Wissenschaftlich bestätigt: So halten Beziehungen

Jeder Mensch wünscht sich eine Beziehung, die im Idealfall für immer hält. Doch woher wissen wir, ob wir wirklich zusammengehören oder nicht? Zum Glück bringt die Wissenschaft mit vier Studien Licht in die Angelegenheit.

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Chance für gemeinsame Zukunft Foto: pixabay.com/pexels.com

Eine absolute Garantie für die „ewige Liebe“ gibt es nicht, doch es gibt ein paar Indikatoren, die eine lange Zukunft zu zweit voraussagen können. Nach welchen Kriterien Forscher prognostizieren, ob Beziehungen halten oder nicht, beleuchten folgende Erhebungen.

1. Was und wie spricht das Paar?

Sie wollen selbst wissen, ob ein Paar in Ihrem Freundeskreis Zukunftschancen hat? Dann können Sie das mit einem einfachen Test überprüfen: Fragen Sie einfach nach ihrer „Geschichte“. Wesentlich ist dabei nicht der Inhalt, sondern WIE das Paar über seine Beziehung und besonders über seine Konflikte spricht. Paare, die ihre Schwierigkeiten „verherrlichen“, bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit länger zusammen.

Um dies zu verdeutlichen, ein Beispiel: „Wir haben gestritten. Es war schrecklich, mein Partner ist schrecklich“ prognostiziert eine eher kurzlebige Liebe. „Wir haben gestritten. Es war schrecklich, aber wir haben uns durchgekämpft und jetzt geht’s uns besser, denn je“ hingegen sagt eine Langzeitbeziehung voraus. Diese Erkenntnis geht aus einer Untersuchung der University of Washington hervor.

2. Zählen nur Gemeinsamkeiten?

"Gleich und gleich gesellt sich gern" oder "Gegensätze ziehen sich an"? Darüber scheiden sich die Geister. Der Erfolg von Online-Datingportalen lässt aber ersteres vermuten. In Sachen Online-Dating tickt jedoch jeder anders: Die einen sind sich sicher, das Vorausselektieren sei der beste Weg zum Glück, die anderen finden diesen Gedanken zu systematisch, unromantisch. Vermutlich ist Online-Dating jedoch Typ-Sache . Eine Erhebung hat allerdings gezeigt, dass Gemeinsamkeiten keinen besonders großen Einfluss auf die Zufriedenheit in einer Beziehung haben. In einer Studie aus 2010 wurden 23.000 verheiratete Paare auf Gemeinsamkeiten untersucht. Diese waren zu weniger als 0,5 Prozent für die Beziehungszufriedenheit verantwortlich.

Wer demnach jemanden gleich ausschließt, nur weil er oder sie kein Fan von Woody Allen ist oder auf Coldplay steht, könnte die Liebe seines Lebens verpassen. Die einzige Gemeinsamkeit, die in der Liebe hingegen unabdingbar ist, sind die sogenannten „Meta-Emotionen“, wie John Gottman, Forscher an der University of Washington, betont. Dabei geht es darum, ob das Paar gleiche Einstellungen darüber hat, ob beispielsweise Wut ausgedrückt oder lieber unterdrückt werden soll. Hat ein Paar den gleichen Stil, Konflikte zu lösen? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch!

3. Streiten über Kleinigkeiten!

Forschern zufolge bleiben jene Paare am längsten zusammen, die auch und vor allem über Kleinigkeiten streiten können. Wer hingegen stets nur über seriöse Dinge streitet, also mehr Negativitsmus die Partnerschaft überschattet, lässt sich mit höherer Wahrscheinlichkeit scheiden. Gottman hat übrigens auch herausgefunden, dass Paare, die sich in drei Jahren gar nicht streiten, Gefahr laufen, sich zu trennen.

4. Verliebtheit ist fauler Gedanke

Viele Menschen möchten die eine Person finden, in die sie immer verliebt bleiben, denn dann gibt es keine Probleme und keine Beziehungsarbeit. Wie in Filmen sich gegenseitig verschlingen, keine Sorgen kennen, sich innerhalb von Sekunden verlieben und in dem Zustand bleiben. Für diesen Zustand gibt es die psychologische Bezeichnung „Limerenz“ á la Romeo und Julia. Doch diese Limerenz ist nicht nur romantisch, sondern auch faul und utopisch – die Beziehung sollte nämlich ohne Mühe funktionieren. Und das ist unmöglich. Nur wer sich mit der Zeit aneinander anpasst und für die Liebe kämpft, schafft es auch auf Dauer, denn: Liebe hält, Limerenz nicht.

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