Brutaler Strache-Post nach Jenewein-Verzweiflungstat

Geschmacklos: Nach Jeneweins Selbstmordversuch geht Strache mit seinem ehemaligen Parteifreund hart ins Gericht.
Autor: Stefanie Hermann, 08.08.2022 um 06:53 Uhr

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde der ehemalige FPÖ-Abgeordnete Hans-Jörg Jenewein bewusstlos in seinem Haus aufgefunden. Er soll versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Vorausgegangen war das Bekanntwerden brisanter Funde bei einer Hausdurchsuchung. So soll Jenewein eine anonyme Anzeige gegen seine Partei eingebracht haben. Jenewein ist nach Öffentlichwerden vergangene Woche aus der FPÖ ausgetreten.

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Schwester meldet sich zu Wort

Jenewein befindet sich mittlerweile in einer Wiener Klinik. Seine Schwester, die prominente FPÖ-Politikerin Dagmar Belakowitsch hat sich via Aussendung zu Wort gemeldet. "Laut eigener Auskunft meines Bruders gibt es keinen Abschiedsbrief, in dem er seine Verzweiflungstat angekündigt oder erklärt hat", so die Abgeordnete. "Er liegt auch Gott sei Dank nicht im Koma." Von den Medien erwartet sie sich jetzt "ein Mindestmaß an Anstand und Zurückhaltung im Sinne der gesamten Familie".

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Strache haut drauf

Wenig Zurückhaltung und Anstand legt unterdessen der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Er lässt auf Facebook mit einem besonders geschmacklosen Posting aufhorchen. "Das ist tragisch. Ich wünsche baldige Besserung", schreibt Strache. In der Verzweiflungstag sieht er einen Fluchtversuch. Niemand solle "mit einem Suizid aus dem Leben scheiden und davonlaufen, sondern sich den behördlichen Anwürfen stellen und diese helfen restlos aufzuklären!"

Das ist tragisch. Ich wünsche baldige Besserung. Niemand sollte mit einem Suizid aus dem Leben scheiden und davonlaufen, sondern sich den behördlichen Anwürfen stellen und diese helfen restlos aufzuklären!

Gepostet von Heinz-Christian Strache / HC Strache am Sonntag, 7. August 2022

 

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