Brasilien: Große Sorge um Neymar, Richarlison wird gefeiert

Die Verletzung von Superstar Neymar hat den teils glanzvollen 2:0-Auftaktsieg Brasiliens bei der Fußball-WM in Katar gegen Serbien überschattet.
Autor: APA Sport, 25.11.2022 um 12:58 Uhr

Plötzlich waren nicht mehr die drei Punkte auf dem Weg zur ersehnten "Hexa", WM-Titel Nummer sechs, Thema, sondern der rechte Knöchel des 30-Jährigen. Droht dem PSG-Stürmer wegen einer im Spiel erlittenen Sprunggelenkverletzung das WM-Aus? Ob Neymar am Montag gegen die Schweiz spielen kann, ist unklar. Am Freitag wird er untersucht.

Philosophische Story auf Instagram

Der Angreifer selbst meldete sich via Instagram mit einer philosophischen Story. "Habe Vertrauen", lautete die Überschrift der Buchseite, die Neymar postete. "Das ist, daran zu glauben, dass alles trotz Chaos gut sein wird. Das ist die Sicherheit, dass das Beste noch bevorsteht. Es ist das Verständnis dafür, dass alles seine Zeit hat", hieß es unter anderem darin. Der Anführer der Selecao war gegen Serbien in der 79. Minute mit geschwollenem Knöchel ausgewechselt worden.

Wir sind zuversichtlich, dass er bei dieser WM weiterspielen kann. Er wird diese WM fortsetzen!" – Brasiliens Nationaltrainer Tite

Traumtor von Richarlison

Nach Angaben von Teamarzt Rodrigo Lasmar hat sich Neymar eine Verstauchung des rechten Sprunggelenks zugezogen. "Wir müssen jetzt 24 bis 48 Stunden warten, bis wir Näheres sagen können." Die Situation erinnert ein wenig an das Geschehen bei der WM 2014 in Brasilien, als der damalige Jungstar durch eine Rückenverletzung außer Gefecht gesetzt wurde. "Ich hoffe, Neymar erholt sich so schnell wie möglich, damit wir ihn beim nächsten Spiel wieder bei 100 Prozent haben", sagte Doppeltorschütze Richarlison. Dass dem Stürmer der Tottenham Hotspur beim Auftaktsieg ein Zaubertor gelungen war, geriet durch die Verletzung seines Teamkollegen fast schon wieder in Vergessenheit. Nach einer Vorlage von Vinicius Júnior hatte er sich den Ball im Strafraum selbst vorgelegt und ihn anschließend sehenswert per Seitfallzieher ins Netz befördert.

"Ich rieche Tore"

Die Gala-Vorstellung von Richarlison, der zuvor schon aus kurzer Distanz den ersten Treffer besorgt hatte, verzückte die 88.103 Zuschauer im Lusail Stadium. "Das ist schon verrückt, das träumst du als Kind, an so einer Stelle so ein Tor zu machen", sagte der 25-Jährige. "Wie unser Professor Tite schon sagte: 'Ich rieche Tore'." "Wir haben es geschafft, in der zweiten Halbzeit den Spieß umzudrehen und das Spiel zu entscheiden. Ich hatte Schiss, gar nicht hierherzukommen", erzählte der zuvor lange verletzte Matchwinner. "Richarlison ist ein genialer Stürmer, ein super Spieler. Aber nicht er alleine ist wichtig, alle sind wichtig", betonte Casemiro.

Keine Geschenke von Serbien

Serbien beschränkte sich auf das, was Serbien besonders gut kann: unangenehm sein. Die Selecao dominierte das Spiel, aber geschenkt bekam sie nichts. Offensiv kaum vorhanden, legte das Team von Trainer Dragan Stojkovic im Spiel gegen den Ball alles rein. Sie zerrten, zogen, grätschten und kämpften - mittendrin Salzburg-Kicker Strahinja Pavlovic, der durchspielte. Erst nach über einer Stunde wurde das serbische Bollwerk geknackt. "Brasilien ist das Top-Team dieser WM. Da gibt es keinen Zweifel", sagte Stojkovic nach der Partie. Der 57-Jährige erklärte die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive mit den Verletzungsproblemen in seiner Elf. "Bei uns sind drei Schlüsselspieler verletzt: Filip Kostic, Stefan Mitrovic, dazu ist Dusan Vlahovic nicht bei 100 Prozent. Das ist zu viel für uns. Wir sind nicht Brasilien. Wir sind ein kleines Land", sagte der frühere Starspieler von Roter Stern Belgrad und Olympique Marseille. Stojkovic räumte "den verdienten Sieg" der Brasilianer umstandslos ein. "Es ist keine Schande, gegen Brasilien zu verlieren." Richarlisons Gedanken waren indes logischerweise ganz andere. "Es ist eine wunderbare Nacht, ein schöner Sieg und jetzt haben wir noch sechs Spiele, um unser Ziel zu erreichen."