Hermann Maier: "Ich bin froh, dass nicht jeder über meine Hobbies Bescheid weiß"

Hermann, wie intensiv verfolgst du das Geschehen im Skiweltcup?
Hermann Maier: „Ich probiere so viele Rennen wie möglich anzuschauen, speziell die Klassiker sind Pflicht. Wenn schönes Wetter ist, bin ich aber schon lieber draußen in der Natur.“ 

Was würdest du Nachwuchstalenten und angehenden Spitzensportlern aus deiner Erfahrung heraus raten?
Hermann Maier: „Man muss richtig gut Skifahren können und das lerne ich einfach nur beim Freifahren. Das sollte Spaß bereiten und nicht ein ‚Hindrillen‘ sein – Das finde ich schwachsinnig. Richtig entscheidend wird es mit 15 Jahren. Bis dahin ist es eine ewig lange Zeit. Körperliche Entwicklungen, Wachstum und so weiter, das sind Riesenunterschiede und das muss man alles einrechnen.“

In weniger als drei Wochen starten die Olympischen Spiele in Peking. Im Vorfeld gab es zur Austragung in China auch viel Kritik. Wie stehst du dazu?
Hermann Maier: „Aus Sportlersicht muss man das Ausblenden, das darf dich nicht berühren. Du kannst dich politisch damit auseinandersetzen, aber wenn du daran teilnehmen willst, musst du dich auf das Rennen fokussieren. Die Vergabe der Spiele ist ein anderes Thema. Wenn ich zum Beispiel an Lillehammer 1994 zurückdenke: In einer kleinen Kommune Olympische Spiele zu veranstalten – das ist heute unvorstellbar. Der olympische Gedanke ist da schon abhandengekommen.“

Hermann Maier | Credit: LUCA BRUNO / AP / picturedesk.com
Hermann Maier | Credit:  rubra / APA / picturedesk.com

Kommen wir kurz auf dein „Lieblingsbaby“ zu sprechen: Sieben Folgen Universum haben wir mit dir schon erleben dürfen. Stets mit Topquoten. Wie ist es für dich in so viele unterschiedliche Rollen zu schlüpfen?
Hermann Maier: „Die Sendung lebt von Menschen und Tieren, das macht es ungemein spannend. Mich interessiert einfach was in den Menschen vorgeht. Die Leidenschaft, die sie versprühen, nimmt einen dermaßen mit, das ist einfach schön.“

Bist du jemand, der selbst auch darauf achtet, die Natur zu schützen? Wie lebt ihr den Umweltgedanken daheim?
Hermann Maier: Wir fahren irrsinnig viel mit dem Fahrrad, probieren damit sehr viele Kilometer zurückzulegen und viel zu erledigen. Den Einkauf zum Beispiel packen wir nach Möglichkeit in unser Lastenrad. Photovoltaik-Energie, das Auto aufzuladen und das Ganze wieder umzumünzen – mit diesen Dingen beschäftige ich mich schon lange.“

Es wird mir von allen Seiten etwas zu viel Senf dazugegeben. Mich findet man nicht auf Social Media. 

Während viele Ex-Sportler und ehemaligen Kollegen auch nach ihrer Karriere in den Sozialen Medien omnipräsent sind, hast du dich nie dieser Plattformen bedient… 
Hermann Maier: „Mich findet man da nicht, das ist gar nicht meines. Ich bin froh, dass ich vor dieser Zeit im Weltcup gefahren bin. Es wird mir von allen Seiten etwas zu viel Senf dazu gegeben. Das geschriebene Wort hat wahnsinnig viel Wert, ich glaube da sollte man schon zweimal überlegen, was man veröffentlicht. Weniger ist in meinen Augen mehr. Man muss nicht das ganze Leben auf Social Media präsentieren und seine ganzen Geheimnisse herzeigen. Ich bin schon froh, dass nicht jeder über alle meine Hobbies Bescheid weiß.“

 Was braucht es, damit du für ein Projekt so richtig brennst?
Hermann Maier: „Nicht zu viele Projekte, das ist ganz wichtig. Es muss Spontanität und Abwechslung haben. Früher nur eine Disziplin im Weltcup zu fahren hätte mich überhaupt nicht interessiert. Die Abwechslung war für mich das schönste, von den Abfahrtski auf den Riesentorlaufski zu wechseln war toll.“

Stichwort Bewegung: Für deine Projekte bist du viel unterwegs. Mit Audi verbindet dich eine langjährige Partnerschaft. Was ist dir wichtig in Sachen Mobilität?
Hermann Maier: „In Sachen Mobilität ist — gerade wenn man in den Bergen wohnt – Vertrauen und Verlässlichkeit entscheidend. Diesbezüglich ist der ‚quattro‘ für mich das Nonplusultra am Markt, den habe ich schon früher auf den Reisen im Weltcup sehr geschätzt. Jetzt mit der Familie braucht es mehr Platz, aber eben auch diese absolute Verlässlichkeit.“

Am Beifahrersitz sitze ich nur dann, wenn der Abend etwas länger wird.

Wie würdest du deinen Fahrstil bezeichnen und wie nervenstark ist der Herminator am Beifahrersitz?
Hermann Maier: 
„Bei der Ausstattung, die die Autos heutzutage haben, funktioniert der runde Schwung ganz gut. Meistens fahre ich schon selbst, am Beifahrersitz sitze ich eher selten – nur dann, wenn der Abend etwas länger wird (lacht).“

Autor: Sandra Eder, 19.01.2022