Putin will "Abkommen" mit Ukraine

Russlands Staatschef Wladimir Putin sagt, er hoffe auf eine Beilegung des Konflikts auf dem Verhandlungsweg.
Autor: APA Politik, 27.04.2022 um 08:34 Uhr

"Trotz der Tatsache, dass der Militäreinsatz (in der Ukraine) andauert, hoffen wir immer noch, dass wir in der Lage sein werden, auf diplomatischem Wege Abkommen zu erreichen", sagte Putin. Anlass war ein Treffen mit UNO-Generalsekretär António Guterres in Moskau. Russland lehne Verhandlungen nicht ab, betonte der Kremlchef.

Butscha war eine "Provokation"

Putin äußerte sich während des vom Fernsehen übertragenen Treffens mit Guterres auch zu Vorwürfen gegen russische Soldaten, Gräueltaten in der ukrainischen Stadt Butscha begangen zu haben. Dort habe es eine "Provokation" gegeben, "mit der die russische Armee nichts zu tun hatte", meinte Putin. "Wir wissen, wer diese Provokation vorbereitet hat, mit welchen Mitteln, und welche Leute daran gearbeitet haben."

Leichen entdeckt

Russland und die Ukraine hatten im März Gespräche in der Türkei begonnen. Nach der Entdeckung vieler Leichen von Zivilisten im Großraum Kiew nach dem Abzug der russischen Truppen aus der Region gerieten die Verhandlungen aber ins Stocken.

Warum Moskau vor Kiew?

Guterres forderte bei dem Treffen erneut eine Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, um Fluchtkorridore für Zivilisten in der Ukraine zu schaffen und die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in das Land sicherzustellen. Im Anschluss wollte Guterres nach Kiew weiterreisen. Die ukrainische Regierung hatte die Abfolge seiner Reise scharf kritisiert. Er sehe "in dieser Reihenfolge weder Gerechtigkeit noch Logik", hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj gesagt.

Die Rolle der UNO

Bisher spielte die UNO bei den Bemühungen um eine Beendigung des Konflikts eine untergeordnete Rolle. Dies liegt unter anderem daran, dass der Konflikt zu Streit zwischen den fünf ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats geführt hat. Dem Gremium gehören Russland, die USA, China, Frankreich und Großbritannien an.