Corona-Impfung: Nächster Stich oder besser noch warten?

Eine Corona-Immunisierung mit einem an BA.1. angepassten Vakzin ist nun möglich. Dominant ist aktuell allerdings die Variante Omikron BA.5. Macht das Sinn?
Autor: APA Chronik, 15.09.2022 um 12:16 Uhr

Im Kampf gegen das Coronavirus sind inzwischen fast 300.000 Dosen des bivalenten Moderna-Impfstoffes in Österreich verfügbar, der sich auch gegen die Omikron-Variante BA.1 richtet. Es handelt sich dabei um eine angepasste Version des originalen Impfstoffes Spikevax. Laut Gesundheitsministerium wurde am Donnerstag mit den ersten Auslieferungen des adaptierten Impfstoffs an die Impfstellen in den Bundesländern begonnen.

Omikron BA.1. quasi nicht mehr relevant

Der AGES zufolge dürfte Omikron BA.1 in der Kalenderwoche 35 de facto nicht mehr zum Infektionsgeschehen beigetragen haben. Bei 29.600 Fällen ließ sich BA.1 ganze sieben Mal nachweisen, BA.4/BA.5 dagegen 6.097 Mal. Dessen ungeachtet rät der klinische Pharmakologe Markus Zeitlinger davon ab, mit dem Impfen bis zur Verfügbarkeit von BA.4/BA.5-Vakzin-Varianten zuzuwarten. Der Unterschied zwischen dem Ursprungsimpfstoff und den an BA.1 angepassten Versionen sei nicht sehr groß. Hatte man vor dem Boostern einen Titer von 500, waren es danach 5.000, beim an BA.1 angepassten Impfstoff waren es nach der Impfung 7.500. Der gegen BA.4./BA.5 adaptierte Impfstoff sollte noch besser wirken, "aber es wird kein Riesenunterschied sein", vermutet Zeitlinger.

Gesundheitsminister fordert zur Auffrischungsimpfung auf

Exakt 292.000 Dosen des jüngsten Moderna-Vakzins sind in den vergangenen Tagen in Österreich eingetroffen. Weitere 1,4 Millionen Dosen werden bis Monatsende erwartet. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) nahm das zum Anlass, an die Vervollständigung des Impfschutzes gegen Covid-19 zu appellieren. "Wenn Sie die Grundimmunisierung noch nicht abgeschlossen haben, so nutzen Sie bitte das umfangreiche Angebot. Für einen optimal anhaltenden Schutz sind danach Auffrischungsimpfungen notwendig", richtete Rauch der Bevölkerung aus. Das Impfen sei "eine der wichtigsten Maßnahmen, damit wir gut durch den Herbst und Winter kommen".