Nach Nazi-Auftritt: Popakademie beendet Zusammenarbeit mit Naidoo

Aufgrund seiner Rede vor rechtsorientierten Reichsbürgern in Berlin am Tag der Deutschen Einheit steht Xavier Naidoo schon seit Wochen unter Beschuss. Nun hat auch die von ihm mitbegründete Popakademie in Mannhein seine Dozentenstelle vorerst auf Eis gelegt.

Xavier Naidoo
Xavier Naidoo: Popakademie legt Zusammenarbeit auf Eis. Foto: Britta Pedersen / dpa / picturedesk.com

Sein Nazi-Auftritt kostet Xavier Naidoo mehr als nur seinen guten Ruf: Seit er am Tag der Deutschen Einheit vor Deutschnationalen auftrat, gilt der Schmusesänger als schwarzes Schaf. Der Sänger hatte am 3. Oktober eine Rede vor den sogenannten Reichsbürgern in Berlin gehalten, einer rechtspopulistischen Bewegung, welche die staatliche Ordnung in Deutschland ablehnt. Eine völlig bizarre Sekte, die den Staat nicht anerkennt, solange sich das Land nicht von der Fremdherrschaft befreit und Grenzen zieht wie 1937. Auf der Bühne rief der Sänger zum Widerstand auf und behauptete unter anderem: "Wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land." Dabei soll der 43-Jährige ein T-Shirt mit der Aufschrift "Freiheit für Deutschland" getragen haben. Für den Nazi-Auftritt hagelte es Kritik. Jetzt kehrt auch Xaviers Heimatstadt Mannheim dem Sänger und seinen umstrittenen Aussagen den Rücken. In der von Naidoo mitbegründeten Popakademie will man ihn zumindest vorerst nicht sehen.

Zusammenarbeit auf Eis gelegt

Xavier Naidoo hatte als Mit-Initiator an der Gründung der Hochschule mitgewirkt und war dort auch als Gastdozent tätig. Doch damit ist jetzt Schluss. "Wir distanzieren uns von den fragwürdigen und irritierenden politischen Äußerungen und dem Auftritt Xavier Naidoos", so Popakademie-Geschäftsführer Udo Dahmen. Erst nach einem klärenden Gespräch mit der Direktorin sei nun eine weitere Zusammenarbeit wieder denkbar, erklärt Dahmen weiter: "Die für die Zukunft geplanten Termine sind von der Direktion der Popakademie ausgesetzt worden, bis mit Xavier Naidoo persönlich zum Sachverhalt gesprochen werden konnte."

Xavier Naidoo
Xavier Naidoo hat am Tag der Deutschen Einheit eine Rede vor den "Rechtsbürgern" gehalten. Foto: Getty Images

Vox zeigt Nachsicht mit Xavier Naidoo

Im TV kommt man dem gefallenen Engel allerdings entgegen. Der Sender Vox zumindest denkt nicht daran, dem Sänger die Zusammenarbeit zu kündigen. Wie gerade eben bekannt gegeben, wird Naidoo in nächster Zukunft zwei Formate für Vox bestreiten: Xavier Naidoo "wird bei uns sowohl im Dezember bei Sing meinen Song - Das Weihnachtskonzert"als auch bei der zweiten Staffel von Sing meinen Song - Das Tauschkonzert im kommenden Jahr als Gastgeber zu sehen sein", sagte Vox-Sprecherin Julia Kikillis dem "Tagesspiegel". Da sich Xavier von den Vorwürfen distantziert hätte, gäbe es keinen Anlass, die Pläne mit ihm zu ändern.

Zur Erinnerung: Einige Tage nach seinem Nazi-Auftritt erklärte Naidoo, er sei am Tag der Deutschen Einheit alleine mit dem Fahrrad im Regierungsdistrikt herumgefahren und sei von den Menschen im Publikum angesprochen worden, ob er nicht auch etwas sagen möchte, was er dann auch tat. Bei der Pressekonferenz von Vox zu "Sing meinen Song - Das Weihnachtskonzert" betonte der Sänger, er sei "weder homophob noch irgendwie rechtsradikal". Der Popakademie Baden-Württemberg reicht diese Distanzierung aber offenbar nicht.

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