Soll der Partner auch bester Freund sein?

Diese Frage taucht in zahlreichen Gesprächen unter Freundinnen auf, wobei die Meinungen stark auseinanderdriften. Während eine Frau ihren Partner auch als besten Freund wissen mag, teilt die andere Freundschaft und Beziehung streng.

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Partner oder bester Freund? Foto: g-stockstudio/iStock/Thinkstock

Nicht selten kommt es vor, dass eine Ihrer Freundinnen die Partnerschaft sogar hinterfragt, weil der Partner eben NICHT ihr BFF ist, mit dem sie jedes Detail teilt und zerpflückt. Doch das muss, beziehungsweise sollte sie auch nicht, wie Experten raten.

1. Der wesentliche Unterschied: Sexualität

Natürlich ist es schön, im Partner auch einen Seelenverwandten gefunden zu haben, der ähnliche Vorlieben, Werte und Einstellungen teilt. Ihr bester Freund muss oder SOLLTE er trotzdem nicht werden. Warum? Der wesentliche Unterschied zwischen einer Freundschaft und einer Liebesbeziehung ist, dass im platonischen Kontext keine Sexualität und Romantik stattfinden, die für eine Partnerschaft jedoch unerlässlich sind – zumindest in der Verliebtheitsphase. Ist man beispielsweise beim Schwarm in der „Friend Zone“, also "Kumpelzone" gelandet, ist es nur noch schwer möglich, eine erotische Spannung zu kreieren.

2. Ein Anker trägt zu viel Last

Jeder Mensch braucht unterschiedliche Anker im Leben, nicht nur einen. Ihr Partner kann unmöglich in jeder belastenden Lebenssituation Ihre absolute Nummer eins sein – das wäre eine zu große Bürde für ein Individuum. Menschen tanken Kraft aus Familienmitgliedern, Freunden, dem Partner oder manchmal sogar Arbeitskollegen. Haben Sie keine anderen Ventile für Ihr Wehklagen, wird dem Partner eine erdrückende und oft nervige Position zuteil, die er auf Dauer nicht halten kann und möchte.

3. Es darf Geheimnisse geben

Jeder Mensch hat Geheimnisse, die er auch seiner besseren Hälfte nicht erzählen muss, denn diese können Experten zufolge sogar nach hinten losgehen. Natürlich sollen Sie sich angstfrei dem Partner anvertrauen können, ihm nichts vormachen. Eine Liebesbeziehung sollte jedoch möglichst immer von einem Hauch Aufregung und Spannung begleitet sein. Zwar sind Routine, Komfort und Vertrautheit wunderbare und notwendige Komponente, die zur Zweisamkeit dazugehören, doch gewisse Einzelheiten Ihres Lebens dürfen gerne im Verborgenen bleiben beziehungsweise mit der besten Freundin elaboriert werden. Nichtsdestotrotz sollten Sie eine sichere Vertrauensbasis schaffen.

4. Individualität geht verloren

Teilen zwei Partner das gleiche soziale Umfeld, die gleichen Aktivitäten und Routinen, den gleichen Haushalt, passiert es nicht selten, dass sie ihre Individualität verlieren. Laut Paartherapeuten besteht eine Beziehung jedoch aus zwei einzigartigen Personen, die sich ergänzen und Leidenschaften miteinander teilen. Die besten Partnerschaften bestehen aus Menschen, die vieles gemeinsam haben, jedoch auch eine gute Balance zwischen getrennter und gemeinsamer Zeit an den Tag legen.

5. Einzigartige Interaktion mit BFFs

Eine Freundschaft unter Frauen ist beispiellos. Mit den Freundinnen tauschen wir uns anders aus als mit dem Partner, besprechen Beziehungsprobleme, die oft nur mithilfe der besten Freundin überhaupt aus der Welt geschaffen werden können und teilen auch Interessen, die Ihre bessere Hälfte nicht hat. Diese Interaktion ist gesund und sollte nicht durch einen Mann ersetzt werden. Stellen Sie sich vor, Sie würden die genau gleichen Gespräche mit dem Partner wie mit Ihren Freundinnen führen, die gleichen peinlichen Geschichten austauschen und sich auch genau so gehen lassen wie mit den tatsächlichen BFFs. Sie verstehen?

6. Partner trotzdem BFFs

Wer in seinen Partner dennoch auch den besten Freund gefunden hat, die genannten Problematiken dennoch an der Beziehung abprallen, gehört zu den weißen Raben unter den Liebenden. Eine schöne Rarität!