Djokovic gegen Zverev! Ein vorgezogenes Finale

Der eine - Zverev - will nach Olympia-Gold endlich den ersten Titel bei einem Grand Slam. Der andere - Djokovic - hat davon schon 20, wäre mit einem weiteren Titel alleiniger Rekordhalter und, noch wichtiger, hätte mit einem Sieg in New York den Grand Slam. Das bedeutet: Alle vier Grand Slams eines Jahres. Melbourne, London, Paris und New York. Das gab es zuletzt 1969. Die Fragen dazu blockt der Serbe mittlerweile aus Selbstschutz ab. "Ich weiß, es ist da, aber ich will mich nur auf das nächste Spiel konzentrieren. Wenn ich zu sehr darüber nachdenke, belastet mich das mental."

Mit breiter Brust

In das Match können Zverev und Djokovic jeweils mit berechtigtem Selbstvertrauen gehen. Zverev hat die vergangenen 16 Partien alle gewonnen, nach Gold in Japan holte er auch den Titel beim Vorbereitungsturnier in Cincinnati. Er ist so gut wie wohl noch nie. Dass er Djokovic auf dem Weg zum Turniersieg aus dem Weg räumen muss, war bereits nach der Auslosung das wahrscheinlichste Szenario. Dass er es kann, weiß er seit Tokio, auch wenn es im direkten Duell noch immer 6:3 für den Serben steht. "Ich fühle mich als der erste Spieler, der ihn in diesem Jahr in einem sehr großen Match geschlagen hat", sagte Zverev nun. "Das gibt dir etwas." Er hat zudem etwas länger Pause und ist deutlich kürzer auf dem Platz gestanden.

Erste Nadelstiche von Djokovic

Aber Djokovic ist trotzdem der Favorit, daran ließ seine Leistung gegen Berrettini keinen Zweifel. Nach dem 5:7 im ersten Satz spielte der Serbe so, wie er in diesem Jahr eben spielt: Nahezu nicht bezwingbar. Der Italiener war gut, seine Aufschläge waren hart und präzise - dennoch brachte Djokovic sie wieder und wieder zurück ins Feld. "Ich habe mein Tennis auf ein anderes Level gehoben. Das waren die drei besten Sätze, die ich in einem Turnier gespielt habe, ganz sicher", sagte Djokovic. Er schickt bereits erste Nadelstiche in Richtung Zverev voraus: "Ich kenne sein Spiel sehr gut, er spielt sehr gut. Aber noch mal: Halbfinale. Da geht es auch um Nerven. Schauen wir, was passiert", so Djokovic. Wie bei den Olympischen Spielen vor sechs Wochen treffen die beiden am Freitag auf großer Tennis-Bühne aufeinander. Und wieder geht es für beide um enorm viel. Im Finale wartet auf einen der beiden der Sieger aus Felix Auger-Aliassime (CAN) gegen Daniil Medwedew (RUS).

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Autor: APA Sport, 09.09.2021