Tirol: Drei Schwerverletzte bei Schulbus-Unglück

Im Bezirk Reutte wurde ein Schulbus von einem Zug erfasst. Der Busfahrer und zwei Kinder sind schwer verletzt.
Autor: APA Chronik, 20.10.2022 um 11:08 Uhr

Auf der Strecke der Außerfernbahn bei Pflach im Tiroler Bezirk Reutte ist Donnerstagfrüh ein Bus von einem Güterzug erfasst worden. Wie die Leitstelle Tirol mitteilte, handelte es sich dabei um einen Schulbus. Bei der Kollision wurden nach derzeitigem Informationsstand drei Personen – der Busfahrer und zwei Kinder im Alter von 11 und 13 Jahren – schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich gegen 7.15 Uhr auf einem unbeschrankten Bahnübergang. Der Bus wurde rund 30 Meter mitgeschleift, touchierte einen Oberleitungsmast und kam dann an einer Böschung zum Stehen. 

Buslenker war nicht ansprechbar

Der einheimische Buslenker sei aufgrund der Rotation des Fahrzeugs aus dem Bus geschleudert worden und rund 20 Meter neben den Gleisen zu liegen gekommen, so die Polizei weiter. Er wurde schwer verletzt mit dem Hubschrauber in die Klinik nach Innsbruck geflogen.  Die beiden Kinder - es soll sich um ein deutsches Geschwisterpaar handeln - seien verletzt worden. Das elfjährige Mädchen wurde ebenfalls in die Klinik nach Innsbruck überstellt, der Bub wurde ins Krankenhaus Reutte eingeliefert.

Kein Schranken an Unfallstelle

Warum der Linienbus in den Bahnübergang einfuhr, ist laut Polizei bis dato unklar. Aktuell werde die Unfallursache erhoben, so Gasser-Mair. Es würden "sämtliche Daten – wie etwa der Funkverkehr der Lok – ausgewertet und Zeugenbefragungen durchgeführt". Der Lokführer sei seinen Informationen nach unverletzt. Dem Pressesprecher der ÖBB, Christoph Gasser-Mair, war es im Gespräch mit der APA wichtig zu betonen, dass es sich um "keinen ungesicherten Bahnübergang" handle - die Sicherung basiere "in dem Fall auf den Verkehrszeichen". Es gebe allerdings "keine Lichtzeichenanlage und keine Schranken", der Bahnübergang sei also "technisch nicht gesichert", führte der Sprecher aus. Indes berichtete der ORF Tirol, dass vier unbeschrankte Bahnübergänge in Pflach in diesem Herbst technisch hätten gesichert werden sollen. "Vor zwei Wochen haben wir aber von der ÖBB die Information bekommen, dass diese Sicherungsarbeiten wegen Ressourcenmangels verschoben werden müssen", erklärte der Pflacher Bürgermeister Karl Köck.

Schienenersatzverkehr im Einsatz

Der Güterzug sei Richtung Vils unterwegs gewesen. Mittlerweile sei zwischen Reutte und Vils ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Streckenunterbrechung wird laut Gasser-Mair andauern, vermutlich wird der Zugverkehr heute nicht mehr aufgenommen werden können.