Austria Wien macht 7 Millionen Euro Verlust

Die Wiener Austria hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Minus von 7,058 Millionen Euro angeschrieben. Die Erträge des Fußball-Bundesligisten brachen um über 20 Prozent ein. Aufsteiger Lustenau meldete ebenfalls ein deutliches Minus.
Autor: APA Sport, 29.11.2022 um 14:11 Uhr

Kurz bevor die Fußball-Bundesliga die Finanzkennzahlen der Klubs veröffentlichte, meldete sich Austria Wien in einer Aussendung zur finanziellen Lage zu Wort. Das Fremdkapital des Klubs konnte zwar um 9,66 Prozent verringert werden, beträgt aber immer noch 71,9 Millionen Euro. "Durch den Investoren-Einstieg ist es uns gelungen, den Rucksack an negativem Eigenkapital etwas kleiner zu machen. Das negative Jahresergebnis ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass wir die vertraglich zugesicherten Leistungen von Insignia wertberichtigen mussten", erklärte Austria-Vorstand Gerhard Krisch in einem Statement. Durch den Wegfall der Gazprom-Gelder - der Vertrag mit dem russischen Energielieferanten wurde ausgesetzt - musste die Austria aufgrund nicht erfüllter Leistungen demnach Rückstellungen vornehmen, die sich auf das Jahresergebnis auswirkten.

Keine Besserung in Sicht

Krisch betonte weiter: "Zudem wurden im gesamten Klub strukturelle Veränderungen eingeleitet, die kurzfristig wehtun und Geld kosten, uns aber langfristig helfen werden, unsere Austria auf wirtschaftlich stabile Beine zu stellen." Ein geplanter Turnaround in der Saison 2022/23 ist offenbar nicht realisierbar. Es fehlen kolportierte fünf Millionen Euro von Gazprom. Außerdem plagen den Verein die deutlichen Preiserhöhungen im Energiesektor. "Auch die Zinserhöhungen für Kredite treffen die Austria als Unternehmen mit hohem Fremdkapital besonders hart", so Krisch. Laut dem Vorstand wolle die Austria durch Kosteneinsparungen und Erlössteigerungen in den kommenden Jahren aber eine Wende zu positiven Zahlen schaffen. "Um diese langfristigen Ziele zu erreichen, war es insbesondere in der Saison 2021/22 notwendig, kurzfristig zu investieren und Altlasten abzubauen."

Lustenau: Teurer Aufstieg

Für Austria Lustenau hat sich die Rückkehr in die Bundesliga aus finanzieller Sicht negativ ausgewirkt. Die Vorarlberger machten im Wirtschaftsjahr 2021/22 einen Verlust von 802.000 Euro. Ein weggefallener Lizenzbonus der Liga in der Höhe von 300.000 Euro, höhere Punkteprämien und Kosten für die Adaptierung des Stadions waren drei Gründe. Die Punkteprämien seien mit 226.000 Euro deutlich über dem Budget gelegen, die Arbeiten am Stadion für die Erfüllung der Bundesligakriterien hätten Mehrkosten von 158.000 Euro verursacht. Jedoch: Die Annahmen für das Budget der laufenden Saison seien durch Zuschauer- und Sponsor-Einnahmen - ein Hauptsponsor wurde allerdings noch nicht gefunden - bereits übertroffen worden. Ziel des Tabellenachten der Bundesliga ist es, am Ende des laufenden Wirtschaftsjahres den Verlust aus dem Vorjahr zu kompensieren und das negative Eigenkapital zu einem Großteil abzubauen.