"Werder-Tweet": FPÖ stellt Ultimatum

Nach dem Tweet des deutschen Fußball-Bundesligisten Werder Bremen über eine Veranstaltung der FPÖ im Zillertal ("Klare Kante gegen Nazis") legt die Partei nun nach einer am Montag erfolgten Klagsdrohung nach.
Autor: APA Politik, 05.07.2022 um 14:53 Uhr

In einem Schreiben an die Werder-Verantwortlichen forderte Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger die sofortige Löschung des Tweets, eine öffentliche Entschuldigung bzw. Distanzierung sowie eine finanzielle Entschädigung in Höhe von 10.000 Euro, wie es gegenüber der APA hieß. Sollte man bis zum 14. Juli keine Rückmeldung seitens Werder Bremen erhalten, werde man den Klagsweg beschreiten, so Abwerzger. Die Entschädigung soll als Spende für die Nachwuchsarbeit des SK Zell am Ziller, jenem Ort in dem die FPÖ-Veranstaltung stattfand und Werder sein Trainingslager abhält, zur Verfügung gestellt werden. Das Schreiben Abwerzgers war vor allem an Werder-Präsidenten Hubertus Hess-Grunewald gerichtet, der, wie der FPÖ-Chef, Anwalt und (SPD)-Politiker ist.

"eine rote Linie überschritten"

"Von Anwalt zu Anwalt muss ich Ihnen nicht die rechtlichen Möglichkeiten erläutern, die uns nunmehr zustünden. Ich weiß, Fehler passieren, jedoch sollte man auch dazu stehen. Die politische Auseinandersetzung ist oft hart, man teilt aus und steckt auch ein", erklärte der FPÖ-Obmann darin in Richtung Grunewald. Die wahllose Verunglimpfung von Personen als Nazis sei "jedoch eine nicht zu tolerierende Entgleisung. Da wird - auch in einer politischen Auseinandersetzung - eindeutig eine rote Linie überschritten".

Kickl will nicht klagen

Die Bundespartei sah die Sache am Dienstag etwas weniger aufgeregt. "Ich kann Ihnen versichern, wir werden nicht klagen", sagte FPÖ-Chef Herbert Kickl in einer Pressekonferenz, denn: "Wir haben besseres zu tun, nämlich für die Bevölkerung zu arbeiten."

"... links versiffte Piefke"

Am Samstag hatte in Zell am Ziller ein "Aktionstag" der FPÖ im Vorfeld des Landesparteitages  stattgefunden. Daran nahm auch FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl teil. Auf dem Werder-Tweet ist eine Art Truck-Anhänger der FPÖ zu sehen sowie daneben - etwas undeutlich - der am Podium stehende Kickl. Dem "Klare Kante gegen Nazis" stellten die Social Media-Verantwortlichen den Satz voran: "Wir fühlen uns hier so sehr zuhause, dass wir auch im #Zillertal dafür einstehen."Heftig reagierte daraufhin der Pressesprecher der Wiener FPÖ, Leo Kohlbauer, ebenfalls auf Twitter: "Niemand braucht diese links versifften Piefke bei uns. Sollen's in Buntland den Regenbogen-Ramadan feiern".