US-Polizei: Schwarzer zu Tode geprügelt

Der 29-jährige Tyre Nichols soll mehrere Minuten lang von den Einsatzkräften zusammengeschlagen worden sein, bis er schließlich starb.
Autor: APA Politik, 24.01.2023 um 08:32 Uhr

Laut Polizei war  Nichols war in der US-Metropole Memphis im US-Staat Tennessee wegen "rücksichtslosen Fahrens" angehalten worden.

Anwalt spricht von Rassismus

Den Angaben nach war es dabei zu "Konfrontationen" gekommen - der Mann starb wenige Tage später im Krankenhaus. Am Montag konnte sich die Familie des Opfers das Video des Polizeieinsatzes anschauen. "Er war wehrlos. Die ganze Zeit", sagte Anwalt Romanucci im Anschluss. Er nannte das Vorgehen der Polizei rassistisch. 

Die Polizei erklärte einen Tag nach der Kontrolle, am 8. Jänner, in einer Mitteilung, dass Einsatzkräfte den 29-Jährigen stoppten. Dieser sei schließlich zu Fuß geflüchtet, dabei sei es dann zu einer weiteren "Konfrontation" gekommen, schrieb die Polizei.

Video wird veröffentlicht

Der Verdächtige habe danach - also nach der "Konfrontation" - schließlich über Kurzatmigkeit geklagt und sei ins Krankenhaus gebracht worden. Dort erlag er seinen Verletzungen. Die Polizei entließ mittlerweile fünf an dem Einsatz beteiligte Beamte unter anderem wegen "übermäßiger Gewaltanwendung". Das Video des Vorfalls ist bisher noch nicht öffentlich gemacht worden, soll aber in den kommenden Wochen veröffentlicht werden

Rodney King, George Floyd, Tyre Nichols

Der Vorfall erinnert an den Fall mit Rodney King. In Los Angeles wurde der Schwarze 1991 nach einer Verfolgungsjagd von der Polizei zusammenschlagen. Der Freispruch der Beamten führte damals zu Aufständen mit Dutzenden Toten. "Im Gegensatz zu Rodney King hat Tyre nicht überlebt", sagte der Anwalt. Das Video des Einsatzes von Anfang Jänner sei "entsetzlich" und "abscheulich". "Ihr könnt nicht weiterhin junge Schwarze bei Verkehrskontrollen umbringen".

In den USA kommt es regelmäßig zu tödlichen Polizeieinsätzen ähnlicher Art. Stellvertretend steht dafür der Fall von George Floyd: Im Mai 2020 war der Afroamerikaner bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen. Der Fall führte damals zu landesweiten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Seitdem gibt es immer wieder Bestürzung über ähnliche Fälle.