So nicht! Die 4 schlimmsten Kommunikationsfehler

Streit gehört in jede Beziehung – schließlich kann man sich ja nur so anschließend wieder versöhnen. Damit das mit dem lieben Frieden aber auch wirklich wieder hinhaut, sollte man diese vier Fehler in der Kommunikation tunlichst vermeiden!

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Den Partner ignorieren? Gar keine gute Idee!  Foto: Anetlanda/iStock/Thinkstock

Beziehungen leben von einem auf und ab, mal ist man verrückt nach dem anderen, mal macht er einen verrückt … Da ist es nur natürlich und gesund, dass es zu einem ordentlichen Krach kommt. Davor braucht man sich auch nicht zu fürchten, denn oft läuft es anschließend, nachdem jeder seinen Standpunkt klar gemacht hat und seine Wünsche formuliert hat, besser denn je. Es ist aber wichtig, einige grundlegende Regeln einzuhalten, damit ein Streitgespräch auch konstruktiv wirken kann. Der Psychologe John Gottman hat vier Todsünden der Kommunikation bestimmt, die man wirklich vermeiden sollte. 

1. Du hast Schuld – an allem 

Der Klassiker: Kaum streitet man wegen einer Sache, weitet man die Anschuldigungen sofort auf das gesamte Leben aus. Da kam der Partner dann eben nicht genau heute zu spät, sondern natürlich immer! Und bringt nie den Müll raus. Und lässt ständig die Socken liegen. Und das sind noch harmlose Anschuldigungen. Der Vorwurf "Nie sagst du mir, dass du mich liebst" bringt eine Beziehung schon in Gefahr. Man sollte sich wirklich bemühen, aus einem bestimmten Vorkommnis keine Grundsatzdiskussion zu entfachen, sondern einfach im Hier und Jetzt das momentan aktuelle Thema besprechen.

2. Ich? Niemals!

Was ist die natürliche Reaktion, wenn man allerlei Anschuldigungen an den Kopf geworfen bekommt? Klar, man verteidigt sich! Sich dieser Kommunikationsfalle zu entziehen ist sehr viel schwieriger, als die erste (die generalisierten Anschuldigungen) gar nicht zu begehen. Verteidigung ist ein natürlicher Reflex und kaum zu unterdrücken. Aber man sollte sich bemühen, sich auch seine eigene Schuld einzugestehen und dazu zu stehen. Einfach alles zu leugnen bringt die Diskussion nicht voran. Ganz von ungefähr werden die Anschuldigungen des Partners schon nicht kommen, also sollte man auch darauf eingehen und nachfragen, wieso die liegengebliebenen Socken den einen denn so massiv stören.

3. Verachtung

Liebe und Verachtung? Das passt nicht zusammen! Der Partner sollte doch jemand sein, denn man bewundert und respektiert. Alltagssorgen, Stress und Streitigkeiten können aber dazu führen, dass man auch in einer Beziehung Verachtung für den anderen empfindet. Dazu kommt es nicht von heute auf morgen, sondern negative Gedanken nisten sich im Laufe der Zeit immer mehr ein und prägen unser Denken über den Partner. Und wenn Verachtung das dominierende Gefühl geworden ist, dann ist Konfliktlösung uninteressant geworden, man möchte dem anderen schließlich nur noch Schaden zufügen. Kommt man da noch raus? Schwierig … Vielleicht wenn man sich darauf besinnt, wieso man einmal tiefe Liebe für den anderen empfunden hat und beide eine große Einsatzbereitschaft zeigen, Konflikte von nun an anders auszutragen. In vielen Fällen ist die Liebe aber bereits so weit zerstört, dass eine Trennung unausweichlich ist. 

4. Rückzug

Was ist schlimmer als dem Partner stets Vorwürfen wie "nie machst du" und "immer kommst du zu spät" zu machen? Gar keine Streitigkeiten mehr auszutragen! In einer Beziehung, in der nicht auch einmal ordentlich die Fetzen fliegen, ist das Interesse am anderen komplett abhandengekommen. Haben beide Partner kein Interesse mehr an Diskussionen, sollte man sich wirklich fragen, ob eine Trennung nicht für beide Seiten die bessere Lösung wäre. Belastend wird es aber besonders dann, wenn ein Partner die Konfrontation sucht, der andere der aber aus dem Weg geht. Wer sagt: "Nein, darüber mag ich jetzt nicht sprechen, das interessiert mich jetzt nicht", der lässt den Partner in seiner Wut allein und steigert sie noch, da dieses "Nein, ich mag jetzt nicht streiten" eine eiskalte Machtdemonstration ist. So gleichgültig behandelt zu werden erzeugt Frust und tiefen Kummer. Deswegen sollte man jedes Anliegen, das einer in der Beziehung auf den Tisch bringen möchte, ernst nehmen und darüber sprechen – welche Fehler man dabei nicht machen sollte, wissen Sie ja jetzt.