Mythos oder Wahrheit? 8 Gesundheitstipps auf dem Prüfstand

Salzstangen soll man essen, wenn der Bauch rumort, wem beim Autofahren schlecht wird, der darf vorne sitzen und Salbeitee verjagt Halsschmerzen. Manches davon hilft, doch Achtung: Ein Tipp kann sogar gefährlich werden!

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Hilft Salbeitee wirklich bei Halsschmerzen? Foto: Yanis_Novikov/iStock/Thinkstock

Es gibt gängige Tipps, die wirklich jeder kennt: Salzstangen und Cola lindern Durchfall, Milch mit Honig hilft bei Schlaflosigkeit und ein Gläschen Wein vertreibt Nervosität und Lampenfieber. Stimmt das alles wirklich oder sind das noch Tipps aus Großmutters Zeiten und so längst widerlegt? Eines gleich vorweg: Manche Tipps bewirken sogar das Gegenteil!

1. Cola und Salzstangen bei Durchfall

Wenn im Bauch Ausnahmezustand herrscht, greifen viele zu Cola und Salzstangen. Angeblich soll Cola den Durchfall stoppen und die Salzstangen dem Körper dabei helfen, den Mineralienhaushalt, der durch den Flüssigkeitsverlust entsteht, wieder ins Lot zu bringen. Ist das klug? Nein, ganz im Gegenteil, Ärzte warnen sogar vor dieser Praktik! Der Grundgedanke, dem Körper Mineralien zukommen zu lassen, ist ja nicht schlecht, nur leider eignen sich Cola und Salzstangen dafür gar nicht. Die Cola enthält viel zu viel Zucker – Durchfall kann so sogar noch verstärkt werden. Damit ist nicht zu spaßen! Wer glaubt, mit Coke Zero auf der sicheren Seite zu sein, irrt: Das Koffein verstärkt den Kaliumverlust im Körper.

Auch die Salzstangen werden keine Wunder vollbringen, da sie nur Natrium enthalten. Eine Elektrolytlösung aus der Apotheke beinhaltet aber neben Natrium auch Kalium. Deswegen: Finger weg von Cola und Salzstangen!

2. Banane und geriebener Apfel bei Durchfall

Ein klares ja! Die leckeren Südfrüchte enthalten gesunde Nährstoffe, allen voran Kalium, das der Körper nun vermehrt braucht. 100 Gramm Bananen enthalten bereits 380 Milligramm Kalium. Die in der Banane und im Apfel (unbedingt mit der Schale reiben!) enthaltenen Pektine helfen dem Körper, das Wasser im Darm zu binden und können so den Durchfall lindern. 

3. Milch mit Honig zum Einschlafen

Wer nachts kein Auge zutun kann, sollte es einmal mit warmer Milch mit Honig versuchen. Milch enthält Tryptophan, ein Eiweiß, dass wir nicht selbst herstellen können. Je nach Tageszeit passiert beim Trinken von Milch aber etwas Unterschiedliches: Ist es Tag, bringt das Tryptophan das Gehirn dazu, mehr Serotonin, das Glückshormon zu produzieren. Ist es hingegen dunkel und Nacht, wird verstärkt das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet. Klingt toll – zumindest in der Theorie. Denn damit der Körper genügend Tryptophan aufnehmen könnte, um eine Wirkung zu erzielen, müsste man 25 Gläser Milch trinken. Da man danach aber wohl unweigerlich ständig aus Klo rennen müsste, hätte man wohl auch keine erholsame Nacht. 

4. Beim Autofahren vorne sitzen hilft gegen Übelkeit

Meist wird Kindern beim Autofahren schnell schlecht, doch auch Erwachsenen wird in kurvenreichen Straßen schnell einmal flau im Magen. Allgemein wird dann geraten, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen. Hilft das? In der Tat. Meist wird einem im Auto übel, weil der Körper mit zwei entgegengesetzten Sinneseindrücken zu kämpfen hat: Wir sitzen und bewegen uns gleichzeitig weiter. Sensible Menschen reagieren darauf mit Übelkeit. Wer aber vorne sitzt, leidet weniger an diesem sensorischen Konflikt, da er nach vorne blicken und den Horizont fixieren kann und nicht am seitlichen Fenster die Landschaft vorbeiziehen sieht. 

5. Ein Gläschen Wein beruhigt die Nerven

Erstes Date, Flugangst, Lampenfieber – wer schnell nervös wird, soll zur Beruhigung ein Gläschen Wein trinken, das beruhigt die Nerven. Stimmt das? Da ist durchaus etwas Wahres dran. Alkohol macht allgemein lockerer und ungehemmter, aber Wein kann noch mehr: Studien zeigten, dass die in Wein (Rotwein ist Weißwein vorzuziehen) enthaltenen Phenole eine stärkende Wirkung auf das Nervensystem haben. Eine Langzeitstudie mit 5.000 Teilnehmern zeigte, dass Weintrinker weniger oft an Depressionen leiden. Die Behauptung, dass ein Glas Wein gut für die Nerven ist, ist also durchaus berechtigt. 

6. Salbeitee lindert Halsschmerzen

Nicht jeder mag den Geschmack von Salbeitee. Kratzt es aber im Hals, überwinden sich viele und trinken brav ihren Tee. Doch wirkt Salbei etwa gar nicht bei Halsschmerzen und man hat sich umsonst gequält? Nein, Salbei hilft wirklich! Die enthaltenen ätherischen Öle können Krankheitserreger abtöten und die Gerbstoffe verändern die Eiweißzusammensetzung der Schleimhäute so, dass Viren und Bakterien nicht mehr überleben können. Am besten täglich einige Tassen des Tees trinken und auch damit gurgeln. 

7. Salbei hilft gegen übermäßiges Schwitzen

Es geht gleich weiter mit Salbei. Hilft Salbei gegen übermäßiges Schwitzen? Ja, auch dagegen ist ein Kraut – Salbei eben – gewachsen. Die ätherischen Öle beeinflussen die Nervenenden der Schweißdrüsen und hemmen so die Schweißproduktion. 

8. Salzig essen bei Kreislaufproblemen

Droht man aufgrund eines zu niederen Blutdrucks umzukippen, sollte man in der Tat schnell etwas Salziges essen. Das Salz lässt nämlich den Blutdruck ansteigen. Auch viel trinken hilft. Das muss aber nicht unbedingt Cola sein, sondern Wasser alleine ist ausreichend, um den Blutdruck wieder zu stabilisieren. Auch Beine hochlagern hilft bei niederem Blutdruck, das Blut kann so leichter zum Herz zurückfließen. 

 

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