Djokovic: Drei Siege fehlen zum Rekord

52 Jahre ist es her, seit ein Spieler alle vier Grand-Slam-Turniere in einem Tennis-Jahr gewinnen konnte. Nach Don Budge (1962) war dieses Kunststück zuletzt dem legendären Australier Rod Laver gelungen. Viele große Spieler haben seither versucht, sich in die historisch bedeutsame Liste einzureihen – mit Novac Djokovic steht nun bei den US-Open ein Athlet kurz davor, den Rekord tatsächlich zu knacken. Nachdem „Djoker“ die Australien Open, Roland Garros und Wimbledon innerhalb von fünf Monaten gewinnen konnte, steht er als Topfavorit bei den US-Open bereits im Viertelfinale. Bei dem mit 57,5 Mio. Dollar dotierten Turnier in New York besiegte er den US-Amerikaner Jenson Brooksby in vier Sätzen (1:6,6:3,6:2,6:2). Drei Siege fehlen dem 34-jährigen Serben zum "Grand Slam" sowie zum 21. Major-Titel. Der nächste Gegner am Mittwoch heißt Matteo Berrettini (ITA-6).

Negativ-Rekord für US-Amerikaner

Das Aus von Brooksby bedeutete auch ein bemerkenswertes Novum: Erstmals seit den ersten US Open 1881 (!) sind weder bei den Männern noch bei den Frauen im Viertelfinale US-Amerikaner dabei. Auch Aufschlag-Kanone Reilly Opelka (USA-22) scheiterte am Südafrikaner Lloyd Harris im Achtelfinale. Letzterer steht übrigens erstmals in einem Major-Viertelfinale, in dem er nun auf Alexander Zverev (GER-4) trifft. Opelka äußerte sich zum Exodus seiner Landsleute ehrlich: "Es ist frustrierend. Wir haben über ein Dutzend Leute in den Top 100, aber wir haben keinen Grand-Slam-Finalisten." Dominante Zeiten wie einst mit Pete Sampras oder Andre Agassi seien aber selten für ein Land. "Ich glaube nicht, dass wir so eine dominante Zeit wieder haben werden."

Vor allem die Frauen, allen voran Serena Williams, aber auch Sofia Kenin, hatten den Gastgeber des größten Grand-Slam-Turniers in den vergangenen Jahren herausgerissen. Shelby Rogers war auf bestem Weg nach ihrem Sensationssieg über Ashleigh Barty (AUS-1), im Achtelfinale war aber gegen die erst 18-jährige Britin Emma Raducanu Endstation.

Neues Siegergesicht

Apropos Frauen: Das Viertelfinale komplettiert haben in der Nacht auf Dienstag die als Nummer 4 gesetzte Tschechin Karolina Pliskova und die Griechin Maria Sakkari. Wimbledon-Finalistin Pliskova schaltete die Russin Anastasija Pawljutschenkowa 7:5,6:4 aus, Sakkari rang die als Nummer 6 gereihte Kanadierin Bianca Andreescu mit 6:7(2),7:6(6),6:3 nieder. Der Sieg Sakkaris war erst um 2:13 Uhr früh fixiert, nach 3:30 Stunden Spielzeit. Und er bedeutete auch, dass man in Flushing Meadows nach dem Aus von Ex-Champion Andreescu ein neues Siegergesicht bei den Frauen sehen wird. "Ich bin eigentlich eine Frühaufsteherin", meinte Sakkari nach dem bisher spätesten Ende eines Frauen-Matches überhaupt bei den US Open. Sie stand dieses Jahr bei den French Open schon im Halbfinale. Will sie diese Phase erneut erreichen, muss sie nun auch gegen Pliskova gewinnen.

Tags

Autor: APA Sport, 07.09.2021