhalb der Wohnung) reagiert und ein 105 Dezibel starkes Hundegebell auslöst. Preislich liegt der Kläffer bei etwa EUR 70,–.

Alarm am Smartphone

Moderne Funkanlagen, die via App mit dem Smart-­phone verbunden sind, lassen sich über Touchscreen oder SMS von überall steuern – eine Netzversorgung vorausgesetzt. Sehr praktisch, wenn man in den Urlaub fährt und das Heim im Auge behalten möchte. Die App funktioniert wie eine Fernbedienung: Der Zustand der Alarmanlage sowie deren Einstellungen können überprüft werden – und es wird ein direkter Zugriff auf angeschlossene Netzwerkkameras ermöglicht. Ist ein Ein­brecher in den eigenen vier Wänden zugange, bekommt der Handybesitzer durch Bewegungsmelder unmittelbar eine Meldung auf das Telefon. „Die Verbindung sollte aber auch direkt zum Wachdienst gehen, um sofortige Maßnahmen ohne Zeitverlust ergreifen zu können“, rät Wolfgang Lott. Auch bei Brand- und Wasserschaden reagieren ausgewählte Sys­teme und gewährleisten eine schnelle Reaktion. Die Security-Apps sind im Normalfall sowohl für Apple- als auch Android-Geräte verfügbar.

Täuschmanöver

Ebenfalls zur Simulation eines bewohnten Hauses dient die Energiesparlampe „Megaman Sensor“. Die Glühbirne passt in jede E27-Fassung und schaltet sich durch einen eingebauten Helligkeitsmesser bei Dämmerung automatisch ein und morgens wieder aus. Die Lebensdauer der Glühbirne liegt bei 15.000 Stunden, und durch den geringen Verbrauch von 15 Watt kommt es zu keinen bösen Überraschungen bei der nächsten Stromrechnung. Noch ausgefeilter funktioniert die FS20 Zeitschaltuhr mit entsprechender Programmierung. Zwischenstecker werden an ­verschiedenen Steckdosen im Haus angebracht und mit Lampen kombiniert. Dadurch besteht die Möglichkeit zu einer bestimmten Zeit zum Beispiel den Gang zur Toilette zu simulieren. Die Zeitschaltuhr sendet Funksignale an die Zwischenstecker, wodurch das Licht in Abfolge ein- und ausgeschaltet wird – vom Wohnzimmer über den Flur bis zur Toilette. Für Ein­brecher wird es bedeutend schwieriger, die Lage ein­zuschätzen. Gesehen um EUR 120,– auf www.elv.at

Homesitting

Das Gros der Einbrüche geschieht in Abwesenheit der Bewohner. Eine Alternative zu elek­tronischen Geräten ist der „Haussitter“. Dieser bewohnt in besagter Zeit das Anwesen oder kommt täglich für ein bis zwei Stunden vorbei. Dadurch macht das Haus stets einen bewohnten Eindruck.  Angenehmer Nebeneffekt: Der „Wächter“ übernimmt auch Pflichten des Hausherrn. Wenn man vom Urlaub zurück kommt, findet man eine frisch ge­lüftete Wohnung, versorgte Vierbeiner und einen vollen Kühlschrank vor. Die Serviceleistung stammt ursprünglich aus Amerika und ist seit den 80er-Jahren auch in Österreich bekannt.

Bundesländer-Ranking

Wo geschahen 2013 die meisten Einbrüche in privaten Wohnungen und Häusern (gesamt: 16.548)?

Bundesland Einbrüche
1.    Wien  8.703
2.    Niederösterreich 3.107
3.    Oberösterreich 1.369
4.    Steiermark 1.322
5.    Kärnten 692
6.    Tirol   434
7.    Salzburg 429
8.    Burgenland 277
9.    Vorarlberg 215

Informationen unter
www.hauswache.at

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