Allergisch auf Alkohol? Das sind die Anzeichen!

Kater nach dem wilden Abend? Völlig normal! Doch manche Menschen reagieren auf Alkohol empfindlicher als andere – beobachten Sie diese Anzeichen bei sich, sollten Sie Alkohol lieber meiden.

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Rotweinen bereitet vielen Menschen Probleme Foto: Persians/iStock/Thinkstock

Bier, Wein, Cocktails – je länger der Abend, desto exzessiver der Konsum. Am nächsten Tag sind der Schädel und der Kummer groß und man schwört sich: nie wieder! Bis zum nächsten Wochenende hat man seinen guten Vorsatz aber meist vergessen, denn sooo schlimm war der Kater nun auch wieder nicht … Bei manchen Menschen reicht aber schon der Genuss von einem Glas Wein aus, um körperliche Beschwerden und Unwohlsein hervorzurufen. Das hat mit einem normalen Kater nicht mehr viel gemein, sondern hierbei handelt es sich um eine Allergie!

Alkoholallergie

Wenn einem beim Anblick vom Marillenschnaps schon schlecht wird, hat das meist weniger mit einer Allergie zu tun als einfach damit, dass man in seinem Leben bereits einmal zu viel davon getrunken hat. Denn eine reine Alkoholallergie, bei der der Körper auf das Ethanol reagiert, ist sehr selten. Leidet man allerdings darunter, können auch Parfums, Mundwasser und Reinigungsmittel eine Reaktion auslösen. Viel häufiger als eine reine Alkoholallergie sind aber Unverträglichkeiten gegen einzelne Bestandteile, die in Bier und Wein auch noch vorkommen.

Wein: Histamin, Sulfite und LTP

Verträgt man keinen Alkohol, reagiert man meist auf einen bestimmten Inhaltsstoff und nicht auf den Alkohol selbst. So vertragen manche Menschen Bier besser als Wein und Weißwein besser als Rotwein oder umgekehrt. Eine Unverträglichkeit gegen alkoholische Getränke ist durchaus verbreitet, eine Mainzer Studie ergab, dass 7,2 % der Teilnehmer nach dem Weingenuss an unangenehmen Beschwerden litten – Frauen häufiger als Männer. Eine dänische Studie ergab sogar, dass 13 % der Bevölkerung alkoholische Getränke nur schlecht vertragen.

Besonders Rotwein enthält große Mengen an Histamin, das zu heftigen Reaktionen führen kann. In der Schalen der Weintrauben kommt das Protein LTP vor und auch davon ist in Rotwein mehr zu finden als in Weißwein, da beim Rotwein die Schale der Trauben mit vergoren werden. Rotwein gehört durch den hohen Histamin- und LTP-Gehalt zu den alkoholischen Getränken, die am meisten Probleme verursachen, Weißwein und Bier können in diesem Fall eine verträgliche Alternative sein.

Sulfite sind Schwefelverbindungen, die beim natürlichen Gärungsprozess entstehen, sie werden aber auch gezielt dazu eingesetzt, den Wein haltbarer zu machen. Weißwein werden mehr Sulfite zugefügt. Deswegen ist er aber nicht besser verträglich, sondern Rotwein enthält diesen Stoff von Natur aus in größeren Mengen. Hier macht Rot oder Weiß also keinen Unterschied, allerdings gilt: Je süßer der Wein, desto mehr Sulfite sind enthalten. Statt einem fruchtigen Rotwein kann ein trockener Weißwein also doch die bessere Wahl sein. 

Insektengift im jungen Wein

Eine Allergiequelle, an die Forscher bis jetzt kaum dachten und mehr durch Zufall entdeckten: In jungem Wein kommt Insektengift vor – wer also eine Bienenallergie hat, kann auch durch einen kräftigen Schluck Wein Symptome zeigen. Bei der Traubenlese gelangen die Insekten in die Maische. Wird der Wein nun nur für kurze Zeit gelagert, kann dieses Gift der Insekten nicht vollständig abgebaut werden – bei gut gereiftem Wein konnte hingegen kein Insektengift mehr nachgewiesen werden.

Bier: Gluten

Wer nach einem zünftigen Abend in der Kneipe am nächsten Morgen mit einem Brummschädel erwacht, sollte lieber nicht dem Hopfen die Schuld daran geben. Denn eine Hopfenallergie ist sehr selten – viel eher haben Heuschnupfenpatienten mit dem Stoff zu kämpfen als Bierliebhaber. Genauso wie Wein enthält auch Bier Histamin, allerdings in geringeren Mengen als in Rotwein enthalten ist. Allerdings enthält Bier, im Gegensatz zu Wein, Gluten. Zölliakiepatienten sollten also tunlichst die Finger davon lassen! Aber genauso wie Weinliebhaber versuchen können von Rot- auf Weißwein umzusteigen, findet man mittlerweile auch glutenfreie Biere im Handel, die auf einer glutenfreien Getreideart, beispielsweise Mais, basieren. Ebenso ist es möglich, dem Bier nachträglich das Gluten zu entziehen, was sich allerdings auch auf den Preis niederschlägt. 

Symptome

Woran erkennt man nun, ob man am Vorabend einfach nur zu trinkfreudig war oder ob man tatsächlich einer Unverträglichkeit die Schuld am flauen Magen geben darf? Eine Alkoholallergie oder Unverträglichkeit zu erkennen, kann durchaus kompliziert sein, da sich die Symptome oftmals mit denen eines normalen Katers decken. Auch die Zeitspanne, in der erste Beschwerden auftreten, kann variieren: Von einer sofortigen Akutreaktion bis hin zu einer 24-stündigen zeitverzögerten Wirkung ist alles möglich. Im schlimmsten Fall kann ein allergischer Schock sogar tödlich sein. Treffen einige dieser Anzeichen auf Sie zu, sollten Sie hellhörig werden und genau auf Ihren Körper achten, um herauszufinden, ob man tatsächlich eine Unverträglichkeit oder nur einen zu großen Durst hat:

  • Verstopfte Nase
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen
  • Rote, juckende Haut
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Magen-Darm-Probleme
  • Geschwollene Augen, zugeschwollene Nase, Probleme beim Schlucken
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Muskelschmerzen

Prost – so gelingt die Diagnose

Hat man den Verdacht, dass der stechende Schädel am nächsten Tag nicht nur von der Alkoholmenge kommt und das Herzrasen nicht nur daher rührt, dass man panisch sein Smartphone checkt, um zu sehen, welche peinlichen Nachrichten man am Vorabend im Suff mit aller Welt geteilt hat, dann sollte man eine Alkoholunverträglichkeit in Betracht ziehen. Um seinen Verdacht zu erhärten (oder im besten Fall zu entkräftigen), sollte man zuallererst mal einen Schluck trinken! Und zwar einen Abend lang nur Rot-, Weißwein oder Bier, um zu sehen, welches Getränk und wie viel davon die stärksten Beschwerden verursach. Sind die Beschwerden nicht zu akut, kann so eine Selbstdiagnose durchaus amüsant sein. Doch Vorsicht: Leidet man wirklich an einer massiven Allergie, kann zu viel Alkohol zum Tod führen – hier ist die Selbstdiagnose keine Wahl, sondern ein Allergietest beim Arzt kann dabei helfen, die Diagnose zu sichern.

Trinken – aber richtig

Was tun, wenn die Geburtstagsparty des besten Freundes naht und man unsicher ist, was man denn nun gefahrlos trinken kann und was nicht? Grundlegend sollte man schon wissen, ob man eher Wein oder Bier verträgt. Hat man sich für Wein entschieden, ist Weißwein oder Roséwein meist die bessere Wahl, da diese Weine weniger LTP und Histamin enthalten. Will man sich einen Cocktail gönnen, sollte man auf Spirituosen zurückgreifen, die kein Getreide enthalten: Rum, Vodka und Tequila wären eine gute Wahl. Natürlich kann es sein, dass man trotz dieser Tipps am nächsten Morgen einen schlimmen Kater hat – die Frage ist nur, ob eine Unverträglichkeit daran Schuld hat oder man einfach zu tief ins Glas geschaut hat …

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