Staatsschützer enttarnen IS-Zelle in Österreich

Ein Netzwerk von ehemaligen IS-Führungspersonen aus dem Irak soll von Österreich aus Terroranschläge in Europa koordinieren.
Autor: APA Politik, 14.06.2022 um 10:13 Uhr

Der Verfassungsschutz hat mithilfe von in- und ausländischen Behörden eine mutmaßliche Zelle des "Islamischen Staats"  in Österreich identifiziert, die mit Anschlagsplanungen im Zusammenhang mit Großveranstaltungen in Europa in Verbindung gebracht wird. In Hinblick auf den Vienna City Marathon Ende April 2022 wurde die Bedrohung von den Verfassungsschützern sehr ernst genommen.

Intensive Reisetätigkeit

Bei den in Österreich festgestellten IS-Anhängern handelt es sich laut Innenministerium um Iraker, die in der Hochzeit des IS führende Rollen eingenommen haben sollen und nun für die Durchführung der Aufträge zu neuerlichen Anschlägen der obersten IS-Führung in Europa rekrutiert wurden. Sie haben unterschiedlichen Aufenthaltsstatus aus unterschiedlichen europäischen Ländern. Wie festgestellt wurde, befinden sich weitere Mitglieder des Netzwerks auch in anderen europäischen Ländern und reisen gezielt für konspirative Treffen kurzfristig innerhalb Europas herum.

Konspiratives Chatten

Dabei stellte sich heraus, dass die in Österreich befindlichen Personen zur Kommunikation Verschlüsselungstechnologie verwenden und persönliche Treffen sehr konspirativ bzw. so weit wie möglich geheim abhalten. So wurde beispielsweise festgestellt, dass das Netzwerk unter anderem Chatfunktionen einzelner Videospiele auf Spielkonsolen verwendete. Die Aufklärungsarbeit der DSN im Zusammenhang mit den möglichen Anschlagsplanungen und der Offenlegung des Zellennetzwerkes dauert aktuell noch an.