Ungesund? 8 Nachteile von importiertem Obst und Gemüse

Viel Obst und Gemüse soll man essen, am besten regional und saisonal. Erdbeeren im Winter? Gibt's einfach nicht. Und wenn man die Nachteile von importiertem Obst und Gemüse kennt, vergeht einem eigentlich auch der Appetit darauf.

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Grapefruits kommen meist aus den USA, Israel oder Südafrika Foto: altrendo images/Stockbyte/Thinkstock

Bananen aus Costa Rica, Süßkartoffeln aus den USA, Avocados aus Mexiko und Tomaten aus Spanien – der heimische Obst- und Gemüsekorb ist meist multikulti! Jeder kennt sicherlich die Empfehlung, bevorzugt regionale Produkte zu essen, die gerade Saison haben. Und so gibt es im Winter nun mal keine Spargel oder Erdbeeren. Manchmal fällt es aber echt schwer, im Supermarkt den herrlich süß scheinenden Brombeeren aus Chile zu widerstehen. Die folgenden acht Gründe machen es einem allerdings einfacher, denn Importware ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit. 

1. Mehr Schadstoffe und Pestizide

Wer im Winter frische Erdbeeren will, kann nur Früchte kaufen, die im Gewächshaus gezogen worden sind. Das scheint erstmals gar nicht schlimm, schließlich heißt das ja noch nicht, dass das Gewächshaus am anderen Ende der Welt steht. Denn auch in Österreich können Erdbeeren im Winter im Gewächshaus gezüchtet werden. Damit wäre es ja ein regionales Lebensmittel und folglich gesund, oder? Leider nein. Durch die außersaisonale Aufzucht im Glashaus und das dort vorherrschende feuchte Klima, können sich Pilze und andere Schädlinge verstärkt vermehren. Aus diesem Grund werden mehr Pestizide eingesetzt, als wenn die Früchte im Sommer unter freiem Himmel gedeihen würden. 

Obst und Gemüse, das einen langen Transportweg vor sich hat, wird ebenfalls stärker mit Pestiziden behandelt, damit die Ware die lange Reise unbeschadet übersteht und die Kunden sich über knackig-frisch aussehende Äpfel aus Neuseeland freuen kann.

2. Weniger Vitamine und Nährstoffe

Jetzt hat Importware oder im Gewächshaus gezogenes Obst schon einen höheren Schadstoffgehalt, dann kommt auch noch ein geringerer Vitamingehalt dazu. Das hat zwei Gründe: Zum einen werden die Früchte meist unreif geerntet, da sie sonst den Transport nicht überstehen würden, die Früchte können also ihren vollen Nährstoffgehalt gar nicht erreichen. Die Vitamine, die aber enthalten sind, leiden unter dem teils wochenlangen Transport, da ist es kein Wunder, dass der Nährstoffgehalt abnimmt. Untersuchungen konnten zeigen, dass Dosen- und Tiefkühlware mehr Vitamine enthält als frisches, importiertes Obst und Gemüse, weil die Früchte ausreifen durften und anschließend direkt konserviert wurden.

3. Höherer Nitratgehalt

Ein hoher Einsatz von Dünger führt zu einem hohen Nitratgehalt der Lebensmittel. Nitrat wird beim Kochen in Nitrit umgewandelt, das schlecht für unsere Gesundheit ist. Wird Gemüse nun im Winter im Gewächshaus angebaut, braucht es zum einen mehr Düngemittel, das zu einer verstärkten Nitratbildung führt, zum anderen können die Pflanzen dieses Nitrat dann auch weniger stark abbauen als im Sommer, da die Lichtverhältnisse schlechter sind. Rote Beete und Spinat weißen besonders hohe Nitratwerte auf.

4. Lange Transportwege

Importiertes Obst und Gemüse ist oft erstaunlich lange auf Reise: Ein Kiwi aus Neuseeland ist beinahe fünf Wochen unterwegs, eine Ananas braucht einen knappen Monat, um im heimischen Supermarkt zu landen. Deswegen werden die Früchte unreif geerntet und enthalten weniger Vitamine. Die Ökobilanz von importierter Ware ist meist (nicht immer) auch verheerend. Ein Importapfel auch Neuseeland weist nicht zwangsläufig eine schlechtere Ökobilanz als ein regionaler Apfel, der fünf Monate im Kühlhaus lagerte, auf. Mit dem Flugzeug importierte Südfrüchte sind allerdings immer verheerend für die Umwelt. Eine Flugmango enthält zwar mehr Vitamine als eine mit dem Schiff transportierte, allerdings sollte man in Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck lieber darauf verzichten!

5. Höherer Energiebedarf beim Anbau

Nicht nur die langen Transportwege sind schlecht für die Umwelt und das Klima, auch der Anbau im Gewächshaus erfordert mehr Energie. Schließlich müssen den Erdbeeren im Winter ja sommerliche Temperaturen vorgegaukelt werden … Auch der verstärkte Pestizideinsatz ist ungünstig für die Umwelt, Rückstände reichern sich im Boden und im Wasser ab.

6. Anbaubedingungen

Fairtrade? Meist hat man als Verbraucher keine Ahnung, unter welchen Bedingungen das Obst und Gemüse produziert wurden. Wie viel verdient ein Arbeiter auf einer Bananenplantage in Costa Rica, wie viele Stunden am Tag arbeitet er? Werden Kleinbauern unterstützt oder reisen Großkonzerne das Geschäft an sich? Leidet die Umwelt und die Biodiversität in den Anbauländern aufgrund von gewinnbringenden Monokulturen? Von all diesen Aspekten hat man meist keine Ahnung, wenn man im Supermarkt vor der saftigen Ananas steht. 

7. Höherer Preis

Wer im Winter Erdbeeren möchte, muss dafür sehr viel mehr zahlen, als im Sommer. Klar, bei den Anbau- und Transportbedingungen, den Herstellern geht es natürlich vor allem um satte Gewinne!

8. Weniger Geschmack

Hat man dennoch alle Bedenken über Bord geworden und kauft schließlich im Jänner herrlich aussehende rote Erdbeeren oder eine pralle Ananas und beißt voll Vorfreude hinein schmeckt es – nach gar nichts. Da ist die Enttäuschung natürlich groß. Aber dadurch, dass die Früchte unreif geerntet werden müssen, können sie niemals einen so intensiven Geschmack entwickeln, regionales und saisonales Obst und Gemüse, das genau zur richtigen Zeit geerntet wird und schon am nächsten Tag in den Regalen liegt.