Verzweiflungstat: Bangen um Kickl-Vertrauten Jenewein

Der erst vor wenigen Tagen aus der FPÖ ausgetretene Ex-Mandatar wurde leblos in seinem Haus aufgefunden.
Autor: Stefanie Hermann, 08.08.2022 um 07:18 Uhr

Schock: Hans-Jörg Jenewein, ehemalige rechte Hand von FPÖ-Chef Herbert Kickl, wurde leblos in seinem Haus gefunden. Er dürfte versucht haben, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Anonyme Anzeige und Ermittlungen

Vorausgegangen waren der Verzweiflungstat heftige Unruhen in der FPÖ. Erst vor wenigen Tagen wurde öffentlich, dass Jenewein sensible Gespräche rund um die dubiosen Vereinsstrukturen der FPÖ aufgezeichnet hat. Auch dürfte er eine anonyme Anzeige gegen seine Partei eingebracht haben. Beamte des Bundeskriminalamtes stellten fest, "dass es lebensfremd ist, dass Jenewein die Anzeige nicht selbst verfasst hat". Kurz nach Bekanntwerden hat Jenewein vergangene Woche seinen Parteiaustritt eingereicht. 

Überdosis

In der Nacht von Samstag auf Sonntag dürfte Jenewein versucht haben, seinem Leben mit einer Überdosis Tabletten ein Ende zu setzen. Nachdem ihn seine Frau bewusstlos auf der Couch auffand, alarmierte sie die Rettung, die gegen 01.45 eintraf. Jenewein wurde in ein Wiener Krankenhaus überstellt. Er befindet sich außer Lebensgefahr.

Reaktionen aus der Partei

Eine erste Stellungnahme gab es noch am Sonntag von Jeneweins Schwester, der prominenten Nationalratsabgeordneten Dagmar Belakowitsch. Gerüchte, wonach Jenewein sich im Koma befinden soll, seien falsch. Auch soll es anders als behauptet, keinen Abschiedsbrief geben. Unterdessen hat sich auch der ehemalige FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache mit einem überaus geschmacklosen Posting zu Wort gemeldet.

>>> Brutaler Strache-Post nach Jenewein-Verzweiflungstat

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