Verwirrung um telefonische Krankschreibung

Ärztekammer, MInisterium und Österreichische Gesundheitskasse sind sich anscheinend nicht ganz einig.
Autor: APA Politik, 01.08.2022 um 16:38 Uhr

Verwirrung herrscht in der Frage, wie es in der Praxis mit der am Montag wieder eingeführten telefonischen Krankschreibung aussieht: Die Ärztekammer erklärte entgegen ursprünglichen Angaben aus dem Ministerium, dass die telefonische Krankschreibung "bei allen Krankheiten möglich" sei. Das Gesundheitsministerium und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) beharren allerdings auf APA-Anfrage darauf, dass man sich nur mit Corona telefonisch krankschreiben lassen kann. In der früheren Variante während der Pandemie war die telefonische Krankschreibung für alle Krankheiten möglich. Nunmehr muss man für einen Krankenstand grundsätzlich wieder zum Arzt gehen - außer, man fühlt sich krank und hat (mutmaßlich) Corona, hatte das Gesundheitsministerium bereits am Sonntag wissen lassen.

ÖAK: Krankmeldung bei „allen Krankheiten“

Die Ärztekammer widersprach dem am Montag allerdings in einer Aussendung: "Aus unserer Sicht ist die telefonische Krankmeldung weiter bei allen Krankheiten möglich", meinte der ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Edgar Wutscher. In manchen Bundesländern wie zum Beispiel Wien sei die telefonische Krankmeldung durch die telemedizinischen Regeln im Gesamtvertrag nie beendet worden. "Wenn die Ärztin oder der Arzt der Meinung ist, dass ein Patient arbeitsunfähig ist, wird er auch krankgeschrieben - auch telefonisch, wenn das möglich ist", sagte Wutscher. Aus dem Gesundheitsministerium hieß es dazu auf erneute APA-Anfrage, dass eine ärztliche Krankschreibung grundsätzlich einen persönlichen, also physischen Patientenkontakt voraussetze. Die wiedereingeführte telefonische Krankmeldung mit 1. August solle "nur für jene Erkrankungen möglich sein, die auf eine SARS-CoV-2-Infektion zurückzuführen sind".