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Ralf Rangnick mit schwarzer Jacke auf dem Spielfeld.
Teamchef Rangnick blickt seiner EM-Premiere zuversichtlich entgegen.
Teamchef Rangnick blickt seiner EM-Premiere zuversichtlich entgegen.
APA/GEORG HOCHMUTH

Countdown läuft: ÖFB als Underdog gegen Frankreich

16.06.2024 um 10:17, Simone Reitmeier & APA, Red
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Die Spannung steigt: Morgen läuft die Nationalelf gegen Frankreich auf. Als Favorit gelten wir nicht, Chancen sieht Trainer Ralf Rangnick aber dennoch.

Auf Österreichs Fußball-Nationalteam wartet am Montag (21.00 Uhr/live ServusTV und ARD) in Düsseldorf bereits zum EM-Auftakt die größtmögliche Bewährungsprobe. Die Auswahl von Ralf Rangnick fühlt sich für das Duell mit Vizeweltmeister und Turnierfavorit Frankreich gerüstet. "Dass wir nicht Favorit sind, ist klar", sagte Rangnick vor dem ersten Endrunden-Match seiner Karriere als Teamchef. "Das heißt aber nicht, dass wir uns keine Chance ausrechnen."

Österreich hat Selbstvertrauen

Das ÖFB-Team rückt mit dem Selbstvertrauen von sieben Länderspielen in Folge ohne Niederlage an. "Ich weiß aber, dass wir selbst unsere besten Leistungen, die wir gezeigt haben, noch übertreffen müssen, um dieses Spiel zu gewinnen", betonte Rangnick. Es gelte, möglichst wenige Torgelegenheiten der Franzosen zuzulassen. "Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können, dass wir in der Lage sind, auf diesem Niveau zu spielen. Am Ende ist es die Frage, was wir auf den Platz bringen."

Pressing-Fußball

Rangnick setzt auf seinen Pressing-Fußball. Den Plan will der Deutsche auch gegen den Weltranglisten-Zweiten nicht über den Haufen werfen. "Wir wissen schon, was da auf uns zukommt und was es von unserer Seite braucht." Man müsse körperlich in der Lage sein, über 90 Minuten auf höchstem Niveau zu performen. Rangnick: "Wir brauchen maximale Intensität im Spiel gegen den Ball. Gleichzeitig geht es in so einem Spiel auch darum, dass man Phasen des eigenen Ballbesitzes hat und mit denen dann sorgsam umgeht."

Das könnte für Florian Grillitsch in der Startformation sprechen. Der Hoffenheim-Legionär gilt im defensiven Mittelfeld als Ruhepol und sichere Anspielstation. Der Ersatzmann für den verletzten Xaver Schlager scheint die einzige offene Position in der ÖFB-Elf. Als Alternative zu Grillitsch könnte Rangnick auch einen seiner beiden Führungsspieler Marcel Sabitzer und Konrad Laimer ins Zentrum zurückbeordern. Das würde auf dem Flügel einen Platz für Patrick Wimmer oder allenfalls Romano Schmid freimachen.

Wer kommt in die Abwehr der Franzosen?

Auf der anderen Seite Didier Deschamps: Frankreichs Langzeit-Teamchef hat im Abwehrzentrum neben Bayern-München-Legionär Dayot Upamecano die Qual der Wahl zwischen Arsenals William Saliba und Liverpools Ibrahima Konate - zwei sehr gute Optionen. Im Sturm dürften Ousmane Dembele, Marcus Thuram und Superstar Kylian Mbappe beginnen, dahinter Antoine Griezmann, Adrien Rabiot und der mittlerweile in Saudi-Arabien tätige Routinier N'Golo Kante.

Les Bleus sind "überragend besetzt"

"Frankreich hat von der Einzelspielerqualität, sowohl in der Spitze als auch in der Breite, den besten Kader aller Teilnehmer", meinte Rangnick. "Ich sehe in der ganzen Welt nicht so viele, die so überragend besetzt sind auf allen Positionen." Um gegen so ein Team zu gewinnen, müsse man gewisse Dinge kompensieren. "Wir müssen als Mannschaft stärker sein, wir müssen im Umschaltspiel besser sein. Und letztlich müssen wir in den entscheidenden Momenten auch in der Lage sein, die Tore zu machen, die Chancen zu nutzen."

Zumindest ein Treffer

In den jüngsten 17 Länderspielen gelang dem ÖFB-Team immer zumindest ein Treffer. Das bisher letzte Mal, als das nicht der Fall war: das 0:2 in Frankreich am 22. September 2022 in der Nations League. Nicht erst seit diesem Duell wissen die Österreicher um die Qualitäten von Mbappe. "Er ist trotzdem nur einer von elf Spielern", sagte Rangnick über Frankreichs Ausnahmestürmer. Auch der künftige Real-Madrid-Star benötige Bälle, um seine Stärken ins Spiel zu bringen. "Wir müssen schauen, dass wir die Zufuhr verhindern."

Die Franzosen haben seit dem WM-Finale 2022 nur zwei Tests gegen EM-Gastgeber Deutschland verloren (1:2 und 0:2). Österreich kassierte in den jüngsten 16 Länderspielen gar nur eine Niederlage - im Oktober in der EM-Quali in Wien gegen Belgien (2:3).

"Wollen und müssen punkten"

"Jetzt geht es von Neuem los", sagte Rangnick und verglich die drei Gruppenspiele gegen Frankreich, Polen und die Niederlande mit einer weiteren Qualifikation. "Es ist klar, dass wir auch gegen einen vermeintlich größeren Gegner punkten wollen, gewinnen wollen und auch müssen. Das wird jetzt schon nochmal eine andere emotionale Gemengelage. Es wird auch darauf ankommen, dass wir mental-emotional dazu in der Lage sind, diese Leistung abzurufen."

Niederlage wäre kein Malheur

Dabei wäre selbst eine knappe Niederlage gegen Frankreich noch kein Malheur. Sollte man zu viel riskieren und gegen Mbappe und Co. eine Abfuhr kassieren, wäre das aber auch für die möglichen Aufstiegschancen als Gruppendritter bereits ein Rückschlag. Neben den beiden Topteams jeder Gruppe ziehen die vier besten von sechs Dritten ins Achtelfinale ein. Nach der Punktezahl entscheidet in diesem Ranking die Tordifferenz.

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