4 Tipps: Wie Pflanzen am besten überwintern

Die kalte Jahreszeit naht, und damit ändert sich für Ihre Pflanzen einiges. Vier Schritte, wie Sie Ihre Pflanzen überwintern und worauf Sie dabei achten sollten.

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Im Winter brauchen die Pflanzen besondere Pflege, um die kalte Jahreszeit zu überstehen Foto: jacoblund/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Am liebsten hätten wir das ganze Jahr über einen strahlend grünen, blühenden Balkon. Im Winter ist das aber so gut wie unmöglich. Pflanzen wachsen grundsätzlich während der Frühlings- und Sommermonate um einiges schneller - auch Zimmerpflanzen. Sobald die ersten frostigen Temperaturen kommen, müssen alle Pflanzen, die nicht winterhart sind, vom Balkon oder der Terrasse geholt werden. Wo Sie Ihre Balkonpflanzen stattdessen überwintern können und wie Sie Ihre Zimmerpflanzen ebenfalls während der dunklen, kalten Jahreszeit glücklich machen, erfahren Sie hier.

Winterzeit

Pflanzen brauchen zum Wachsen vor allem eins: Licht. Je mehr Licht (nicht zwangsläufig Sonne) und Wärme, desto schneller wachsen sie. Schlussfolgerung: Im Herbst und Winter verlangsamt sich ihr Wachstum, da es deutlich kühler wird und es weniger Stunden mit Tageslicht gibt. Denn auch Zimmerpflanzen spüren die Veränderung und brauchen besonders intensive Pflege. 

1. Balkonpflanzen rechtzeitig reinholen

Der beste Zeitpunkt, Ihre Pflanzen vom Balkon zu nehmen, ist bereits im Oktober. Tropische und mediterrane Pflanzen wie Palmen, Zitruspflanzen, Strelitzien, Zier-Bananen, Feigen oder Oliven sollten bereits ab Temperaturen unter zehn Grad Celsius in ihr Winterquartier gebracht werden. Robustere Pflanzen - etwa Lorbeer oder einige Bambussorten - halten auch kurzzeitig Minusgrade aus und können daher meist noch bis in den November hinein draußen stehen.

2. Rosen, Lavendel und Co. schützen

Zwar den Winter über draußen bleiben können winterharte Pflanzen wie Rosen, Lavendel oder Buchsbäume, sollten aber entsprechend vor der Kälte geschützt werden. Am besten stellen Sie die Kübelpflanzen zum Überwintern an die Hauswand und auf Styropor - so wird der Wurzelballen nicht zu kalt. Ein weiterer Trick: Laub auf der Erde verteilen und den Topf mit Bastmatten oder Vlies einschlagen. Damit schützen Sie die Kübel auch vor Kälte.

3. Balkonpflanzen richtig platzieren

Je nach Art der Kübelpflanze richtet sich auch die passende Überwinterung aus. Nicht-winterharte Balkonpflanzen - also tropische oder mediterrane - müssen vor Frost und Kälte geschützt werden - weshalb diese am besten im Haus oder in der Wohnung überwintern. Viele Pflanzen legen während der Wintermonate eine Ruhephase ein und brauchen dafür den idealen Standort. Für die meisten eignen sich Räume mit niedrigen Temperaturen zwischen 5 und zwölf Grad Celsius. Alles, was darüber ist, regt die Pflanzen zum Wachsen an, obwohl es eigentlich zu wenig Licht gibt - die Triebe werden lang, dünn und blattlos. Wählen Sie daher Orte wie einen Wintergarten, helle Kellerräume, Garagen oder das Treppenhaus. Je kühler der Standort ist, desto weniger Licht brauchen Ihre Pflanzen beim Überwintern.

4. Zimmerpflanzen nicht vernachlässigen

Ihre Zimmerpflanzen erwarten ebenfalls Gefahren im Winter: zu wenig Licht, zu viel Wasser und zu trockene Luft. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit sind Pflanzen anfälliger für Schädlinge. Kontrollieren Sie deshalb Ihre Pflanzen am besten täglich - vor allem an den Blattunterseiten. Unser Tipp: Regelmäßig Ihre Pflanzen leicht "abduschen". Dabei entfernen Sie nicht nur Staub von den Blättern, sondern können auch Schädlinge abspülen, bevor sie sich ausbreiten.

Tipp für mehr Licht

Wie bereits erwähnt, ist das Licht in den Wintermonaten ingesamt schwächer. Stellen Sie Ihre Zimmerpflanzen (nicht Balkonpflanzen!) so nah wie möglich ans Fenster, um zu verhindern, dass sie kränkeln. Wintersonne ist schwächer als die pralle Mittagssonne im Sommer - aus diesem Grund können auch Pflanzen, die direkte Sonne nicht mögen, ein wenig davon abbekommen. Tipp: Falls Sie nur wenige helle Plätze in Ihrer Wohnung haben, kann eine Pflanzenlampe helfen.

Tipp beim Gießen

Beim Gießen gilt im Winter auch erhöhte Vorsicht. Zu viel Wasser führt zu Staunässe, Wurzelfäulnis und schließlich dem Absterben, da die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen können. Im Winter brauchen Pflanzen sogar weniger Wasser, da es weniger Licht gibt und die Pflanzen weniger Photosynthese betreiben. Aufs Düngen oder Umtopfen ebenfalls größtenteils verzichten. Faustregel: Je dunkler der Standort der Pflanze, desto weniger Wasser braucht sie. Ein Feuchtigkeitsmesser kann dabei helfen, nicht zu viel zu gießen.

Tipp für Luftfeuchtigkeit

Fallende Außentemperaturen treiben uns dazu, die Heizung hochzudrehen. Eine warme Wohnung im Winter ist zwar angenehm, aber die trockene Heizungsluft sorgt dafür, dass die Luftfeuchtigkeit stark absinkt. Die Folge sind nicht nur trockene Hautstellen, auch viele Pflanzen vertragen das schlecht. Die meisten benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit (Ausnahmen: Sukkulenten und Kakteen). Deutliches Zeichen für eine zu trockene Luft sind braune Ränder an den Blättern. Um die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung im Blick zu behalten, eignen sich Hygrometer. Am besten ist eine Luftfeuchtigkeit um die 50 Prozent. Bei mehr als 60 Prozent besteht nämlich Schimmelgefahr. Diese Tricks helfen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen:

  • Ein Luftbefeuchter reguliert automatisch das Raumklima.
  • Pflanzen ein- bis zweimal täglich mit kalkfreiem Wasser besprühen.
  • Wasserverdunster für die Heizkörper verwenden. Die Behälter werden mit Wasser gefüllt und an die Heizungen gehängt, sodass das Wasser verdampft und die Luftfeuchtigkeit erhöht.