Kann man Glück essen?

Ja, man kann sich glücklich essen! Nahrungsmittel haben einen Einfluss auf unsere Hormone und unsere Darmflora und können uns depressiv und ängstlich oder glücklicher machen. Und ja: Auch Schokolade macht glücklich.

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Bestens gelaunt dank Ananas Foto: Rohappy/iStock/Thinkstock

Mies drauf? Vielleicht liegt es ja am falschen Essen. Wer häufig zu Fast-Food oder anderen ungesunden Lebensmitteln greift, beeinflusst seine Darmflora negativ. Neuste Studien zeigten aber, dass die Darmflora Einfluss darauf hat, ob wir gut oder schlecht gelaunt sind. Die Mikroorganismen – zwei Kilo davon befinden sich in unserem Darm – wollen also ein Wörtchen mitreden. Wer viel Fett und Zucker zu sich nimmt, tut seiner Darmflora nichts Gutes und kann so vermehrt unter Ängsten und Depressionen leiden. 

Serotonin und Tryptophan

Wichtig ist auch das Serotonin. Depressive haben oft einen niedrigeren Serotoninspiegel. Es gibt Nahrungsmittel, die diesen Stoff enthalten. Allerdings geht der leider nicht so einfach direkt ins Hirn und lässt und fröhlich grinsen, sondern es braucht dafür noch einen anderen Stoff, das Tryptophan. Diese Aminosäure ist in eiweißhaltigen Lebensmitteln zu finden, das Hirn kann daraus dann vermehrt selbst Serotonin herstellen. 

Dopamin

Und nicht unterschätzen sollte man auch das Dopamin. Das wird dann ausgeschüttet, wenn man eine Speise isst, die wohlige Erinnerungen in einem hochkommen lassen. Zum Beispiel kann der Geschmack von Oma's Apfelstrudel so tröstend wirken, dass der Körper vermehrt Dopamin ausschüttet und so Glücksgefühle entstehen. Dabei ist es in diesem Fall irrelevant, ob das Essen gesund ist oder nicht, hier steht die emotionale Komponente im Vordergrund. 

Die besten Nahrungsmittel für gute Stimmung!

Auch wenn Schokolade zu einem Anstieg von Dopamin führt, wirken gesunde Lebensmittel besser auf den Hormonhaushalt und die Darmflora. Am besten wählt man Lebensmittel mit einem hohen Tryptophangehalt in Verbindung mit Kohlenhydraten – nur so gelangt der Stoff auch ins Gehirn. Da fallen einem doch sofort einige Gute-Laune-Kombinationen ein!

Nudeln mit Parmesan

Lecker: Die Nudeln sorgen für die Kohlenhydrate, der Parmesan enthält erstaunlich hohe Mengen an Tryptophan. Wer es noch eine Spur gesünder mag, sollte auf Vollkornnudeln umsteigen, die machen auch gleich länger satt. 

Fisch für Omega-3

Fisch, besonders fettreicher Seefisch, enthält Omega-3-Fettsäuren, die ebenfalls für eine gute Stimmung sorgen. Ein- bis zweimal die Woche kann man sich also gerne ein leckeres Fischgericht gönnen. Dabei macht nicht nur das Omega-3 glücklich, sondern wohl auch die Erinnerungen an den letzten Urlaub …

Viel Obst und Gemüse

Klar, eine pflanzenreiche Ernährung schadet nie. Wer besonders viel Tryptophan und Serotonin aufnehmen möchte, solle mal zu Bananen greifen. Diese Früchte enthalten nämlich wirklich viel davon. Auch Trockenfrüchte wie Datteln oder Feigen sind zu empfehlen – aber auf die Kalorien solle man achten. Da darf man bei frischer Ananas und Pflaumen schon wieder großzügiger zulangen, auch dieses Obst enthält große Mengen an Tryptophan und Serotonin. 

Scharf macht glücklich

Gute Nachricht für alle, die gerne scharf essen: Beim Verzehr von Chili und Co. schüttet der Körper Endorphine aus, die die Stimmung heben. Dazu regen scharfe Speisen auch noch den Stoffwechsel an. 

Und Schokolade?

Schokolade kann glücklich machen, allerdings sollte man Bitterschokolade bevorzugen. Je höher der Kakaoanteil ist, desto stärker die Wirkung. Aber auch die heiß geliebte Vollmilchschokolade ist bei Frust erlaubt – wegen der Dopaminausschüttung. Wenn ein Nahrungsmittel an eine emotionale Erinnerung gekettet ist und so tröstend ist, dann schüttet der Körper glücklich machende Hormone aus – egal, wie ungesund das Lebensmittel auch sein mag. Man kann sich bei Liebeskummer also ruhigen Gewissens einen Kübel Schokoladeneis gönnen – isst sich unter Tränen ja auch viel einfacher, als wenn man einen Fisch filettieren müsste.