WM 2026: Vor diese Herausforderungen stellt das Sportevent die Fußballwelt

Es wird die Mega-WM schlechthin: 2026 geht es für die 48 teilnehmenden Teams in insgesamt 16 Stadien in drei Länder: USA, Kanada und Mexiko. Damit wird der Wettbewerb 2026 selbst die in Katar stattfindende WM in den Schatten stellen.
Autor: Weekend Online, 30.06.2022 um 23:49 Uhr

Eine Herausforderung stellt der Austragungsort nicht nur für die Organisatoren dar, sondern auch für die Teams selbst. Das erinnert an die diesjährige WM in Katar, bei der es ebenfalls Herausforderungen zu meistern gab. Die heißen Temperaturen in den Sommermonaten in Katar haben dazu geführt, dass das Event ausnahmsweise in den Spätherbst verlegt wird. Hier geht es im November los und Fans können schon jetzt in WM Wetten auf die Favoriten setzen. Bis auch auf die WM 2026 gewettet werden kann, wird noch einige Zeit vergehen – zunächst gilt es einige organisatorische Hürden zu überwinden.

WM 2026 wirft viele Fragen auf

Rund um die Weltmeisterschaft 2026 gab es lange viele ungeklärte Fragen. Wer sollte das Endspiel ausrichten und wo genau sollten alle 48 Mannschaften spielen? Bereits im Vorfeld gab es viele Spekulationen um die Stadien.

Ausgetragen werden die Spiele in 16 Städten auf drei Kontinenten. In den USA findet das Gros der Begegnungen in den folgenden Staaten statt: Atlanta, Boston, Dallas, Houston, Kansas City, Los Angeles, Miami, New York/New Jersey, Philadelphia, San Francisco Bay Area, Seattle.

Auch Mexiko darf in drei Stadien Spiele austragen: Guadalajara, Mexiko City, Monterrey. Kanada bekommt zwei Spiele bei der Weltmeisterschaft: in Vancouver und in Toronto. Zunächst gab es in Kanada noch drei Bewerberstädte, doch Edmonton wurde durch die eigene Regionalregierung selbst aus dem Rennen genommen. Ursächlich dafür waren die fehlende finanzielle Unterstützung, welche für die Bewerbung benötigt worden wäre.

Erstmals 48 Teams: So soll das Mehraufgebot organisatorisch gemeistert werden

Die Weltmeisterschaft 2026 wird auch in Sachen Teamanzahl neue Maßstäbe setzen. Erstmals sind 48 Mannschaften beim Turnier dabei, was einen enormen Organisationsaufwand erfordert.

Bei der WM 2026 treten erstmals auf Wunsch der FIFA 48 Teams in zusätzlichen Begegnungen gegeneinander an. Dies erfordert eine Umorganisation der einzelnen Turnierphasen und birgt Risiken, die in der Fußballwelt teilweise Skepsis hervorrufen. Es geht nicht nur darum, die Mannschaften adäquat unterzubringen, sondern ihnen auch bestmögliche Trainingsmöglichkeiten bereitzustellen.

Auch der Transport zu den Stadien in den drei Ländern stellt einen logistischen Aufwand dar, welcher so bei noch keiner Weltmeisterschaft betrieben wurde. Um die Reisen für die Teams komfortabler zu gestalten, finden die Viertelfinalspiele nur noch in den USA statt. Zehn der Spiele werden jeweils vor dem Viertelfinale in Mexiko und Kanada ausgetragen.

Was die Wahl der Austragungsorte mit sich bringt

Die Auswahl der Austragungsorte wirft bei vielen Fans Fragen auf. Wie kommt es, dass in den USA 60 der 80 Spiele stattfinden und warum sind beispielsweise nur zwei kanadische Städte vertreten? Dass die Spiele vor allem in amerikanischen Stadien durchgeführt werden sollen, liegt vor allem an der Liste der Bewerber. Auch Kanada hatte sich mit anfänglich drei Städten beworben, doch Edmonton zog die Bewerbung aus mangelnden finanziellen Mitteln zurück. Gleiches galt ursprünglich auch für Vancouver, doch die Stadt kam im April 2022 kurzfristig zurück ins Bewerberrennen und erhielt erfolgreich mit Toronto den Zuschlag für zehn Spiele.

Auch die Entscheidung um das wichtigste Spiel der WM 2026, das Endspiel, ist noch nicht 100 % sicher. Allerdings gehen viele Experten davon aus, dass New York das Rennen macht und das Endspiel im bekannten Metlife Stadium stattfinden wird. Eigentlich Zuhause der bekannten NFL-Teams New York Giants und New York Jets, fasst das Stadion mehr als 87.000 Besucher.

Einzige Hürde auf dem Weg zur offiziellen Endspielstätte: Die FIFA lässt keine Austragungsorte mit einem Firmennamen zu. Doch auch hier gibt es eine Lösung, denn notfalls verzichtet das Stadion in New York auf einen Teil seines Namenszusatzes für die WM 2026.

Deutsche Fußball-Fans im Stadion | Credit: Pixabay.com/Ganossi

Lange Reisestrecken zwischen Austragungsorten schränken Teams ein

Bei der WM werden einige Austragungsorte Tausende Kilometer weit voneinander entfernt sein. Um das logistische Problem zu lösen, sind Einteilungen in einzelne Regionen denkbar. Ziel ist es, dass die Teams genügend Zeit zur Regeneration und zum Training zwischen den Begegnungen haben. Auch für die Fans soll die regionale Bündelung der Spielorte eine Erleichterung bringen, um auch ihnen unnötigen Reisestress zu ersparen.

Sommerliche Temperaturen können Spieler ins Schwitzen bringen

Schon bei der Weltmeisterschaft in Katar werden Mannschaften vor allem durch die höheren Temperaturen auf eine enorme Probe gestellt. Gleiches gilt auch für einige Spielstätten bei der WM 2026. Doch die Experten sehen die drohenden warmen Temperaturen äußerst entspannt. Das Gros der Stadien hat beispielsweise verschließbare Dächer, sodass die Hitzeentwicklung weniger stark ist. In Regionen, in denen die Temperaturen zu heiß werden könnten, werden Spiele in den frühen Abendstunden bei kühleren Temperaturen ausgetragen.

Werden potenzielle Einreiseverbote eine Rolle spielen?

Bei der WM 2026 könnte es zu Herausforderungen bei den Einreisebeschränkungen kommen. Zwar gelten die durch Ex-Präsident Trump erlassenen Einreiseverbote für die USA nicht mehr, trotzdem könnte es aufgrund der gesundheitlichen und geopolitischen Entwicklungen erneut besondere Bestimmungen für die Einreise geben. Verbände und Politik arbeiten jedoch laut eigener Aussage mit Hochdruck daran, eventuelle Verbote möglichst sportler- und fanfreundlich umzusetzen, falls sie akut werden sollten.

Fazit

Die Weltmeisterschaft 2026 setzt jetzt schon Maßstäbe der Superlative. Erstmalig spielen nicht nur 48 Mannschaften, sondern auch die Zahl der involvierten Länder ist enorm. Experten sehen die WM 2022 in Katar als gute Möglichkeit, um sich vor allem mit klimatischen und organisatorischen Hindernissen vertraut zu machen und voller Zuversicht auf den Mega-Wettbewerb in vier Jahren in Kanada, den USA und Mexiko zu blicken. Vielleicht können wir uns ja auch wieder auf legendäre Spiele Österreichs freuen.