Mann zündet sich vor russischer Botschaft an

In Bukarest hat ein Mann sein Auto in das Tor der russischen Botschaft gesteuert und sich anschließend verbrannt.
Autor: APA Politik, 06.04.2022 um 16:24 Uhr

Der Fahrer sei ums Leben gekommen, teilt die Polizei mit. Der Mann sei absichtlich mit seinem Auto gegen den Zaun gefahren. Anschließend zündete sich der Fahrer, noch am Steuer sitzend, an und erlag seinen Verbrennungen. Das teilte der mit den Ermittlungen befasste Staatsanwalt rumänischen Medien mit.

"Antirussische Hysterie"

Das Außenministerium in Bukarest betonte, dass jede Einordnung dieses "tragischen Vorfalls" derzeit "voreilig und unangebracht" sei. Es rief die russische Botschaft zur Zurückhaltung auf. Russlands Botschafter Waleri Kusmin hatte den Vorfall als terroristischen Angriff als Folge einer "antirussischen Hysterie" bezeichnet.

Täter sprach noch mit Wachen

Staatsanwalt Staicu sagte, es stimme "mit hoher Wahrscheinlichkeit", dass es sich bei dem Täter um einen Mann handle, der laut vorherigen rumänischen Medienberichten erhebliche Probleme mit der Justiz gehabt habe. Gewissheit dazu könne es aber erst nach einer Autopsie  geben - sowie nach einem Verhör des Wachpersonals der Botschaft, mit dem der Täter gesprochen habe, kurz bevor er sich im Auto in Brand setzte.

Verurteilter Täter

Rumäniens Medien hatten unter Berufung auf  Ermittlerkreise berichtet, dass der Täter am Dienstag in erster Instanz wegen Kinderschändung zu 15 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden sei. Er soll seine minderjährige Tochter sexuell missbraucht haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Allerdings hatte dieser Mann zwei Tage vorher auf Facebook eine Botschaft zur Unterstützung der Ukraine gepostet. In den vergangenen Wochen war es in mehreren europäischen Ländern vor russischen Botschaften zu Protesten gegen den Krieg in der Ukraine gekommen. Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar sind bisher rund 625.000 Ukrainer nach Rumänien geflüchtet, etwa 80.000 von ihnen befinden sich noch im Land.