Russland startete Offensive im Osten

Die erwartete Offensive in der Donbass-Region habe begonnen, sagt der ukrainische Generalstab.
Autor: APA Politik, 19.04.2022 um 09:39 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte gestern via Video-Botschaft auf Telegram: "Die Schlacht von Donbass hat begonnen." Ukrainische Medien berichteten am Dienstag in der Früh über eine Reihe von zum Teil heftigen Explosionen entlang der Frontlinie in der Region Donezk und über Beschuss in Marinka, Slawjansk und Kramatorsk. Auch in Charkiw im Nordosten der Ukraine, in Mykolaiw im Süden und in Saporischschja im Südosten hat es Explosionen gegeben. In vielen Städten und Orten heulten Luftschutzsirenen. Der Gouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, berichtete am Montagabend von drei Toten und 15 Verletzten durch Granatenbeschuss in der ostukrainischen Großstadt.

„Raketen sind strategischer Unsinn“

Selenskyj: "Ein sehr großer Teil der ganzen russischen Armee wird nun für diese Offensive verwendet." Von Isjum im Gebiet Charkiw aus werden demnach Vorstöße in Richtung Barwinkowe und Slowjansk im Donezker Gebiet erwartet. "Ganz gleich, wie viele russische Truppen dorthin getrieben werden: Wir werden kämpfen", versicherte der Präsident. Man werde sich verteidigen und nichts aufgeben. Kein Raketenangriff habe die Situation für Russland grundlegend verbessert, meinte Selenskyj. "Und wenn wir sie alle zusammen bewerten, kommen wir zu dem Schluss, dass sie strategischer Unsinn sind."

Auch Lwiw angegriffen

Im Laufe des Abends bestätigte der Kreml einen Raketenangriff auf die westukrainische Stadt Lwiw. Dabei sei ein Zentrum für die Versorgung der ukrainischen Streitkräfte getroffen worden, teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mit. Zerstört worden sei ein Logistikzentrum mit großen Teilen ausländischer Waffen, die aus den USA und europäischen Ländern geliefert worden seien.

30 Prozent der Infrastruktur beschädigt

Nach Angaben aus Kiew wurden durch russische Attacken bis dato bis zu 30 Prozent der ukrainischen Infrastruktur beschädigt oder zerstört. Die Schäden beliefen sich auf eine Summe von etwa 100 Milliarden Dollar, berichtete Infrastruktur-Minister Oleksander Kubrakow. Mehr als 300 Brücken an Nationalstraßen seien zerstört oder beschädigt, mehr als 8.000 Kilometer Straße müssten repariert oder erneuert werden. Zudem seien Dutzende Brücken des Bahnverkehrs gesprengt worden.