Blechlawine: Neuer „Stau-Spitzenreiter“

Auf den heimischen Straßen gab es laut ÖAMTC im heurigen Sommer insgesamt weniger Staus. Salzburg wurde als Bundesland mit den meisten Staus abgelöst.
Autor: APA Chronik, 07.09.2022 um 11:57 Uhr

Der ÖAMTC verzeichnete im Sommer (inklusive Feiertag Mariä Himmelfahrt am 15. August) 548 Staus. Das ist ein Rückgang von 11,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 622 Staus. 

Tirol auf Platz 1

Im Bundesländer-Ranking war heuer Tirol mit 26,8 Prozent an der negativen Spitze und registrierte damit mehr Staus als Salzburg (22,6 Prozent). 2021 war die Reihung noch umgekehrt. "Hauptausschlaggebend dafür, dass Tirol etwa ein Viertel aller Staus zu verzeichnen hatte, war die Fernpassstrecke B179. 75,9 Prozent der Staus auf der B179 waren auf Überlastung zurückzuführen. Die Ab- und Durchfahrtssperren hatten hier stärkere Auswirkungen als auf der Tauern Autobahn A10 in Salzburg ", berichten die ÖAMTC-Mobilitätsinformationen.

Die drittmeisten Staus wurden mit 15,8 Prozent in der Steiermark gezählt. Hier kam es vor allem auf der Pyhrn Autobahn (A9) vor dem Gegenverkehrsbereich Peggau-Deutschfeistritz zu längeren Verzögerungen. In Kärnten sorgten vor allem die obligaten Staus vor dem Karawankentunnel für 11,7 Prozent der Staus. Niederösterreich kam auf 9,4 Prozent, Oberösterreich auf 8 Prozent der Staus.

Sorgenkind Tauernautobahn

Die am stärksten betroffene Route war wie im Vorjahr die Tauern Autobahn (A10) mit knapp einem Fünftel aller Staus, gefolgt von der Pyhrn Autobahn (A9), der Fernpassstrecke (B179) der West Autobahn. Stauverursacher waren in erster Linie Verkehrsüberlastungen (42,2 Prozent), erst danach kommen Unfälle, Baustellen und defekte/brennende Fahrzeuge. Grenzkontrollen, die 2021 mit 17,7 Prozent noch Stauursache Nummer drei waren, kamen nur noch auf 4,56 Prozent.

Urlauber weichen aus

"Wir beobachten schon den ganzen Sommer über, dass immer mehr Urlauber auf andere Wochentage ausweichen. Besonders die Donnerstage waren dabei auffällig", sagte Aloisia Gurtner vom ÖAMTC-Salzburg. "Zudem scheint der Urlauberverkehr heuer in Fahrtrichtung Süden nicht abzureißen. Noch am 20. August verzeichneten wir 20 Kilometer Stau bei der Einreise am Walserberg. Wer nicht die Schulferienzeit nutzen muss, weicht auf die Nebensaisonen aus."

Einen weiteren Grund für den Rückgang der Stauanzahl sieht der ÖAMTC in den Durchfahrtssperren entlang der Transitrouten. "Die 76 Ab- und Durchfahrtssperren wurden zusammen mit dem ADAC auch in Deutschland intensiv kommuniziert. Das Staugeschehen konnte dadurch auf die Haupttransitrouten konzentriert werden", so Gurtner.