Beziehungen: 3 sind einer zu viel!

Nur du und ich – und der Ex-Freund, die Mutter, die beste Freundin. In einer Beziehung gibt es viele Einflüsse von Außen, die sich gar nicht positiv auf die Liebe auswirken.

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Läuft mit der Ex noch was?  Foto: cyano66/iStock/Thinkstock

Es könnte so schön sein: Man hat einen Partner, der einen liebt und ist selbst über beide Ohren verliebt – wäre da nur nicht ständig das Gerede von dieser Ex-Freundin. Oder die Mutter, die täglich anruft, um sich nach dem werten Befinden zu erkundigen und in regelmäßigen Abständen Essen vorbeibringt, da der Sohnemann sonst ja verhungern würde. Oder die eigene beste Freundin, die einem bei jedem Kaffeeklatsch prophezeit, dass dieser Mann nicht der Richtige ist und die Beziehung ein böses Ende nehmen wird. Das kann auf Dauer ganz schön belastend werden …

Mit Vergangenem abschließen

Ehemalige Partner geistern häufig auch durch die aktuelle Beziehung. Dabei ist es egal, ob der oder die Ex in einer anderen Stadt lebt, viele Dinge in der Wohnung aber noch von der Beziehung zeugen, ob man sich regelmäßig auf einen Plausch trifft oder ob man ständig über den Ex-Partner redet. All dies verletzt den aktuellen Partner, um den sich ja eigentlich alles drehen sollte. Auch Vergleiche mit der letzten Beziehung sind Gift und sollten vermieden werden – wem bringt es schließlich etwas? Nur das Vertrauen wird so geschmälert. Ein komplettes Kontaktverbot mit ehemaligen Partnern sollte man aber auch nicht anstreben, dieser Schuss könnte nach hinten losgehen.

Doch wie geht man nun am besten mit diesem Thema um? Offenheit und Vertrauen sind wichtig! Jeder sollte seine Bedenken klar äußern dürfen, muss damit einhergehend dem anderen aber auch sein Vertrauen schenken. Wenn wirklich nur noch eine Freundschaft zum Ex-Partner besteht (und dem wird wohl auch so sein, sonst hätte man ja nicht eine neue Beziehung begonnen), dann sollte man diese auch respektieren. Wem vom Partner so viel Vertrauen entgegengebracht wird, der sollte es dann aber auch nicht ausreizen und die Ex-Freundin zum Schluss noch öfters treffen als die aktuelle! 

Ein Drache?

Schwiegermütter können … schwierig sein. Dabei meinen sie es – bis auf wenige Ausnahmen – meist gar nicht böse. Der Konkurrenzkampf zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter ergibt sich ganz automatisch, da beide Frauen um die Gunst des wertvollsten Mannes in ihrem Leben buhlen. Die Mutter punktet dabei durch Erfahrung, immerhin war sie die erste Frau im Leben ihres Sohnes, die Freundin macht das aber mit Schönheit und Jugend wieder wett. Betrachtet man das genauer, wird eigentlich schnell klar: Bei diesem Wettstreit kann niemand gewinnen und man schadet sich nur selbst. Das Einzige was hilft? Gelassenheit an den Tag legen. Machen Sie sich nicht fertig, wenn man der lieben Schwiegermutter nichts recht machen kann, sondern sehen Sie darüber hinweg und schüren Sie den Konflikt nicht zusätzlich. Schwiegermütter sollten dafür versuchen, die Schwiegertochter nicht als Konkurrenz zu sehen, sondern sich für den Sohn freuen und das Paar unterstützen. 

Die (un)geliebten Freunde

Freunde sind etwas Wunderbares und unglaublich wichtig. Freundschaften bereichern unser Leben und niemand sollte wegen einer Beziehung auf seine Freunde verzichten müssen. Das Worst Case-Szenario besteht wohl darin, dass der Partner und die Freunde sich gegenseitig gar nicht riechen können. Auweia, da steht man dann wie ein begossener Pudel zwischen zwei Stühlen. Für welche Seite soll man sich starkmachen? Mit wem seine Zeit verbringen? In einer solchen Situation fühlt man sich unglücklich und einsam, dabei möchte man es ja nur allen recht machen. Manchmal müssen sich Partner und Freundeskreis aber gar nicht verstehen, sondern können sich geschickt aus dem Weg gehen. Es ist nämlich auch wichtig, dass jeder seinen Freundeskreis außerhalb der Beziehung hat und diesen pflegt. Aktivitäten ohne den Partner bringen neuen Schwung in die Beziehung.

Manchmal geht es aber nicht anders und man trifft aufeinander. Und nun? Dem Partner oder besten Freund zuliebe sollte man sich zurückhalten und keinen Streit vom Zaun brechen. Die Zeit wird schon vorbeigehen – im besten Fall hatten alle einen akzeptablen Abend und gehen anschließend wieder getrennte Wege. Bis zum nächsten Wiedersehen wird schon hoffentlich genügend Zeit vergehen …

Die beste Freundin 

Einem bestimmten Freundeskreis kann man, mit der richtigen Planung, recht einfach aus dem Weg gehen. Viel schwieriger wird es aber, wenn die beste Freundin oder der beste Freund des Partners einen ganz und gar nicht mag und dies bei jedem Treffen betont. Da kann man selbst meilenweit entfernt sein, das ständige Lästern kann einen starken Einfluss haben. Das kann man auch bei sich selbst beobachten: Zeigt sich die eigene beste Freundin not amused über den neuen Mann, sollte man das nicht so leichtfertig abtun. Immerhin kennt die beste Freundin einen meist schon viele, viele Jahre lang und sieht die ganze Situation etwas objektiver als man selbst. Sollte sie wirklich triftige Gründe oder Beispiele aufzählen, wieso diese Beziehung nicht gerade die beste Idee ist, kann man ruhig einmal in sich gehen und diese Worte überdenken – vielleicht findet man ja selbst, dass da etwas Wahres dran ist? 

Patchworkfamilie

Immer mehr Familien sind Patchworkfamilien, in denen einer oder beide Partner Kinder aus vorherigen Beziehungen mit in das neue, gemeinsame Zuhause bringen. Plötzlich haben diese Kinder eine neue Mutter, einen neuen Vater und aus einem Einzelkind wurde plötzlich eine große Schwester oder ein kleiner Bruder. Da sind Konflikte vorprogrammiert, die sich auch ganz schön auf das Liebesglück auswirken können. Schließlich will jeder Elternteil nur das Beste für seine Kinder, seinen Wunsch nach einer Beziehung aber auch nicht einfach so aufgeben. Wie geht man nun am besten mit so einer Situation um?

Die Lösung heißt Geduld! Geben Sie sich als Elternteil und den Kindern ausreichend Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Normale Familien entstehen auch nicht von heute auf morgen, wieso sollte das dann bei einer Patchworkfamilie funktionieren? Studien konnten zeigen, dass es durchschnittlich fünf Jahre dauert, bis eine Patchworkfamilie wirklich als Einheit zusammengewachsen ist. Bis es so weit ist, sollte der neue Partner vielleicht nicht die ganze Kindererziehung auf den Kopf stellen wollen, sondern sich lieber etwas zurücknehmen. Nicht zurücknehmen sollte man sich aber bei der Kommunikation: Jedes Familienmitglied sollte die gleich faire Chance erhalten, seine Gefühle und Empfindungen offen mitteilen zu dürfen! Nur wenn das möglich ist, können nach und nach alle Familienmitglieder der neuen Situation auch etwas Gutes abgewinnen.