Liebesglück: Zwölfmal geraten wir an den Falschen

Den Partner fürs Leben finden ist schwer und immer wieder gerät man an den Falschen. Das hat viel mit uns selbst zu tun. Vier Tipps für die richtige Suche helfen, beim nächsten Mal den Prinzen zu küssen.

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Der 13. Frosch verwandelt sich in einen Prinz Foto: gpointstudio/iStock/Thinkstock

Der Herzschmerz ist groß, die Tränen kullern – schon wieder ist man an den Falschen geraten. Wieso nur? Am Anfang schien doch alles so perfekt zu sein. Bis er sich dann wieder kaum mehr gemeldet hat. Bis sie zu viel geklammert hat. Bis er lieber anderen Röcken hinterhergeschaut hat. Oder bis sie plötzlich an allem nur noch herumnörgelte. Die beiden Beteiligten mag dieses Beziehungsende verwundern, dabei war es vom ersten Kuss an absehbar. Denn statt dem Richtigen hat man schon wieder einmal lieber das Gewohnte gesucht.

Bestimmt die Kindheit unser Liebesglück?

Die Erfahrungen, die wir in den ersten drei Lebensjahren machen, haben einen starken Einfluss auf unsere Einstellung Beziehungen gegenüber. Leider erinnern wir uns – unbewusst – besonders an negative Erlebnisse. Wer sich beispielsweise in dieser sensiblen Zeit von den Eltern verlassen fühlte (der arme Babysitter musste sich sicher viel Gebrüll anhören), wird später in Beziehungen gerne übermäßig klammern. Doch unsere Eltern legen nicht fest, ob wir Glück in der Liebe finden oder nicht. Denn wir haben es in der Hand, unsere emotionalen Muster zu erkennen und zu durchbrechen.

Ein ungelöstes Lebensthema

Wem seine inneren Konflikte nicht klar sind, der läuft Gefahr, immer und immer wieder den falschen Partner zu wählen, der ein bis dato ungelöstes Lebensthema repräsentieren soll. Da wählt man eben den Mann, der emotional keine Nähe zulassen kann, weil man sich selbst nicht liebenswert genug findet. Oder man lässt sich von der Freundin zum Pantoffelhelden degradieren, weil die eigene Mutter es ebenso handhabte und man es eh nicht wert ist, besser behandelt zu werden. Um diese Schemas durchbrechen zu können, muss man sich darüber klar werden, welche Konflikte man mit sich selbst herumträgt – und sich selbst so viel Wert sein, dass man sich zugesteht, ein Anrecht auf einen liebenden Partner an seiner Seite zu haben.

Mein Feind, der Partner

Gegensätze ziehen sich an – nicht immer zum Besseren. Oft sucht man etwas, das einem selbst fehlt, beim Partner. Das kann eine Beziehung bereichern, oftmals steckt aber etwas ganz anderes dahinter: Man wählt den Partner so, dass er all das verkörpert, was man selbst an sich nicht mag. Dieses Negative muss man dann nicht selbst ausleben, der Partner übernimmt diesen Part. Wer diszipliniert und organisiert ist, kann seinem chaotischen Partner die Hölle heiß machen, wenn dieser schon wieder etwas vergessen hat. Der Konflikt wird ausgelagert: Anstatt, dass man mit sich selbst ringt, ob man nun die Küche brav putzt oder es für heute einfach mal gut sein lässt, kann man dem Partner genüsslich Vorwürfe machen. Dieser übernimmt all das Negative für einen, man selbst fühlt sich rein und erhaben und hat die inneren Konflikte gekonnt ausgelagert. Das mag einem selbst für das psychische Wohlbefinden zwar kurzzeitig guttun, nur leider bereichert es nicht gerade das Liebesglück. 

Schema F

Die Partnerwahl verläuft meist nach dem gleichen Beuteschema. Wer immer schon vom einsamen Wolf, der am Rande der Gruppe steht, fasziniert war, wird ihn wieder und wieder ansprechen, wer bei den Witzen des Klassenclowns schon in seiner Jugend am lautesten lachte , wird ebenso bei der Partnerwahl auf den Typ Alleinunterhalter abfahren. Nur: Das Gewohnte ist keine Garantie für Glück, im Gegenteil! Manchmal übersehen wir potenzielle Partner, die uns wahres Liebesglück bringen würden, weil sie einfach nicht in unser Schema fallen. Braunhaarig? Niemals, blond muss sie sein! Und schon hat man vornherein einer womöglich großen Liebe keine Chance gegeben. Wieso ist es aber so schwer, diese destruktiven Gewohnheiten zu ändern? Ganz einfach, Routinen schenken uns ein Gefühl von Sicherheit.

13 ist eine Glückszahl

Studien zeigten, dass man statistisch gesehen zwölfmal an den Falschen gerät. Sind die eigenen Ansprüche nicht allzu groß, könnte der 13. erste Kuss vor den Traualtar führen. Wer hingegen wirklich heikel ist, der könnte bis zu 36 Frösche küssen müssen, bis er auf seinen Prinzen trifft. Wessen Lippen vom vielen Küssen schon ganz wund sind und sich endlich nach dem Richtigen sehnen, sollte seine Partnersuche verändern.

Vom richtigen Suchen

Um endlich den richtigen Partner zu finden, muss man die sicheren, ausgetretenen Pfade verlassen und Neues wagen. Mit vier einfachen Tricks vergrößert man seine Chancen, das Liebesglück zu finden.

  • Zuallererst sollte man sich darüber klar werden, was man eigentlich will und was man sich von einem Partner erwartet. Das schreibt man sich dann am besten auf. Erst so wird einem oft klar, nach was man wirklich sucht.
  • Weiß man was man will, sollte man auch nur noch danach Ausschau halten. Anstatt sich auf das zu konzentrieren, was man an sich selbst ablehnt und einen Partner zu suchen, der dieses Negative verkörpert, sollte man sein Augenmerk auf das Positive lenken. Sucht man nach dem, was man wirklich will, bekommt man es auch.
  • Alte unaufgearbeitete Konflikte beeinflussen unser Liebesleben. Um davon loszukommen, müssen wir sie erkennen und uns darüber klar werden sein, wie sie unser Liebesglück verhindern könnten.
  • Das Beuteschema erweitern: Egal ob klein oder groß, dick oder dünn, langhaarig oder mit Glatze, lustig oder melancholisch, belesen oder Serienjunkie: Erweitern Sie ihr Beuteschema und lassen Sie in einem ersten Schritt alles zu. Denn wer weiß schon, ob sich hinter dem schüchternen Typ in der Bibliothek nicht die ganz große Liebe verbirgt?