Neue Funktion: Schröcksnadel jetzt noch mächtiger

Vor allem unterstützt er dort die Pläne des neuen FIS-Präsidenten Johan Eliasch und will mithelfen, eine zentrale Vermarktung auf den Weg zu bringen. Außerdem führt der 80-Jährige eine neue Alpine-Future-Group an, die über Innovationen im Skirennsport nachdenken soll. Abendliche Technikrennen am Montag oder Dienstag, dafür Speedbewerbe am Wochenende. Oder Hallen-Rennen in Dubai bis hin zu Weltmeisterschaften im Sommer unter Dach. Das sind nur einige Themen, die man zusammen mit den FIS-Arbeitsgruppen sammeln, diskutieren und umsetzen will. "Da sind viele Ideen, die den Skisport auf den nächsten Level heben", ist Schröcksnadel überzeugt. "Es herrscht dringender Erneuerungsbedarf!"

Schröcksnadel wechselt die Fronten

Erneuerungen soll es offenbar auch beim Thema zentrale Vermarktung geben – etwas, das Schröcksnadel früher eher bekämpft hat. Nun aber sollen Rechte zusammengelegt und gemeinsam verkauft werden. Vorbild ist etwa die UEFA-Champions-League. Dafür hat die FIS ihre Statuten mit klarer Mehrheit geändert. Die Begründung für das Umdenken: Es bedürfe unter anderem viel mehr Preisgeld. "Die Newschool-Sportarten, auch Snowboard, sie alle haben kein Geld", plädiert Schröcksnadel für ein zentrales Marketing unter einem FIS-Dach. Eine Umsetzungshürde sind bestehende Verträge der Veranstalter mit Agenturen wie Infront, die teilweise bis 2030 gehen. "Es wird also Verhandlungen geben müssen, einen Rechtsstreit sollte man aber keinen haben", sagte Schröcksnadel in Wien bei der Präsentation eines Buches über ihn selbst.

Kombination vor dem Aus

Keine Zukunft sieht Schröcksnadel für die alpine Kombination, obwohl Eliasch sogar Kombis aus Slalom und Riesentorlauf oder Abfahrt und Super-G angeregt hatte. In Peking werden nochmals Kombi-Olympiamedaillen vergeben. Schröcksnadel: "Aber bei den nächsten Spielen wird es die Kombi wahrscheinlich nicht mehr geben."

Wer wird ÖSV-Präsident?

Den Chefposten im ÖSV vermisst Schröcksnadel nicht. "Mir geht's gut. Mir geht nichts ab außer die Sportler selbst", versicherte er. Tipps über die Weltcup-Favoriten wolle er ebenso keine abgeben wie Ratschläge zur Präsidentenkonferenz am Mittwoch in Salzburg. "Da geht es ja nicht mal mehr um meinen unmittelbaren Nachfolger", verweist Schröcksnadel auf den Rücktritt von Karl Schmidhofer.

Autor: APA Sport, 12.10.2021