Marco Schwarz: Bereit für Olympia-Winter

Der Torlauf bleibt das Prunkstück im Repertoire von Schwarz, doch im Riesenslalom und Super-G soll auch etwas weitergehen. Von WM-Rang drei im Riesentorlauf war sogar Schwarz selbst überrascht worden. Es habe ihm aber auch gezeigt, was möglich ist.

Wettkampfgefühl

"Geplant ist, dass da der nächste Schritt passiert", sagte der 26-Jährige am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien am Standort seines Sponsors Uniqa. An bisher 20 Schneetagen sei viel in diese Disziplin investiert worden. Aktuell wird auf heimischen Gletschern trainiert. Und da ging es in der vergangenen Woche in Sölden auch schon ein wenig in Richtung Wettkampfgefühl. "Wir haben die Chance gehabt, Rennen zu trainieren, das war sehr cool", erzählte Schwarz. Das Vertrauen in den Riesentorlauf käme nun auch von jedem Tag mehr: "Ich muss nicht mehr solange überlegen, es schleift sich besser ein."

Speed-Rennen auf der Liste

Im Super-G ist Schwarz durch seine starke WM-Vorstellung auf dem Weg zum Kombi-Titel noch mehr auf den Geschmack gekommen. "Ich würde schon diese Saison den ein oder anderen Super-G gerne mitnehmen", verriet der Zweite des Olympia-Teambewerbs 2018, schon mit bestimmten Rennen im Fokus. Im Slalom kann es im Weltcup nur die Verteidigung des Kugelgewinns als Hauptziel geben. Dem zweifachen Titelträger der Olympischen Jugendspiele 2012 ist bewusst, dass er da nun der Gejagte ist. Nervös lässt sich der grundsätzlich ruhige Schwarz von seiner neuen Position in der Torlauf-Welt aber nicht machen. "Ich schiebe das gut zur Seite. Es fängt alles wieder bei Null an."

Eigene Kombination

Die Kombination gibt es auch in der kommenden Weltcup-Saison nicht, doch für Schwarz gilt es nun eben die persönliche Kombination aus seinen Slalom-, Riesentorlauf- und Super-G-Ambitionen zu einem erfolgreichen Ganzen zu fügen. Das Non-Plus-Ultra in dieser Richtung ist der Gesamtweltcup. "Mit der Chancengleichheit mit gleich vielen Speed- und Technikrennen wird das noch interessanter werden", ist Schwarz überzeugt. Es seien mehrere Namen in diesem Bereich zu erwarten. "Für den Gesamtweltcup muss vieles zusammenpassen. Man muss ein bis zwei Disziplinen haben, in denen man konstant (in die Spitze, Anm.) hineinfährt und eventuell noch eine dritte. Der Kreis ist sicher größer geworden, es wird eine spannende Saison." Die mit den Spielen in China ihren Höhepunkt hat, die Strecken sind allerdings die große Unbekannte. Auch davon lässt sich Schwarz nicht irritieren: "Es ist für jeden Neuland. Ich lasse mich überraschen, und werde mich dann gut darauf einstellen." Grundsätzlich seien die am 4. Februar beginnenden Olympischen Spiele für ihn aber noch weit weg, viel präsenter ist der Weltcup-Auftakt in Sölden am 24. Oktober.

Autor: APA Sport, 24.09.2021