Glücklich geschieden

Welche rechtlichen Unterschiede bestehen zwischen einer Ehe und einer Lebensgemeinschaft?

Pöschl: In vielen Angelegenheiten werden Eheleuten besondere Rechte zueinander eingeräumt, während Lebensgefährten wie völlig Fremde behandelt werden. Bei der Lebensgemeinschaft fehlt eine umfassende gesetzliche Regelung.

Gibt es neben dem Gesetz auch vertragliche Regelungsmöglichkeiten?

Pöschl: Der Partnerschaftsvertrag bei Lebensgefährten oder der Ehevertrag bei Eheleuten regelt die Vermögensverhältnisse nach den Wünschen der Partner, damit von Anfang an feststeht, was wem gehört bzw. wie die Aufteilung im Trennungsfall erfolgen soll: wer in der gemeinsamen Wohnung bleiben kann, wer in welcher Frist zu räumen hat und wie hoch eventuelle Ablösen sind. Die Partner vereinbaren also zu einem Zeitpunkt, in dem man vernünftig miteinander reden kann, faire Regelungen für den Trennungsfall.

Ein Vertrag ist also auch bei einer Lebensgemeinschaft sinnvoll?

Pöschl: Da immer mehr Paare in einer Lebensgemeinschaft leben und diese faktisch jederzeit auflösbar ist, besteht hier ein besonderes Bedürfnis nach einer vertraglichen Regelung. Vielfach ist auch unbekannt, dass Lebensgefährten ohne Erbeinsetzung in einem Testament kein Erbrecht zukommt.

Was ist in Bezug auf das Erbrecht zu beachten?

Pöschl: Von Todes wegen erhält der Lebensgefährte nur dann ein außerordentliches gesetzliches Erbrecht, falls überhaupt keine sonstige Verwandtschaft vorhanden ist. Wer Lebensgefährten als Erben anstelle von Verwandten einsetzen möchte, muss dies also unbedingt in einem Testament tun! Daher ist eine fachkundige Beratung immer empfehlenswert, wobei die Erstberatung selbstverständlich kostenlos ist.

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Autor: Ute Daniela Rossbacher , 05.06.2020