Christian Jauk im Weekend-Interview: „Bin erschüttert“

Christian Jauk spricht im Gespräch mit Weekend zur Bestellung von Franco Foda zum Sturm Graz-Trainer und der Rolle von Bundesliga Präsident Hans Rinner.

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Foto: GEPA Pictures

Weekend: Herr Präsident, nach unseren Informationen hat Franco Foda entgegen Ihrer Aussage bis zum Wochenende vor seiner Bestellung keine Rolle gespielt?

Christian Jauk: Bis auf zwei Leute hat kein Mensch gewusst, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt den Franco Foda bereits mehrere Male zu Vieraugengesprächen getroffen habe. An diesem Freitag, an dem die Aufsichtsratssitzung stattfand, habe ich dann gefragt, wie es wäre, wenn auch Franco Foda in der letzten Runde der Entscheidung wäre.

Wer hat Franco Foda bei der Aufsichtsratssitzung ins Spiel gebracht?

Das war Ernst Wustinger. Wir haben uns im Präsidium darauf geeinigt, dass es besser wäre, wenn nicht ich die Diskussion eröffne, sondern jemand anderer. Das Gespräch ist dann sehr kontroversiell verlaufen. Am Ende wurde ich dann damit beauftragt, das finale Gespräch mit Foda zu führen.

Warum waren nur so wenige Personen über Ihre Gespräche mit Franco Foda informiert?

Ganz einfach: Weil es immer wieder Aufsichtsratsmitglieder gibt, die Informationen hinausgeben. Am Montag haben wir uns dann den Aufsichtsratsbeschluss per Umlauf eingeholt. Da habe ich dann schon gewusst, dass das nicht bis Dienstag geheim gehalten wird. Genau so ist es gekommen.

Hans Rinner hat Foda ja bereits am Montag gegenüber sturm12.at bestätigt ...

Ich habe den Herrn Rinner gefragt und er hat mir gesagt, dass er nichts gegenüber sturm12 bestätigt habe. Daraufhin hat sturm12 den SMS-Verkehr mit Hans Rinner veröffentlicht – um nicht als Lügner dazustehen.

Also hat Rinner Ihnen gegenüber die Unwahrheit gesagt?

Ich bin mehr als erschüttert, dass das so gelaufen ist und man mir nicht ins Gesicht sagen kann, dass man Informationen an die Öffentlichkeit gegeben hat. Was seine Motivation war, das zu sagen, weiß ich nicht.

Wie gehen Sie mit dieser Indiskretion um?

Das bestätigt mir wiederum, und da können Sie mich gerne zitieren, dass wir sehr genau nachdenken müssen, ob die Konstellation des Aufsichtsrats in dieser Form richtig ist, wenn dann Interna öffentlich werden. Persönlich schätze ich Hans Rinner – ich habe ihn damals ja auch zum Präsidenten gemacht. Ich weiß nicht, was ihn da geritten hat.