It's coming home: England mit symbolträchtigem Finalsieg

Englands Frauen-Fußball haben die titellose Zeit beendet. Die Gastgeberinnen behielten im Finale im Wembley gegen Rekordchampion Deutschland knapp mit 2:1 nach Verlängerung die Oberhand und krönten sich damit zum ersten Mal zum Europameister.
Autor: APA Sport, 01.08.2022 um 10:30 Uhr

Ella Toone (62.) brachte die Engländerinnen voran, Lina Magull (79.) rettete den Viertelfinal-Bezwinger von Österreich in die Verlängerung. Dort avancierte mit Chloe Kelly (110.) eine Wechselspielerin zur Matchwinnerin, sie riss sich beim Torjubel euphorisiert das Trikot vom Leib. Erfreut war auch ein Großteil der 87.192 Zuschauer, die für eine neue EM-Rekordkulisse sorgten, nachdem die bisherige Bestmarke beim Eröffnungsspiel von England gegen Österreich (1:0) mit 68.871 Fans am 6. Juli im Old Trafford Stadium aufgestellt worden war.

Lange Durststrecke

Nach den Finalniederlagen 1984 (noch in zwei Matches gegen Schweden) sowie 2009 gegen Deutschland (2:6) waren für die Engländerinnen aller guten Dinge drei. Sie fixierten den ersten großen Titel für ein englisches Team seit der Männer-WM im eigenen Land 1966. Deutschland ging hingegen nach dem Viertelfinal-Out 2017 neuerlich leer aus, nachdem zuvor gleich sechs der bisher acht Triumphe am Stück eingefahren worden waren.

Nach einer intensiven und ausgeglichenen ersten Halbzeit übten die Deutschen nach dem Seitenwechsel sehr viel Druck aus und drängten auf die Führung. Es traf aber England: Nach einem Idealzuspiel von Keira Walsh in den Lauf von Toone, überhob diese Frohms sehenswert. Den Ausgleich leiteten mit Sydney Lohmann und Waßmuth auch zwei "Joker" ein, Magull verwertete am Fünfer kaltschnäuzig.

Verlängerung musste her

Der "Lucky Punch" blieb dann aus, damit waren für beide Teams Überstunden angesagt. Dort deutete lange vieles auf ein Elfmeterschießen hin, ehe England nach einer Standardsituation traf. Nach einem Hemp-Corner brachte Lucy Bronze den Ball aufs Tor, der konnte von Kathrin-Julia Hendrich nicht geklärt werden und Kelly staubte aus kurzer Distanz ab.

Damit schaffte England den symbolträchtigen Finalsieg gegen Deutschland - ausgerechnet im Wembley, wo zuletzt ein englisches Team einen großen Titel geholt hatte und wo Englands Männer vor einem Jahr ihr EM-Endspiel gegen Italien im Elfmeterschießen verloren.