Der Unsinn von halterlosen Strümpfen

Beziehungs-weise: Der Blog über Supermänner, Sex und Seitensprünge von Weekend Magazin Chefredakteurin Brigitte Biedermann.

Biedermann Blog
Brigitte Biedermann vom Weekend Magazin bloggt für weekend.at Foto: Thinkstock / Weekend Verlag

Ich kannte einmal eine Dame, die mit Vorliebe Strümpfe trug. Nein, nicht die scharfen halterlosen Strümpfe, von denen jeder Mann wuschig wird, sondern die kurzen Nylon-Söckchen, die kurz unterm Knie enden. Und zwar mit Vorliebe im Farbton Capuccino (mittelbraun), Caffe Latte (kotzbeige) oder hautfarben (Sie wissen schon, der Farbton, der eigentlich durchsichtig sein sollte, dann aber doch an einen Stützstrumpf von Bständig erinnert). Der Kommentar ihres Mannes: "Duuuu, Deine Halterlosen sind ein bisserl zu kurz!"
 
Warum stehen eigentlich alle Männer so wahnsinnig auf halterlose Strümpfe? Eine Frau in Halterlosen ist der Inbegriff von Sexiness und quasi die wortlose Aufforderung zum sofortigen und hemmungslosen Beischlaf. Was die wenigsten Männer wissen oder wissen wollen: Halterlose Strümpfe haben im Alltag einfach keine Existenzberechtigung. Sie sind unbequem, untragbar und gesundheitsgefährdend. Jaaaa, jetzt melden sich sicher auch einige Damen, die sagen: "Ach nein, ich trage IMMER Halterlose, weil die sind total bequem!" NEIN, SIND SIE NICHT!!!! Sie rutschen, sie engen ein, sie lassen unschön den nicht trainierten Oberschenkel oben rausquillen und es zieehhhht und zwar von unten.
 
Es gibt genau ein Monat und das passende Temperatur-Fenster in der halterlose Strümpfe halbwegs annehmbar sind. Und das befindet sich zwischen Mitte September und Mitte Oktober bei cirka 18 Grad. Bei Temperaturen darüber braucht man keine Strümpfe tragen und demnach auch keine Halterlosen. Bei jeder Temperatur darunter braucht man eine Strumpfhose, weil man sich sonst ziemlich sicher eine ziemlich schmerzhafte Blasenentzündung einfängt.
 
Und übrigens: Die Krönung aller Wertlosigkeit sind übrigens Strumpfbandgürtel mit den dazu passenden Strümpfen. Alle Damen, die schon einmal probiert haben, sich dieses Teil anzulegen, werden mir beipflichten: Für ein schnelles Stelldichein einfach nicht zu gebrauchen. Oder gibt es tatsächlich irgendeine Frau, die das im Alltag trägt? Beim Versuch, sich das Ding anzulegen braucht man nicht nur eine Engelsgeduld, sondern auch sehr viel Zeit. Man muss den Druckknopf öffnen, den Strumpf genau hineinquetschen (Ups, schon ist das Loch hineingerissen!), dann mit der anderen Hand den Druckknopf schließen und zwar an der richtigen Stelle, sonst hängt alles schief. Also lieber 30 Minuten einplanen, bis das Teil so sitzt wie auf dem Palmers-Plakat. Dann doch lieber die Halterlosen, die kann ich wenigstens ohne fremde Hilfe anziehen ...

Einspruch, Frau Biedermann!

Ein Plädoyer für die Halterlosen von Johannes Roth

 

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