Ryder Cup: Wiesberger kann Debakel nicht verhindern

Wiesberger hatte sich nach jahrelangem Bemühen im letzten Abdrücker als erster Österreicher für diesen prestigeträchtigen Kontinentalvergleich in der Weltsportart Golf qualifiziert und wurde nach seiner sporthistorischen Leistung in rot-weiß-rot von irischen Kapitän Padraig Harrington trotz seines Rookie-Status an allen drei Tagen eingesetzt. Der 35-jährige Südburgenländer rechtfertigte das Vertrauen, spielte in allen drei Matches solide bis sehr gut. Ein Siegpunkt oder wenigstens ein halber blieb ihm allerdings versagt.

Zunächst verlor er im Doppel am Freitag knapp im Gespann mit Paul Casey gegen Olympiasieger Xander Schauffele und den langjährigern Weltranglisten-Ersten Dustin Johnson. Im Doppel am Samstag zog er mit Jungstar Viktor Hovland nach hartem Kampf gegen Justin Thomas und den dreifachen Major-Sieger Jordan Spieth den Kürzeren. Und im abschließenden Einzel am Sonntag forderte er den vierfachen Major-Sieger Brooks Koepka, aber wieder klappte es nicht ganz mit einem Punktgewinn. Auf dem 16. Loch ging Koepka in Führung und nach einem fast direkt ins Loch beförderten Abschlag des Amerikaners stand auf der 17 dessen Sieg fest. Europas Kapitän Pádraig Harrington: "Unsere Fans haben sehr gefehlt. Das Momentum war immer bei den USA."

Amerikaner von Beginn an voran

Für Europas Routiniers, die u.a. auf sieben Spieler vom letzten Ryder Cup 2018 in Paris zurückgriffen, war der viel beschworene Teamgeist diesmal deutlich zu wenig. Sie mussten beim wegen der Pandemie um ein Jahr verschobenen Bewerb wegen der Reisebeschränkung in den USA auch praktisch ohne eigene Fans auskommen. Im Vorfeld hatte man sich beim Titelverteidiger vor allem daran geklammert, dass man gegen die auf der stärksten Tour der Welt gestählten Amerikaner der PGA fast immer Außenseiter gewesen war, aber von den jüngsten fünf Ausgaben trotzdem vier gewonnen hat.

Vor über 40.000 Fans waren die US-Amerikaner vom ersten Abschlag am Freitag weg das genauere, bessere, gefestigtere Team. Der Heimsieg war mehr als verdient. Mit acht von zwölf Spielern aus den Top Ten der Weltrangliste ließ das junge und übermächtige Team von Kapitän Steve Stricker in keiner Phase Unsicherheit erkennen. Die USA, die sechs Neulinge gebracht hatten, führen nun in dem seit 1927 ausgetragenen Traditions-Bewerb mit 27:14. Zehn Punkte Vorsprung sind jedenfalls gewaltig.

Zuletzt Europa meistens besser

Die letzten Sieger des Ryder Cups: 2021 USA, 2018 Europa, 2016 USA, 2014 Europa, 2012 Europa, 2010 Europa, 2008 USA, 2006 Europa, 2004 Europa, 2002 Europa, 1999 USA, 1997 Europa, 1995 Europa.

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Autor: APA Sport, 27.09.2021